Tödlicher Reitunfall bei Royal Windsor Horse Show erschüttert Charles
Ein tragischer Vorfall überschattete die Royal Windsor Horse Show: Am Freitagabend verlor ein Militärreiter der King's Troop Royal Horse Artillery sein Leben. Der Soldat stürzte gegen 19 Uhr von seinem Pferd - unmittelbar nachdem er die Arena verlassen hatte, in der er wenige Augenblicke zuvor vor König Charles III. (77) und weiteren Royals aufgetreten war. Trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen verstarb der Mann noch an der Unglücksstelle, wie "Mail Online" unter Berufung auf die Thames Valley Police mitteilte.
Die Familie des Verstorbenen wurde in Kenntnis gesetzt und erhält Unterstützung. Die Polizei klassifiziert den Todesfall als ungeklärt, sieht jedoch keine verdächtigen Umstände. Gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium, dem Defence Accident Investigation Branch und den Veranstaltern werden die Umstände untersucht.
König Charles: "Tief erschüttert und zutiefst traurig"
Vom Buckingham-Palast kam unmittelbar eine offizielle Reaktion: König Charles sei "tief erschüttert und zutiefst traurig" über den Verlust des Soldaten. Er wolle persönlich Kontakt zur Familie aufnehmen, um sein Beileid zu bekunden. Ein Palastsprecher betonte dabei, dass der Monarch und andere Mitglieder der Königsfamilie zwar während des Vorfalls in der Arena gewesen seien, vom gesamten Ausmaß des Geschehens aber erst später erfuhren. "Die Gedanken und das tiefste Mitgefühl der gesamten Königsfamilie gelten den Angehörigen und militärischen Kameraden des Opfers in dieser Zeit der Trauer", hieß es in der Mitteilung.
Am Samstagmorgen besuchte Charles den dritten Tag der Veranstaltung und traf gemeinsam mit dem Herzog und der Herzogin von Edinburgh auf Angehörige der King's Troop - ein Treffen, das vom Unglück des Vorabends geprägt war.
Veranstaltung läuft weiter - ohne die King's Troop
Die Royal Windsor Horse Show wird trotz des Unglücks planmäßig fortgesetzt. Die einzige Änderung: Der Auftritt der King's Troop Royal Horse Artillery wurde aus dem Programm genommen. Eventdirektorin Jo Peck von HPower erklärte: "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten der Familie des Soldaten, der gestern so tragisch ums Leben gekommen ist."
Chief Superintendent Michael Loebenberg von der Thames Valley Police bat Zeugen, sich unter der Telefonnummer 101 mit Referenznummer 521 zu melden: "Wir appellieren an alle, die Informationen oder Material zu dem traurigen Tod eines Militärreiters haben, sich bitte bei uns zu melden." Die Ermittler hätten bisher keine Anhaltspunkte für verdächtige Umstände festgestellt.
Eine königliche Tradition seit Jahrzehnten
Die Royal Windsor Horse Show nimmt für die britische Königsfamilie einen besonderen Stellenwert ein - sie gilt als echte Herzensangelegenheit. Die verstorbene QueenElizabeth II. (1926-2022) soll das Event als ihren liebsten Jahrestermin betrachtet haben.
Seit der Premiere 1943 - damals gegründet zur Unterstützung der Kriegsanstrengungen im Zweiten Weltkrieg - gehört die Pferdeshow fest zum royalen Kalender. Bei der ersten Austragung waren König George VI., Queen Mum sowie die beiden jungen Prinzessinnen Elizabeth und Margaret anwesend.
Auch dieses Jahr zeigen die Royals großes Interesse: Neben König Charles sind Prinzessin Anne und Prinz Edward seit dem Auftakt am Donnerstag vor Ort. Lady Louise Windsor, die 22-jährige Nichte des Königs, unterstützt die Veranstaltung hinter den Kulissen im Concierge-Service und wird am Sonntag am Kutschfahrwettbewerb teilnehmen - eine Tradition, die sie von ihrem Großvater Prinz Philip übernommen hat, der ihr das Kutschfahren beigebracht hatte.