Frischluft-G nur für Millionäre
Das Brabus RideControl Gewindefahrwerk von KW erlaubt eine Tieferlegung um bis zu 45 Millimeter.
Brabus hat ein viertüriges Cabrio der G-Klasse vorgestellt. Der V8 leistet 900 PS und das Preisschild ist siebenstellig. Limitiert ist der Ballermann auch noch.
Die G-Klasse bekommt bei Brabus buchstäblich eine neue Perspektive. Auf der Monaco Yacht Show 2026 feierte das Brabus 900 Rocket Edition Cabrio seine Weltpremiere. Basis ist der aktuelle Mercedes-AMG G 63 , dessen geschlossene Karosserie in Bottrop zu einem offenen Viertürer umgebaut wird. Das Cabriolet ist auf zehn Exemplare limitiert und verbindet den aufwendigen Karosserieumbau mit dem 900 PS starken Rocket-V8, den Brabus bereits für den geschlossenen G vorgestellt hat.
Das neue Verdeck war offenbar eine ziemliche Fleißarbeit. Mehr als 500 neu entwickelte Komponenten waren nach Angaben von Brabus erforderlich, um die zweiteilige Konstruktion in die G-Klasse zu integrieren. Das elektrisch betätigte Dach öffnet und schließt innerhalb von 20 Sekunden. Eine beheizbare Sicherheitsglas-Heckscheibe gehört ebenso dazu wie eine maßgeschneiderte Persenning für das zusammengefaltete Verdeck.
Verstärkte Karosserie
Damit die charakteristische Silhouette des Geländewagens erhalten bleibt, haben die Brabus-Ingenieure die Dachkonstruktion mit mehreren zusätzlichen Verstärkungen versehen. Ein Kohlefaser-Flächenspriegel stabilisiert den vorderen Teil des Soft-Tops. Hinter den Hecktüren sitzt ein in die modifizierte Karosserie integrierter Stahlüberrollbügel, der als C-Bow bezeichnet wird und außen mit Sicht-Carbon verkleidet ist. Im geöffneten Zustand verschwindet der hintere Teil des Verdecks hinter den Rücksitzen.
Auch der geschlossene Zustand war bei der Entwicklung wichtiges Thema. Brabus nennt eine Karosseriesteifigkeit auf dem Niveau des geschlossenen Fahrzeugs. Ganz besonders im Blick ist dabei die Dichtheit und Geräuschdämmung. Jedes Fahrzeug muss nach der Fertigstellung mehr als zehn Stunden in der Klimakammer unter Beregnung bestehen, bevor es ausgeliefert wird. Bereits 2025 hatte Brabus mit dem XL 800 Cabrio ein entsprechendes Konzept auf Basis des aktuellen G 63 vorgestellt.
Viel Carbon und rote Zier
Optisch setzt das 900 Rocket Edition Cabrio auf eine Kombination aus mattem und glänzendem Schwarz, Sicht-Carbon und natürlich einer ordentlich verbreiterten Karosserielinie. Die Front erhält eine Brabus-Schürze mit großen Lufteinlässen und Frontspoiler. Dazu kommen ein beleuchteter Kühlergrillrahmen aus Sicht-Carbon, rote Signature-Steifen und ein beleuchtetes Brabus-Emblem. Die Motorhaube trägt den markanten Powerdome, der bereits andere Brabus-G zierte.
Besondere Aufmerksamtkeit in der Seitenansicht verdienen die verbreiterten Kotflügel und vor allem die 24 Zoll großen Platinum-Edition-Räder. Das Design greift das dreispeichige Brabus Monoblock II Styling auf, das erstmals Mitte der 1980er-Jahre verwendet wurde. Die Felgen sind mit Sicht-Carbon-Aero-Blades ergänzt. Vorn drehen sich 10Jx24-Räder mit Reifen der Dimension 295/30 ZR 24, hinten kommen 12Jx24-Felgen mit 345/25 ZR 24 zum Einsatz. Das Brabus RideControl Gewindefahrwerk von KW erlaubt eine Tieferlegung um bis zu 45 Millimeter.
Unter dem Powerdome arbeitet ein deutlich überarbeiteter Achtzylinder. Der serienmäßige 4,0-Liter-V8 wächst auf 4.407 Kubikzentimeter. Dafür vergrößert Brabus die Zylinderbohrung auf 84 Millimeter und kombiniert sie mit Schmiedekolben, Hochleistungspleueln und einer speziell angefertigten Kurbelwelle mit 100 Millimeter Hub. Zwei größere Turbolader erzeugen bis zu 1,4 bar Ladedruck. Hinzu kommen BoostXtra-Ventile, die beim Lastwechsel für das typische Abblasgeräusch sorgen.
900 PS treten an
Das Ergebnis sind 900 PS bei 6.200 U/min und ein maximales Drehmoment von 1.250 Nm bei 2.900 U/min. Im Fahrzeug wird das Drehmoment elektronisch auf 1050 Nm begrenzt. Die Arbeit im Maschinenraum wird von einer Edelstahl-Hochleistungsauspuffanlage unterstützt, deren Abgasklappen sich abhängig vom gewählten Fahrmodus steuern lassen. Zwischen kräftigem V8-Sound und einem zurückhaltenderen Coming-Home-Modus kann der Fahrer damit wählen.
Die Fahrleistungen fallen entsprechend kurzweilig aus: Aus dem Stand erreicht das Cabriolet nach 3,7 Sekunden 100 km/h. Bei 240 km/h wird elektronisch abgeregelt. Die Begrenzung berücksichtigt dabei auch die gewählte Hochleistungsbereifung.
Im Innenraum setzt Brabus auf schwarzes Leder und Alcantara. Die Sitze, Türverkleidungen sowie weitere Bereiche tragen Steppungen im charakteristischen Muschel-Muster. Rote Nähte und Biesen setzen Kontraste, während Schalter, Lüftungsdüsen, Lautsprecherabdeckungen und weitere Elemente in Rocket Red ausgeführt sind. Hochglanzversiegeltes Carbon findet sich unter anderem an den Cockpitblenden und den Pedalauflagen. Der Tachometer reicht bis 300 km/h.
Für Millionäre
Zum Fahrzeug gehören außerdem lederbezogene Schlüssel und eine Brabus Weekender Ledertasche. Eine Spec Plate im Kofferraum integriert einen blockchainbasierten Digital Product Passport, der Informationen zu Authentizität, Eigentum und Fahrzeugspezifikation dokumentiert.
Wer Brabus-Preise kennt, wird hier kaum schlucken: Das Brabus 900 Rocket Edition Cabrio kostet in Deutschland 1.059.980 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Kunden, die sich das leisten können, werden auch den WLTP-Durchschnittsverbrauch von 16,3 Liter kaum erwähnenswert finden.
