Jeep Wrangler-Kopie aus Indien für 9.000 Euro
Mahindra bringt den Thar OG mit neuer Technik und bekannter Optik. Es gibt mehr Leistung, neue Fahrwerkstechnik und zusätzliche Sicherheitsausstattung.
Mahindra überarbeitet den Thar und stellt mit dem Thar OG die nächste Entwicklungsstufe des indischen Geländewagens vor. Das Kürzel OG steht dabei für die ursprüngliche, dreitürige Ausrichtung des Modells. Der Thar OG folgt auf die 2020 vorgestellte zweite Thar-Generation und soll ab 11. Oktober 2026 in Indien ausgeliefert werden.
Es begann mit der Jeep-Lizenz
Die Geschichte des Thar reicht weiter zurück. Mahindra baut das Modell seit 2010 und verfügt über eine besondere Verbindung zur Jeep-Konstruktion. Bereits 1954 vereinbarte Mahindra mit dem damaligen Jeep-Eigner Kaiser-Jeep eine Lizenzfertigung der CJ-Modelle für den indischen Markt. Aus denen ging der bis heute gebaute Thar hervor. Auch in Europa gab es in den 1990er Jahren zeitweise einen Import der Mahindra-CJ-Modelle.
Entsprechend deutlich ist die optische Nähe zum Jeep Wrangler. Der Thar übernimmt die kantige Karosserieform, den aufrechten Kühlergrill (allerdings mit fünf statt sieben Schlitzen wie beim Original), die runden Frontscheinwerfer und das außen an der Hecktür montierte Reserverad. Auch der neue Thar OG bleibt ein Zweitürer. Der aktuelle Wrangler wird dagegen als Zwei- und Viertürer angeboten.
Technisch entwickelt Mahindra den Thar OG vor allem beim Fahrwerk weiter. Grundlage ist die M_Glyde-4G-Plattform mit erhöhter Steifigkeit. An der Hinterachse kommt eine Pentalink-Konstruktion mit Wattgestänge zum Einsatz. Das verbessert die Spurtreue und Seitenführung der Hinterachse, insbesondere in Kurven und bei schnellen Lastwechseln, ermöglicht aber dennoch lange Federwege. Eine elektrische Servolenkung und zusätzliche Maßnahmen zur Reduzierung von Geräuschen und Vibrationen sollen das Fahrverhalten auf der Straße und den Einsatz im Gelände ebenfalls verbessern.
Mit serienmäßiger Sperre
Für den Geländeeinsatz verfügt der Thar OG in den Allradversionen über ein elektronisches Sperrdifferenzial. Drei Terrain-Modi für Schlamm, Sand und Schnee stehen zur Verfügung. Bei den Motoren stehen zwei Diesel und ein Benziner zur Verfügung. Der 2,2-Liter-Diesel leistet 163 PS, und entwickelt 330 Nm. Der 2,0-Liter-mStallion-Turbobenziner kommt ebenfalls auf 162 PS und 330 Nm. Daneben bleibt ein 1,5-Liter-CRDe-Diesel mit 119 PS und 300 Nm im Programm. Für die Antriebe stehen je nach Motor Heck- oder Allradantrieb sowie manuelle oder automatische Getriebe zur Verfügung.
Auch äußerlich bleibt Mahindra bei der bekannten Formensprache. Der Thar OG erhält einen neu gestalteten Kühlergrill, LED-Scheinwerfer mit C-förmigen Tagfahrleuchten, LED-Nebelscheinwerfer mit Abbiegefunktion und neue Rückleuchten. Die vorderen und hinteren Stoßfänger wurden ebenfalls überarbeitet. Je nach Ausstattung stehen 18- oder neue 19-Zoll-Leichtmetallräder zur Verfügung. Innen kommen unter anderem braune Kunstledersitze und eine weich gepolsterte Armlehne für die zweite Sitzreihe hinzu.
Basismodell für rund 9.000 Euro
Bei der Ausstattung reicht das Spektrum von einer vergleichsweise einfachen Basisversion bis zum ZXT. Bereits die AXT-Variante besitzt unter anderem elektrische Servolenkung, ESP mit Überschlagserkennung, Startknopf, zwei Airbags, einen Überrollkäfig und eine Klimatisierung mit hinteren Luftausströmern. Die LXT-Ausführung ergänzt die Ausstattung unter anderem um ein 26,03 Zentimeter großes HD-Infotainmentdisplay, Farbdisplay im Kombiinstrument, Tempomat sowie Android Auto und Apple CarPlay.
In der höchsten ZXT-Ausführung kommen LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Räder, kabelloses Smartphone-Laden, Scheibenbremsen an allen vier Rädern, Reifendruckkontrolle, Rückfahrkamera und vordere Parksensoren hinzu. Außerdem verfügt der Thar OG dann über insgesamt sechs Airbags. Vier davon sind sogenannte HPTS-Airbags, die Kopf, Becken, Oberkörper und Schulter der Insassen schützen sollen.
Die Preise reichen in Indien von 10,32 Lakh Rupien für den AXT mit 1,5-Liter-Diesel und Hinterradantrieb bis zu 18,99 Lakh Rupien für den ZXT mit 2,0-Liter-Turbobenziner, Allradantrieb und Automatik. Umgerechnet entspricht das einer Spanne von rund 9.060 bis 16.675 Euro. Damit liegt selbst die teuerste Variante deutlich unter dem US-Einstiegspreis des Jeep Wrangler von 36.000 Dollar vor Steuern. In Deutschland ist der Wrangler nicht mehr konfigurierbar und wird aus dem Programm genommen.
Für Europa ist allerdings auch der Thar OG nicht vorgesehen.
