Kaufzuschuss von bis zu 9.500 Euro aufs E-Auto
Frankreich beschleunigt den Umstieg aufs Elektroauto. Mit einer dritten Förderwelle des Sozialleasings will die Regierung ab Juni 2026 insgesamt 100.000 E-Autos deutlich vergünstigen.
Die französische Regierung treibt ihre Elektrifizierungsstrategie im Verkehrssektor weiter voran und reagiert damit auf die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs und der Spannungen im Nahen Osten. Zentrales Element ist die Neuauflage des sogenannten Sozialleasings für Elektrofahrzeuge, das ab Juni 2026 in eine dritte Runde gehen soll.
Im Rahmen des Programms sollen insgesamt rund 100.000 Elektroautos zu vergünstigten Leasingkonditionen bereitgestellt werden. Ergänzend plant die Regierung einen Kaufzuschuss von bis zu 9.500 Euro für Elektrofahrzeuge.
Zwei Zielgruppen im Fokus
Das Sozialleasing richtet sich in der neuen Förderperiode an zwei zentrale Gruppen. Zum einen sollen 50.000 Fahrzeuge an sogenannte Vielfahrer vergeben werden, die besonders stark unter den gestiegenen Kraftstoffpreisen leiden. Dazu zählen unter anderem Beschäftigte in Pflegeberufen, Handwerker sowie weitere Berufsgruppen mit hohem Mobilitätsbedarf.
Weitere 50.000 Fahrzeuge sind für Haushalte mit niedrigem Einkommen vorgesehen. Wie bereits in den Vorjahren erfolgt die Vergabe unter Berücksichtigung bestimmter Einkommensgrenzen. Laut ersten Angaben könnten Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von bis zu etwa 2.000 Euro anspruchsberechtigt sein. Die finalen Kriterien stehen jedoch noch aus.
Attraktive Leasingkonditionen
Das Sozialleasing ermöglicht es, ein Elektroauto zu monatlichen Raten von etwa 100 bis 200 Euro über eine Laufzeit von mindestens drei Jahren zu nutzen. In den bisherigen Programmrunden war die Nachfrage hoch: Sowohl 2024 als auch 2025 waren die verfügbaren Kontingente von jeweils rund 50.000 Fahrzeugen innerhalb weniger Wochen beziehungsweise Monate ausgeschöpft.
Für die neue Runde plant die Regierung offenbar eine Ausweitung des Zugangs. So könnten bisherige Anforderungen – etwa eine Mindestfahrleistung von 8.000 Kilometern pro Jahr oder ein täglicher Arbeitsweg von mindestens 15 Kilometern – gelockert werden.
Ergänzende Fördermaßnahmen
Neben dem Leasingprogramm verfolgt die Regierung einen breiteren Förderansatz. Dazu gehört ein Kaufbonus von bis zu 9.500 Euro für Elektrofahrzeuge. Zudem ist ein separates Förderprogramm für Berufstätige vorgesehen, die Firmenfahrzeuge nutzen, aber nicht für das Sozialleasing infrage kommen. In diesem Bereich könnten Subventionen von bis zu 100.000 Euro pro Fahrzeug gewährt werden.
Die französische Regierung begründet ihre Strategie sowohl mit energiepolitischen als auch mit wirtschaftlichen Argumenten. Elektrofahrzeuge verursachen im Betrieb deutlich geringere Kosten als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Nach Regierungsangaben liegen die Kosten für 100 Kilometer Fahrstrecke bei etwa zwei bis drei Euro für Elektroautos, gegenüber rund elf Euro bei Dieselfahrzeugen.
Langfristig soll die Maßnahme auch die Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren und gleichzeitig die heimische Automobilindustrie stärken. Ziel ist es, dass bis 2030 zwei von drei Neuwagen in Frankreich elektrisch betrieben werden. Parallel dazu sollen die inländischen Hersteller ihre Produktion deutlich ausweiten.
