Prinz Andrew: Royale Beisetzung trotz Epstein-Skandal geplant?
Andrew Mountbatten-Windsor (66) musste seine Titel abgeben, seine Ehrenämter räumen und seinen Platz im inneren Zirkel der Königsfamilie aufgeben. Dennoch steht er offenbar weiterhin auf einer vertraulichen Liste der britischen Regierung - was nun für erheblichen Wirbel sorgt.
Der jüngere Bruder von König Charles III. (77) ist laut Recherchen der "Mail on Sunday" nach wie vor in einem geheimen Verzeichnis gelistet, das Royals eine hochrangige Bestattung zusichert. Hochrangige Regierungsquellen aus Whitehall bestätigten dies gegenüber der Zeitung.
Die Hintergründe der "Bridge"-Planungen
Grundlage sind die sogenannten "Bridge"-Pläne, die sämtliche Abläufe royaler Trauerfeiern weit im Voraus minutiös festlegen. Die Beerdigung von Queen Elizabeth II. wurde 2022 unter dem Codenamen "Operation London Bridge" durchgeführt, die ihres Gatten Prinz Philip (1921-2021) trug die Bezeichnung "Operation Forth Bridge".
Für Andrews Planungen im Todesfall zeichnet dem Bericht zufolge weiterhin das britische Kabinettsbüro verantwortlich, das die Dokumente trotz der Skandale fortlaufend aktualisiert. 2025 hatte König Charles III. seinem Bruder sowohl die Anrede "Königliche Hoheit" als auch den Prinzentitel aberkannt.
Trauerfeier auf Schloss Windsor?
Wie die Zeremonie konkret ablaufen soll, bleibt offen. Royal-Experten rechnen mit einem Gottesdienst in der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor, wo bereits Queen Elizabeth II. und Prinz Philip betrauert wurden. Beigesetzt würde Andrew demnach auf dem Royal Burial Ground in Frogmore, einem 33 Hektar großen Privatfriedhof im Windsorer Home Park. Dort ruht auch Edward VIII., der 1936 abdankte, um Wallis Simpson zu ehelichen.
Unklar bleibt zudem, wer den Sarg tragen würde. Diese Aufgabe übernehmen üblicherweise Soldaten jener Regimenter, denen die Verstorbenen angehörten. Andrew verlor seine Militärtitel im Zuge des Epstein-Skandals, diente jedoch in der Royal Navy und flog im Falklandkrieg als Co-Pilot eines Sea-King-Hubschraubers.
"Das muss ein Versehen sein"
Die Kritik an der Fortführung der Pläne ließ nicht lange auf sich warten. Die US-Anwältin Gloria Allred, die 27 Opfer des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein vertrat, erklärte: "Andrew hat durch seine Verbindung zu Jeffrey Epstein Schande über die königliche Familie und das Vereinigte Königreich gebracht." Und weiter: "Welches Signal würde eine solche Zeremonie an Epsteins Opfer senden?"
Auch aus politischen Kreisen kommt Widerstand. "Es gibt keine Umstände, unter denen Andrew ein königliches Begräbnis zugestanden werden sollte", betonte die konservative Abgeordnete Alicia Kearns. Norman Baker, ehemaliger Regierungsminister und Experte für royale Finanzen, äußerte sich noch drastischer: "Das muss ein Versehen sein. Mr. Mountbatten-Windsor ist ein Bürgerlicher und sollte keinesfalls ein königliches Begräbnis erhalten."