Mit 7.000 km Reichweite und Stoff-Karosse ins Gefecht
Aus seiner Plattform ging der militärische Pioneer X hervor.Teile der Außenhaut des Pioneer bestehen aus robustem Stoff. Die Stoffverkleidung lässt sich bei Beschädigungen austauschen; die tragende Struktur liegt darunter.
Der britische Hersteller Fering will den Land Rover Defender der britischen Armee ersetzen. Für das Light-Mobility-Vehicle-Programm (LVM) hat das Unternehmen ein Fahrzeug seiner Pioneer-Plattform angeboten – mit einer spektakulären Reichweite.
Der Pioneer X als militärische Variante kommt als serieller Hybrid daher. Zwei Elektromotoren treiben die Achsen an. Auf längeren Fahrten erzeugt ein Verbrennungsmotor über einen Generator den benötigten Strom und lädt die Batterien nach.
Vier Batterien und ein 60-kW-Generator
Nach Angaben von Ferings Technikchef Ben Scott-Geddes verfügt der Range Extender über 60 kW Leistung. Als Kraftstofflösung beschreibt er einen Vielstoffgenerator; auch eine Brennstoffzelle sei für das Konzept möglich. Im Batteriebetrieb soll der Pioneer X bis zu 80 Kilometer zurücklegen. Dann läuft der 1,1-Liter-Motor nicht.
Die beiden Elektromotoren werden von vier Lithium-Titanat-Oxid-Batterien versorgt. Sie nehmen während der Fahrt Strom vom Generator auf und können bei hohem Leistungsbedarf zusätzlich Energie abgeben. Sie dienen auch als Stromspeicher für den rein elektrischen Betrieb. Funkgeräte, Sensoren oder Drohnen lassen sich ebenfalls über das Fahrzeug versorgen.
470 Liter Kraftstoff für bis zu 7.000 Kilometer
Scott-Geddes bezifferte den maximal möglichen Kraftstoffvorrat des Pioneer X auf 470 Liter. Die Reichweite von bis zu 7.000 Kilometern bezieht sich auf die kombinierte Fahrt. Rechnerisch würde das Modell im Mittel rund 6,7 Liter je 100 Kilometer verbrauchen.
Natürlich ist der Verbrauch abhängig von Gewicht, Zuladung, Geschwindigkeit und äußeren Bedingungen. In den Bewerbungsunterlagen für das LVM-Programm nennt Fering sogar 7.010 Kilometer.
Karosserie aus Stoff
Optisch unterscheidet sich der Pioneer X von einem klassischen Militärgeländewagen. Große Räder stehen weit außen, dazwischen sitzt ein schmaler, hoch angeordneter Aufbau. Teile der Außenhaut bestehen aus robustem Stoff. Die Stoffverkleidung formt damit die Karosserie, während ein modulares Mittelteil aus Carbon-Verbundwerkstoffen die tragende Struktur bildet. Die äußeren Teile sollen sich bei Beschädigungen austauschen lassen.
Fering zeigt den Pioneer X als vierrädrigen Pick-up und als 6x6-Lastenträger. Auf derselben Plattform sind Aufbauten für den Mannschaftstransport und als Führungsfahrzeug vorgesehen. Ringlafetten und fernbedienbare Waffenstationen können ebenfalls montiert werden. Die britische Armee sucht im LMV-Programm eine gemeinsame Basis für neun Fahrzeugvarianten. Fering will im Fall eines Zuschlags in Großbritannien produzieren. Eine Vergabeentscheidung ist noch nicht gefallen.
