"Die Höhle der Löwen": Frank Thelen fällt vernichtendes Urteil
Große Erwartungen und noch viel größere Ernüchterungen gibt es gleich ganz zu Beginn der neuesten Folge von "Die Höhle der Löwen" (montags, 20:15 Uhr, VOX oder RTL+). Es geht um ein Einhorn, das Badeschaum pupst. "Schaumpo" soll an den Duschschlauch geschraubt und mit Schaummittel befüllt werden, damit das Gerät dann mit Wasserdruck Schaum erzeugt. Die Löwen sind von der Idee begeistert und freuen sich auf die Demonstration. Doch das Gerät hat gar nicht die Form eines Einhorns, sondern ist eine bunte Handbrause. Und auch der angekündigte Pups-Schaum fällt deutlich weniger üppig aus als erhofft. Von Schaumparty keine Spur.
Die Enttäuschung ist den Investoren ins Gesicht geschrieben. "Wir sind noch ganz am Anfang", verteidigt Erfinder Sebastian Wild (40) seinen Prototypen aus dem 3D-Drucker. Doch vor allem Frank Thelen (50) fällt ein vernichtendes Urteil: "Das ist eines der schlechtesten Produkte, die ich hier jemals gesehen habe." Auch die anderen Löwen können der Idee wenig abgewinnen. Einer nach dem anderen steigt aus - verbunden mit einem unmissverständlichen Rat: "Hör auf damit!"
Klebrige Kugel sagt Krümeln den Kampf an
Als Nächstes präsentieren Susanne (50) und Bernd Schmekel (52) ihre "Sauberkugel" - eine kleine, klebrige Kugel, die in der Handtasche laufend Krümel, Sand und Staub aufnimmt. Aber auch für schwer erreichbare Stellen wie die Mittelkonsole des Autos oder die Tastatur des Laptops hat das Gründer-Ehepaar mit dem "Saubergeist" eine Lösung parat. Was die Löwen besonders beeindruckt: Bereits 1,5 Millionen Sauberkugeln hat das Start-up nach eigenen Angaben international verkauft und damit rund 8 Millionen Euro Umsatz erzielt.
Die Investoren sind begeistert. "Warum braucht ihr denn überhaupt unsere Hilfe?", wundert sich Frank Thelen. Das Problem: Das Start-up hat so viele Anfragen, dass die Produktion der Nachfrage hinterherhinkt. Außerdem fehlt es an Angestellten und Marketing-Know-how. Für 250.000 Euro bieten Susanne und Bernd Schmekel zunächst zehn Prozent ihrer Firmenanteile an. Gleich drei Löwen zeigen Interesse: Andreas Herb bietet 250.000 Euro für zunächst 25,1 Prozent und reduziert seine Forderung später auf 20 Prozent. Judith Williams und Ralf Dümmel bieten jeweils 200.000 Euro für 20 Prozent. Letzterer sagt: "Was ihr beide bis heute erreicht habt, dafür habe ich den allergrößten Respekt. Euer Produkt ist der absolute Hammer." Das Paar gibt zu, dass es bereits vor der Show einen Favoriten hatte: "Unsere Kinder wollen Ralf Dümmel. Und darum entscheiden wir uns für dich!"
"Kracher-Produkt und Kracher-Bewertung"
Viktor Dik (38) und Markus Schnauer (40) konzipierten eine Art Schlafkugel, die mit Licht, Klängen und Entspannungsübungen beim Ein- und Aufwachen helfen soll. Meditationen, Atemübungen und rotes Licht sollen das Einschlafen erleichtern, morgens simuliert rot-gelbes Licht einen Sonnenaufgang. Die dazugehörige App dokumentiert die persönliche Schlafroutine. Neu-Löwe Johannes Kliesch (32) kennt "Loume" bereits: "Meine Frau hat das letzte Woche gekauft."
Die Investoren sind vom Produkt zwar angetan, sehen aber ein Problem in der Konkurrenz: Auf dem internationalen Markt gibt es bereits Anbieter mit ähnlichen Schlaf- und Einschlafhilfen. Hinzu kommt die hohe Bewertung. Für 350.000 Euro bietet das Start-up nur zehn Prozent der Firmenanteile an.
