Angela Merkel (CDU)Die Kanzlerin musste dem Koalitionspartner SPD sowie der erstarkten CSU viele Zugeständnisse bei der Besetzung der Ministerien machen. Sie setzt bei vielen Personalentscheidungen vor allem auf Loyalität und Vertrauen.
Gerd Müller (CSU), EntwicklungSeit Merkel im Amt ist, arbeitet Müller als Parlamentarischer Staatssekretär für die Kanzlerin. Mit dem Entwicklungsministerium besetzt er für die CSU einen Posten mit Aussenpolitischer Wirkung.
Barbara Hendricks (SPD), Umwelt und BauHendricks ist bisher weitgehend unbekannt, sie war vorher Schatzmeisterin der SPD. Die 61-Jährige repräsentiert den mächtigen SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen in der neuen Regierung.
Heiko Maas (SPD), Justiz und VerbraucherMaas hat bereits Erfahrungen in Sachen Große Koalition, er regierte mit CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer das Saarland. Dennoch ist die Berufung des SPD-Pragmatikers eine der Überraschungen im neuen Kabinett.
Hermann Gröhe (CDU), GesundheitDer ehemalige CDU-Generalsekretär hat bislang Merkel den Rücken freigehalten, es galt als nahezu sicher, dass er einen Ministerposten erhält. Im Gesundheitsministerium erwartet den 52-Jährigen aber kein leichter Job.
Sigmar Gabriel (SPD), Wirtschaft und EnergieGabriel ist neuer Vizekanzler und kann im Wirtschafts- und Energie-Ressort die ihm wichtige Energiewende vorantreiben. Doch weder bei den Wählern noch bei der Union ist der SPD-Haudrauf durchgängig beliebt, auch wenn er sich bei den Verhandlungen und dem Mitgliedervotum profilieren konnte.
Thomas de Maizière (CDU), InneresErst Bundesinnenminister, dann Verteidigungsminister, jetzt wieder Innenminister - de Maizière ist Merkels Mann für alle Fälle. Nachdem er im Wehr-Ressort angesichts der Debakel um Drohnen und Militärflugzeuge nicht immer eine glückliche Figur machte, soll er nun sein Ansehen wieder aufpolieren.
Wolfgang Schäuble (CDU), FinanzenKeine Überraschung: Schäuble bleibt der Herr über Haushalt und Finanzen. Für Merkel in Krisenzeiten ein wichtiger Vertrauter, doch ob der gesundheitlich angeschlagene 71-Jährige noch eine volle Legislaturperiode im Amt bleibt, ist fraglich.
Frank-Walter Steinmeier (SPD), Auswärtiges AmtNach vier Jahren kehrt Steinmeier wieder in sein Aussenministerium zurück. Der besonnene SPDler gilt als allseits geschätzter Partner, der dem Auswärtigen Amt seinen alten Glanz zurückbringen soll.
Manuela Schwesig (SPD), FamilieDer SPD-Hoffnung aus Mecklenburg-Vorpommern ist nun der Schritt von der Landes- in die Bundespolitik gelungen. Sie soll die Partei auffrischen und Kompetenzen in der Sozialpolitik erneuern.
Ursula von der Leyen (CDU), VerteidigungDie Überraschung des neuen Kabinetts. Mit Ursula von der Leyen leitet erstmals eine Frau das Wehr-Ressort. Die Allrounderin hat nach dem Familien- und dem Arbeitsministerium nun ihr drittes Ressort wird als mögliche Nachfolgerin Merkels gehandelt.
Peter Altmaier (CDU), KanzleramtDer Merkel-Treue Altmaier und ehemalige Umweltminister darf nun das Kanzleramt managen. Als einer der engsten Vertrauten der Kanzlerin ein wichtiger Posten für Merkel und die Partei.
Andrea Nahles (SPD), Arbeit und SozialesDie ehemalige SPD-Generalsekretärin besetzt nun das Arbeitsministerium. Die Partei-Linke ist vor allem beim Koalitionspartner CDU nicht unumstritten.
Alexander Dobrindt (CSU), Verkehr und DigitalesDer CSU-Hardliner wird für die Wahlerfolge mit einem Ministeramt belohnt und beerbt Parteifreund Peter Ramsauer im Verkehrs-Ressort. Darüber, dass der Konservative ohne ersichtliche Qualifikation nun auch Internet-Minister wird, herrscht Spott und Wut in der Netzgemeinde.
Hans-Peter Friedrich (CSU), LandwirtschaftDer ehemalige Innenminister bekommt das deutlich weniger wichtige Agrarministerium. Außerdem liegt der Verbraucherschutz nun beim Justizministerium. Ein klarer Abstieg für den Bayern, der in der NSA-Affäre häufig zögerlich handelte.