Elektro-Sportler Concept C kommt in zwei Jahren
Audi-Chef Gernot Döllner macht es jetzt offiziell: Die Produktion des in der Serienversion wohl "C-Sport" genannten Concept-C startet in zwei Jahren. Ein möglicher Porsche-Ausstieg aus der gemeinsamen Entwicklungsarbeit lässt Audi kalt.
Audi-Chef Gernot Döllner hat jetzt auch offiziell eine künftige Serienproduktion des Concept-C bestätigt. Die Fertigung des von einigen Medien C-Sport genannten Modells soll in zwei Jahren beginnen. Damit verkündet Döllner das nach außen, womit er bereits Mitte Februar in Form eines internen Briefes seinen Mitarbeitern Mut gemacht hatte.
Döllner gilt als glühender Fan des Concept-C. Das Modell steht für einen Neuanfang und soll für Audi eine neue Außen- und Innendesign-Ära sowie eine neue Technologie-Epoche eröffnen. Für Audi soll es anscheinend ein bisschen das sein, was der Tesla Roadster für Tesla war – eine begehrenswerte Maschine aus einer beinahe futuristischen Technologie-Welt. Der Audi-Chef und Ex-Porsche-Entwickler soll aktuell einen Prototyp des Concept-C viel und mit großer Freude fahren. Ob Porsche weiterhin in die finale Entwicklung des Sportwagens eingebunden ist, scheint für Döllner keine Rolle mehr zu spielen – Audi zieht das Projekt zur Not autark durch.Brief an Belegschaft
Nach Berichten des "Donau Kuriers" hatte sich Audi-Chef Gernot Döllner zuvor in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter gewandt, um Gerüchten um das Prestigeprojekt C-Sport (diesen Namen für die Serienversion bringt der "Donau Kurier" ins Spiel) entgegenzutreten. Hintergrund sind strategische Veränderungen bei Porsche, die Zweifel an der gemeinsamen Plattformbasis aufkommen ließen. Döllners Botschaft war allerdings fest entschlossen: Der für 2027 geplante Elektro-Sportwagen ist nicht gefährdet.
Plattformlieferung "nicht infrage gestellt"
Im Zentrum der Spekulationen steht die technische Basis des Fahrzeugs. Der Audi C-Sport nutzt die Plattform, die Porsche für die nächste Generation des 718 entwickelt – eine weiterentwickelte PPE-Architektur (Premium Platform Electric) innerhalb des Volkswagen-Konzerns. "Ich will unterstreichen, dass die Lieferung der Plattform seitens Porsche nicht infrage steht", schreibt Döllner, früher selbst in leitender Funktion bei Porsche, laut "Donau Kurier". Die Zusammenarbeit zwischen beiden Marken sei weit fortgeschritten und erfolge "in guter Kooperation zwischen Team Porsche und Team Audi".
Auslöser der Debatte war ein Wechsel an der Spitze von Porsche. Anfang Januar übernahm Michael Leiters die Führung von Volkswagen-Chef Oliver Blume, der zuvor beide Unternehmen in Personalunion geleitet hatte.
Mit der neuen Führung steht unter anderem das bisherige rein elektrische 718-Konzept zur Überprüfung. Sollte Porsche hier strategische Anpassungen vornehmen, hätte das potenziell Auswirkungen auf gemeinsame Entwicklungsprojekte.
C-Sport als strategisches Schlüsselmodell
Der C-Sport ist für Audi mehr als ein weiteres Elektromodell. Die Ingolstädter haben das Konzeptfahrzeug im vergangenen Herbst vorgestellt – es trägt erstmals vollständig die Handschrift des neuen Chefdesigners Massimo Frascella. Seine Formensprache soll die Marke in den kommenden Jahren prägen.
Produziert werden soll das Serienmodell ab 2027 in den Böllinger Höfen in Heilbronn. Innerhalb des Unternehmens gilt der C-Sport als kommende Ikone – Döllner soll ein großes persönliches Interesse an dem Projekt haben. Gerade in einer Phase der Modelloffensive, Neustrukturierung und Effizienzprogramme sendet der Vorstandschef damit ein klares Signal: Strategisch wichtige Leuchtturmprojekte stellt er nicht infrage.
Konzernstrategie bleibt im Fluss
Die Plattformfrage ist dennoch Teil eines größeren Bildes. Ab 2028 soll im Volkswagen-Konzern eigentlich die skalierbare SSP-Architektur (Scalable Systems Platform) dominieren. Gleichzeitig verlängert sich die Lebensdauer von Verbrennungsmotoren über die bisherigen Planungen hinaus.
Vor diesem Hintergrund ist Döllners interne Klarstellung ein Stabilitätsanker, der den Audi-Beschäftigten Zuversicht vermitteln soll. Selbst wenn Porsche sein eigenes Elektro-Sportwagenkonzept neu justieren sollte, scheint Audi entschlossen, den C-Sport notfalls auf vorwiegend eigene Kosten abzusichern.
