Trump erlaubt mehr Spritverbrauch
Die US-Regierung hat die Verbrauchsvorgaben für neue Autos und leichte Nutzfahrzeuge gelockert. Für das Modelljahr 2031 setzt die Verkehrsbehörde NHTSA den berechneten Flottendurchschnitt auf 34,9 Meilen je Gallone fest – das entspricht umgerechnet etwa 6,7 Litern pro 100 Kilometer.
Nach den bisherigen Regeln hätte der Wert laut aktueller Berechnung der Behörde bei 49,3 Meilen je Gallone (4,8 Liter pro 100 Kilometer) gelegen. Die neue Regel vom 28.9.2026 legt die Vorgaben für die kommenden Modelljahre bis 2031 fest und ändert zugleich Anforderungen für bereits zurückliegende Modelljahre ab 2022. Der Vergleich zwischen 34,9 und 49,3 Meilen je Gallone bezieht sich auf das Modelljahr 2031.
Wie die Verbrauchsvorgaben funktionieren
Das amerikanische System heißt Corporate Average Fuel Economy, kurz CAFE. Es bewertet den rechnerischen Verbrauchsdurchschnitt der Fahrzeuge eines Herstellers. Ein einzelnes Modell darf mehr verbrauchen, wenn andere Fahrzeuge seiner Flotte den Durchschnitt entsprechend verbessern. Die Werte beruhen auf einem US-Prüfverfahren und beschreiben keinen im Alltag gemessenen Verbrauch.
Die 34,9 Meilen je Gallone sind der berechnete Durchschnitt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zusammen. Getrennt nach Fahrzeuggruppen errechnet die NHTSA für 2031 einen Wert von 40,2 Meilen je Gallone für Pkw, umgerechnet rund 5,9 Liter pro 100 Kilometer. Für leichte Nutzfahrzeuge sind es 26,4 Meilen je Gallone oder rund 8,9 Liter pro 100 Kilometer. Zu dieser Gruppe gehören in den USA auch viele SUV und Pick-ups.
Hersteller sparen bei der Technik
Nach Berechnungen der NHTSA müssen die Hersteller für die Fahrzeuge des Modelljahrs 2031 insgesamt rund 15,3 Milliarden Dollar weniger für Technik zur Erfüllung der Verbrauchsvorgaben ausgeben. Im Durchschnitt entspricht das 1.289 Dollar je Fahrzeug, umgerechnet rund 1.130 Euro. Ob Neuwagen dadurch billiger werden, hängt davon ab, ob die Hersteller die Einsparungen an Käufer weitergeben.
Für die Kraftstoffkosten rechnet die Behörde mit einer gegenläufigen Entwicklung. Nach ihrer Prognose liegt der Benzinverbrauch in den USA bis 2050 um 4,6 Prozent höher als unter den bisherigen Vorgaben. Wie viel ein einzelner Autofahrer zusätzlich bezahlt, hängt vom Fahrzeug, seiner Fahrleistung und den künftigen Spritpreisen ab. Die Regierung erwartet zudem mehr Neuwagenverkäufe, falls die Preise sinken.
Kleinere SUV werden anders eingestuft
Ab dem Modelljahr 2030 ändert die NHTSA die Kriterien, nach denen Fahrzeuge als Pkw oder leichte Nutzfahrzeuge gelten. Bisher konnten auch kleinere Crossover unter die weniger strengen Anforderungen für leichte Nutzfahrzeuge fallen. Künftig soll bei der Einstufung stärker berücksichtigt werden, wofür ein Fahrzeug vorgesehen ist.
Damit kann sich für einzelne Modelle ändern, in welcher Fahrzeuggruppe sie bei der Berechnung der Herstellervorgaben erscheinen. Die getrennten Vorgaben für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bleiben aber bestehen.
Handel mit Verbrauchsgutschriften läuft aus
Auch der Handel mit Verbrauchsgutschriften wird eingeschränkt. Hersteller, die ihre Vorgaben übertreffen, konnten solche Guthaben bisher an andere Autobauer verkaufen. Für Elektroautohersteller wie Tesla war das eine Einnahmequelle. Gutschriften, die ab dem Modelljahr 2028 entstehen, dürfen künftig nicht mehr zwischen Herstellern gehandelt werden. Für ältere Guthaben gilt eine Übergangsregel. Gutschriften aus den Modelljahren bis einschließlich 2027 können innerhalb der bestehenden Fristen weiter gehandelt und verwendet werden. Der Handel mit bereits vorhandenen Guthaben endet daher nicht sofort.
Der US-Autoverband Alliance for Automotive Innovation begrüßt die Änderung. Nach Auffassung des Verbands waren die bisherigen Anforderungen angesichts der Nachfrage nach Elektroautos zu anspruchsvoll. Umweltverbände kritisieren dagegen den erwarteten zusätzlichen Kraftstoffverbrauch und die damit verbundenen Emissionen. Die neuen US-Vorgaben ändern nichts an den europäischen CO₂-Regeln.
