Haakon und Mette-Marit: Sie feiern 25. Hochzeitstag
Am 25. August 2001 gaben sich Kronprinz Haakon von Norwegen (53) und Mette-Marit (53) im Osloer Dom das Jawort - gegen erhebliche Widerstände. Welche Prüfungen das Paar in den folgenden Jahrzehnten erwarten würden, konnte damals niemand ahnen. Gemeinsam meisterten sie seither zahlreiche Krisen. Aktuell steht vor allem die Gesundheit der Kronprinzessin im Mittelpunkt, während gleichzeitig Fragen zur Zukunft der norwegischen Monarchie immer drängender werden.
Die Liebe begann auf einem Musikfestival
Zwei Jahre vor der Trauung, bei der die Braut ein schlichtes Kleid des norwegischen Designers Ove Harder Finseth trug, begegneten sich die beiden erstmals auf dem Quart-Festival in Mette-Marits Heimatstadt Kristiansand. Der Kronprinz soll von der selbstbewussten und lebensfrohen Frau sofort fasziniert gewesen sein. Allerdings stieß Mette-Marit nicht überall auf Begeisterung - sie hatte bereits einen kleinen Sohn (Marius Borg Høiby, heute 29) und ihr wurde eine turbulente Vergangenheit nachgesagt.
Haakon jedoch hatte die Frau seines Lebens gefunden. Auch seine Eltern, König Harald V. (89) und Königin Sonja (89), nahmen Mette-Marit rasch herzlich auf. So verkündete das Paar am 1. Dezember 2000 trotz aller Kritik seine Verlobung. Unmittelbar vor der Hochzeit entschuldigte sich Mette-Marit bei einer Pressekonferenz öffentlich für ihre früheren Fehler.
Dieser mutige Auftritt brachte ihr große Anerkennung ein. In den Folgejahren eroberte die junge Kronprinzessin die Herzen der Norweger - nicht zuletzt durch ihren Einsatz für Literatur, Umweltschutz und psychische Gesundheit. Besonders beeindruckte, wie harmonisch Mette-Marit und Haakon auch in Krisenzeiten zusammenstehen: etwa nach dem verheerenden Anschlag auf der Insel Utøya am 22. Juli 2011, bei dem die Kronprinzessin ihren Stiefbruder Trond Berntsen verlor. Auch die Negativschlagzeilen um Haakons Schwester Märtha-Louise (54) belasteten die Familie - nach ihrer Verlobung mit dem umstrittenen Schamanen Durek Verrett (51) zog sich die Prinzessin 2022 von ihren royalen Pflichten zurück.
Verurteilung von Sohn Marius und Kontakte zu Jeffrey Epstein
In jüngster Zeit sah sich Mette-Marit erneut verstärkter Kritik ausgesetzt. Ihr Sohn Marius Borg Høiby wurde im Juni von einem Osloer Gericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt - unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung und Körperverletzung. Das Urteil ist nach eingelegter Berufung noch nicht rechtskräftig. Zusätzlich geriet die Kronprinzessin wegen früherer Begegnungen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) in die Schlagzeilen. In norwegischen Medien diskutierten Experten daraufhin, ob Mette-Marit überhaupt zur Königin werden sollte.
Die größte Belastung für das Kronprinzenpaar war zuletzt jedoch der Gesundheitszustand der dreifachen Mutter. Ihre chronische Lungenfibrose hatte sich derart verschlimmert, dass eine Lungentransplantation unumgänglich wurde. Am 17. Juni verkündete der Palast den erfolgreichen Verlauf des Eingriffs. Am 14. Juli folgte die Nachricht, dass Mette-Marit das Krankenhaus verlassen hatte und sich auf dem Anwesen Skaugum erholt. Die Kronprinzessin muss ein mehrmonatiges Rehabilitationsprogramm durchlaufen und wird längere Zeit keine offiziellen Termine wahrnehmen können.
Kronprinz Haakon trägt damit eine enorme Last. Neben der Sorge um seine Frau drängt sich die Frage nach der Zukunft der Monarchie auf. Seine Eltern haben ebenfalls seit Längerem mit verschiedenen Gesundheitsproblemen zu kämpfen und werden im kommenden Jahr 90. Aktuell wird König Harald wegen einer bakteriellen Infektion im Blut im Krankenhaus behandelt. Schon in der Vergangenheit vertrat der Thronfolger seinen Vater regelmäßig bei Terminen. Wie lange kann Harald V. noch als norwegischer König agieren - und wie lange kann Haakon die doppelte Belastung tragen?
Prinzessin Ingrid Alexandra soll künftig einspringen
Große Erwartungen ruhen auf Prinzessin Ingrid Alexandra (22), dem ältesten gemeinsamen Kind von Mette-Marit und Haakon. Sie wird ihren Vater eines Tages auf dem Thron beerben und soll schon bald erweiterte Befugnisse erhalten. Bereits im Juni sprach sich der Kontroll- und Verfassungsausschuss des Parlaments für eine Änderung der Verfassung aus. Diese soll Ingrid Alexandra ermöglichen, als Regentin einzuspringen, wenn König und Kronprinz verhindert sind. Die Abstimmung im Parlament ist für den 3. November angesetzt.
Schon Anfang Juni hatte der Palast verkündet, dass die 22-Jährige ihre Zukunftspläne anpasst. "Um näher bei ihrer Familie zu sein, ist Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Ingrid Alexandra nach Norwegen zurückgekehrt und wird im Herbstsemester 2026 im Rahmen eines Austauschprogramms von der Universität Sydney zur Universität Oslo wechseln", teilte das Königshaus damals in einer Pressemitteilung mit. Auch ihr jüngerer Bruder, Prinz Sverre Magnus (20), steht vor Veränderungen: Laut Palast wird er "voraussichtlich ab Herbst in Europa studieren und nach Norwegen zurückkehren, sobald die Situation es erfordert".
Dass die Geschwister das Königshaus würdevoll repräsentieren können, stellten sie in den vergangenen Monaten bei verschiedenen Anlässen unter Beweis - unter anderem bei einigen WM-Spielen der norwegischen Fußballnationalmannschaft in den USA. Die nachfolgende Generation wird für das Kronprinzenpaar zu einer immer bedeutsameren Stütze.