König Harald V. von Norwegen ist tot - Haakon wird König
Norwegens König Harald V. ist tot. Der Monarch starb mit 89 Jahren im Rikshospital in Oslo. Diese Nachricht verkündete das Königshaus am Freitagmorgen auf seiner offiziellen Webseite. "Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Seine Majestät König Harald verstorben ist. König Harald ist am Freitag, dem 28. August, um 6:35 Uhr im Universitätsklinikum Oslo (Rikshospitalet) friedlich eingeschlafen."
Fast die gesamte königliche Familie hatte sich in den Stunden vor seinem Tod an seinem Krankenbett versammelt. Am Donnerstagmorgen, unmittelbar nachdem der Palast den Zustand des Monarchen als "sehr ernst" eingestuft hatte, trafen nacheinander Fahrzeuge am Rikshospitalet ein. Kronprinz Haakon (53) und Kronprinzessin Mette-Marit (53) erschienen laut übereinstimmenden Medienberichten nahezu zeitgleich mit Königin Sonja (89). Wenig später folgten die Enkelkinder Ingrid Alexandra (22) und Sverre Magnus (20), außerdem Prinzessin Astrid (94), die ältere Schwester des Königs. Sein Sohn verbrachte auch die letzte Nacht an seinem Bett.
Ebenfalls ins Krankenhaus kam Marius Borg Høiby (29), wie der dänische Sender TV 2 berichtete. Der Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung ist kein Mitglied des Königshauses und führt keinen Adelstitel.
Bereits am vorangegangenen Wochenende hatten sich die Familienmitglieder am Krankenhaus abgelöst. Neben Sonja, Astrid und dem Kronprinzenpaar besuchte auch Prinzessin Märtha Louise (54) ihren Vater. Am Montag kehrte Haakon zurück und verweilte bis zum frühen Nachmittag.
Zehn Tage zwischen Hoffen und Bangen
Harald war am Montag, dem 17. August, nach einer ärztlichen Untersuchung eingewiesen worden. Die Ursache kommunizierte der Hof ungewöhnlich transparent: Über Wochen hatten Mediziner den König wegen einer hämolytischen Anämie mit Kortison behandelt, einer speziellen Form der Blutarmut. Das Präparat verursachte Wassereinlagerungen im Körper, die eine stationäre Behandlung erforderten. Zunächst war von zwei Wochen Krankschreibung die Rede.
Am Abend des 23. August vermeldete der Palast eine erste Verschlechterung. Im Blut des Monarchen hatten Ärzte Bakterien festgestellt, er erhielt Antibiotika und reagierte positiv darauf. Kurz darauf folgte eine vorsichtige Entwarnung: keine wesentlichen Veränderungen, der Zustand sei stabil. Am Donnerstagmorgen wendete sich die Situation. Der Hof teilte mit, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert und sei "sehr ernst". Königin Sonja und Kronprinz Haakon sagten sämtliche Termine ab.
Haakon hatte bereits die Regentschaft inne
Offizielle Staatsgeschäfte hatte Harald zuletzt nicht mehr wahrgenommen. Seit dem 17. August vertrat ihn sein Sohn als Kronprinzregent. Diese Regentschaft endet mit dem Tod des Vaters. Haakon ist nun unmittelbar Staatsoberhaupt, voraussichtlich als König Haakon VIII. Eine Thronvakanz sieht die norwegische Verfassung nicht vor.
Eine Krönung des neuen Königs findet nicht statt. Vorgesehen ist ein Eid auf die Verfassung vor dem Parlament, dem Storting. Mette-Marit wird dadurch zur Königin, Ingrid Alexandra rückt als Kronprinzessin auf Position eins der Thronfolge vor, ihr Bruder Sverre Magnus auf Position zwei.
Über 35 Jahre an der Spitze Norwegens
Harald hatte den Thron am 17. Januar 1991 bestiegen, nach dem Tod seines Vaters Olav V. Zuletzt war er mit 89 Jahren der älteste amtierende Monarch in Europa.
Gesundheitliche Probleme begleiteten ihn seit mehr als zwei Jahrzehnten. 2003 erhielt er die Diagnose Blasenkrebs, 2005 folgte eine Herzoperation, 2020 wurde eine neue Herzklappe eingesetzt. Nach einer Infektion während eines Malaysia-Urlaubs bekam er 2024 einen Herzschrittmacher. Im Februar dieses Jahres musste er wegen einer Infektion auf Teneriffa ins Krankenhaus.