König Charles: Ventilator-Kühlung bei Hitzerekord im Palast
Die Szene entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Gerade bei einer Veranstaltung zum Thema Klimaschutz kamen sämtliche Teilnehmer mächtig ins Schwitzen - auch König Charles (77). Während Großbritannien einen historischen Temperaturrekord verzeichnete, benötigte der im Anzug gekleidete Monarch bei einem Empfang im Londoner St-James-Palast zusätzliche Kühlung: Aufnahmen dokumentieren, wie ein Bediensteter ihm einen kleinen elektrischen Ventilator direkt vors Gesicht hielt, während er sich mit den Gästen unterhielt.
Der Mann mit dem kühlenden Gerät war der Master of the Household, der pensionierte Vizeadmiral Tony Johnstone-Burt. Seine Abteilung koordiniert die Empfänge in sämtlichen königlichen Residenzen. Charles hatte zu dem Anlass Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft sowie der internationalen Klimadiplomatie eingeladen - thematisch passend zu dem umweltbezogenen Event.
Historisches Gebäude ohne Klimatisierung
Die Verhältnisse waren erdrückend: Das Bauwerk besitzt laut "The Independent" keine Klimaanlage, weshalb große Ventilatoren im Raum aufgestellt waren und Dutzende klassischer Handfächer verteilt wurden. Einige Gäste wischten sich den Schweiß von der Stirn, viele fächelten sich Luft zu - bei geschlossenen Fenstern und zugezogenen Vorhängen herrschte kaum Luftbewegung.
Der Mittwoch markierte den wärmsten Junitag in der Geschichte Großbritanniens: Mit vorläufig gemessenen 35,8 Grad Celsius wurde der bisherige Höchstwert aus dem Sommer 1976 übertroffen.
Miliband: "Das war früher nicht normal"
Der Empfang war Teil der London Climate Action Week. Energieminister Ed Miliband (56) eröffnete seine Ansprache mit "Sicherheitshinweisen" und machte auf eine bereitstehende Krankenschwester sowie einen ruhigeren Raum aufmerksam. "Allein die Tatsache, dass wir das hier im Vereinigten Königreich im Juni tun müssen, sagt einiges über die Umstände aus, in denen wir uns befinden", erklärte der Minister.
"Das war früher nicht normal, aber leider ist es jetzt die neue Normalität", äußerte Miliband demnach. Sollte die Menschheit nicht zeitnah handeln, könnte dieser Sommer womöglich der kühlste im Vergleich zu den kommenden Jahren sein - ein beunruhigendes Zukunftsszenario.
Die Verringerung von Methan und anderen sogenannten Super-Schadstoffen zähle zu den wichtigsten und effektivsten Maßnahmen gegen die Klimakrise. Das vom Ministerium für Energiesicherheit und Netto-Null organisierte Treffen sollte diesen Kampf vorantreiben; auch Barbados' Premierministerin Mia Mottley (60) und UN-Generalsekretär António Guterres (77) hielten Ansprachen.