"Das ist ein Kracher-Produkt, aber auch eine Kracher-Bewertung", sagt Janna Ensthaler (42) und macht eine Umfrage unter den Löwen: "Wer findet die Bewertung zu hoch?" Alle heben die Hand. Sie mag nicht verhandeln und steigt als Erste aus. Die anderen tun es ihr gleich, bis nur noch Kliesch übrig bleibt, der das Produkt zu Hause hat. Er ruft kurzerhand seine Frau an, um eine Einschätzung zu erhalten. Sie sagt live in der Sendung, dass sie Loume noch nicht weiterempfehlen würde. Damit ist die Entscheidung auch bei Kliesch gefallen. Trotz eines soliden Produkts gibt es keinen Deal.
Von der Gast-Löwin zur Gründerin
Influencerin Diana zur Löwen (31) saß 2022 selbst als Investorin bei "DHDL". Nun kehrt sie auf die andere Seite zurück: Gemeinsam mit ihrer Mitgründerin Rebecca Linneweber und Zahnärztin Julia von Wolff stellt sie das Berliner Unternehmen "Artem oral care" vor. Das Trio setzt auf eine moderne Zahnpflege, die Mundgesundheit, Mikrobiom und Ästhetik miteinander verbinden soll.
Das Zahnpasta-Duo hat allerdings seinen Preis: 39,90 Euro kostet es im Verkauf. "Das kannst du in der Drogerie vergessen", urteilt Ralf Dümmel. Zur Löwen erklärt, den Preis künftig auf unter zehn Euro drücken zu wollen. In den ersten sechs Monaten hat das Start-up nach Angaben der Gründerinnen bereits rund 196.000 Euro Umsatz erzielt. Nun wollen die Gründerinnen 300.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.
Ralf Dümmel und Frank Thelen steigen aufgrund bestehender Investments im Zahnpflegebereich aus. Judith Williams will den Gründerinnen eine Chance geben und bittet um ein neues Angebot. Daraufhin bietet das Trio 20 Prozent der Firmenanteile für 400.000 Euro an. Für Williams reicht das jedoch nicht, auch Andreas Herb steigt aus. Als letzte Löwin zeigt Janna Ensthaler Interesse, doch auch mit ihr kommt keine Einigung zustande. Diana zur Löwen und ihre Mitgründerinnen verlassen die Show ohne Deal.
Überraschungsreisen für eine halbe Million Euro
Die Suche nach dem perfekten Urlaub kann schnell zur stunden- oder tagelangen Recherche werden. Kevin Kiesewetter (36) und Jannis Jäger (42) nehmen ihren Kunden diese Arbeit ab. Mit ihrer Firma "blookery" haben sie sich auf Überraschungsreisen spezialisiert. Nutzer geben Abflughafen, Reisezeitraum, Budget und persönliche Vorlieben an, "blookery" stellt einen passenden Städtetrip zusammen - das Reiseziel bleibt bis zum Schluss geheim. Im vergangenen Jahr erzielte die Firma laut eigenen Angaben rund eine Million Euro Umsatz. Nun wollen die Jungunternehmer weiter wachsen und brauchen für zwölf Prozent der Firmenanteile eine halbe Million Euro.
Dümmel steigt als Erster aus - eine App fällt nicht in das Metier des Handelsprofis. Judith Williams und Carsten Maschmeyer folgen, weil sie Zweifel am finanziellen Potenzial haben. Auch Frank Thelen winkt ab: "Die Zeit ist hart für Apps. Mit KI kann jeder sowas nachbauen." Damit bleibt nur noch Johannes Kliesch. Und der macht ein überraschendes Angebot: "Ich gebe euch die halbe Million. Aber ich will 40 Prozent Anteile." Deutlich mehr als die angebotenen zwölf Prozent. Nach kurzem Zögern lassen sich die Gründer darauf ein. Kliesch kann es selbst kaum glauben: "So schnell habe ich noch nie eine halbe Million ausgegeben."