Marius Borg Høiby: Hausarrest mit Fußfessel bei Mette-Marit
Marius Borg Høiby (29) darf die nächsten vier Wochen mit einer elektronischen Fußfessel auf dem Anwesen Skaugum in Untersuchungshaft verbringen. Das entschied das Bezirksgericht Oslo am Montag, wie mehrere norwegische Medien berichten, darunter die Rundfunkanstalt NRK und die Tageszeitung "Dagbladet". Der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) habe den Beschluss akzeptiert.
Verlässt Høiby bald das Gefängnis?
Allerdings plant die Staatsanwaltschaft, gegen die Gerichtsentscheidung Berufung mit aufschiebender Wirkung einzulegen. Dafür bleibt ihr bis zum 14. Juli um 12:00 Uhr Zeit. Ob und wann Høiby das Gefängnis tatsächlich verlassen kann, ist daher vorerst ungewiss.
Bereits in der Vorwoche hatte die Staatsanwaltschaft gefordert, die Untersuchungshaft des 29-Jährigen um vier weitere Wochen zu verlängern. Als Begründung führte sie Wiederholungsgefahr an. Høibys Anwalt Petar Sekulic nannte diese Einschätzung kaum nachvollziehbar.
Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Am 15. Juni verurteilte ihn das Bezirksgericht Oslo unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen, Körperverletzung und Misshandlung in einer engen Beziehung zu vier Jahren Gefängnis. Von zwei weiteren Vergewaltigungsanklagen sprach ihn das Gericht frei. Da Høiby Teile des Urteils angefochten hat, ist dieses noch nicht rechtskräftig. Seit der Urteilsverkündung ist er im Gefängnis Ila in Bærum inhaftiert.
Persönlicher Auftritt vor dem Bezirksgericht
Wie "Dagbladet" berichtet, erschien Høiby am Montag selbst vor Gericht. Bezirksrichterin Lise Bogen Behrens verfügte, dass er die kommenden vier Wochen unter elektronischer Aufsicht auf Skaugum verbringen darf. Sein Verteidiger Petar Sekulic erklärte, sein Mandant sei mit dem Beschluss zufrieden, obwohl er eigentlich eine vollständige Entlassung angestrebt habe. Høiby müsse nun bei seiner Mutter Mette-Marit sein. Zwar habe es Besuche gegeben, die er sehr geschätzt habe, angesichts ihres Gesundheitszustands solle er sie aber auch im Alltag unterstützen.
Die Verteidigung hatte bereits zuvor beantragt, dass Høiby seine Untersuchungshaft mit elektronischer Fußfessel auf Skaugum verbüßen darf. Das Gericht wies dies zunächst zurück. Mette-Marit hatte 2018 öffentlich bekanntgegeben, an chronischer Lungenfibrose erkrankt zu sein. Nachdem sich ihr Zustand zuletzt erheblich verschlechtert hatte, wurde im Juni eine Lungentransplantation durchgeführt. Der Eingriff sei den Angaben zufolge erfolgreich verlaufen.