König Charles III. leitet erstmals historische Ritterorden-Zeremonie
König Charles III. (77) hat erstmals seit seiner Thronbesteigung die Weihe- und Gedenkfeier des Order of St. Michael and St. George angeführt. Am Donnerstag kamen die Mitglieder des ehrwürdigen Ritterordens in der Londoner St. Paul's Cathedral zusammen - der Monarch stand dabei im Zentrum einer besonders festlichen Zeremonie, wie unter anderem "The Standard" berichtet.
Bereits auf den Weststufen der Kathedrale begann das Zeremoniell: Mit einer Fanfare kündigten Staatstrompeter die Ankunft des Königs an. Dame Susan Langley (62), Lady Mayor der City of London, empfing Charles vor dem Portal, ehe er in einen blauen Umhang gekleidet das Kircheninnere betrat. Dort erwartete ihn der Herzog von Kent (90), ein Cousin der verstorbenen Queen und Großmeister des Ordens.
Traditionsreicher Orden mit langer Geschichte
Die etwa einstündige Zeremonie ging weit über eine reine Pflichtveranstaltung hinaus. Charles durchschritt das Kirchenschiff begleitet vom Chor, der königlichen Leibgarde - dem Honourable Corps of Gentlemen at Arms - sowie der Lady Mayor. Vor dem Altar unter der Kuppel sprach der König die Worte: "Gedenken wir vor Gott der kürzlich verstorbenen Ordensmitglieder." Daraufhin wurden die Namen der seit der letzten Feier verstorbenen Mitglieder verlesen. Zum Abschluss erklang erneut eine Fanfare, die Anwesenden sangen die Nationalhymne, und der König verließ das Gotteshaus.
Der Order of St. Michael and St. George ehrt Persönlichkeiten, die sich in einem fremden Land oder im Rahmen von Commonwealth- und Auslandsangelegenheiten besonders hervorgetan haben. Die Auszeichnungen werden jährlich vom König auf Vorschlag des Premierministers verliehen. Der Orden zählt zu den bedeutendsten britischen Ehrenzeichen für diplomatische und außenpolitische Leistungen.
Seine Gründung geht auf das Jahr 1818 zurück, als der Prinzregent und spätere König Georg IV. (1762-1830) ihn ins Leben rief. Damals wurden die Ionischen Inseln unter britischen Schutz und Malta unter britische Souveränität gestellt. Ursprünglich sollte die Auszeichnung Bürger dieser Regionen für ihre Verdienste ehren. Die Weihe- und Gedenkfeier in der St. Paul's Cathedral findet üblicherweise alle vier Jahre statt.