Wegen seines Jobs: Fallhöhe beim "perfekten Dinner" ist für Hoteldirektor "sehr, sehr hoch"
Michael (55) macht gerne Judo und anderen Sport, weshalb er durchaus einen Wettbewerbsgedanken hinter seiner Teilnahme am "perfekten Dinner" sieht. Er weiß nach dem ersten Tag aber auch: "Es sind völlig unterschiedliche Geschmäcker." Um nicht das ganze Esszimmer seines Hauses in Vilshofen in Entenduft zu hüllen, hat Michael die Speisekammer zur improvisierten Küche umgebaut: "Alles, was mit Frittieren und wirklich Fett anbraten zu tun hat, kann ich hier im Separee erledigen."
Druck spürt der Hoteldirektor vor allem durch seine Mitarbeiter, die ihrem Chef ganz genau auf die Finger schauen werden: "Die Fallhöhe ist sehr, sehr hoch, dadurch, dass ich im Hotel arbeite." Einen kleinen Vorteil sieht er in Sachen Organisation, außerdem hat er durch seine Auslandsaufenthalte Einblicke in die internationale Kulinarik bekommen. Die will er unter dem Motto "Soulfoood moments of my life - A brief history of how I fell in love with cooking" seinen Gästen präsentieren: "Das sind alles Gerichte, die in meinem Leben eine Rolle gespielt haben." Es gibt:
- Vorspeise: Tom Kha Gai - Bangkok-San-Diego-Style - Kokos / Hähnchen / Orange
- Hauptspeise: Petto d'anatra all'arancia - Rome-Style - Ente / Polenta / Orange
- Nachspeise: Good mood food - Kuhn-Mam-Style - Marille / Vanille / Sauerrahm
"Irgendwie passt das zu ihm", liest Lena (29) das Motto. "Eine Reise durch seine Reisen." Österreicherin Kerstin (34) hofft beim Dessert auf einen Marillenknödel: "Das wäre für mich Soulfood." Was alle überrascht: Michaels moderne, minimalistische Einrichtung. "Es war sehr konträr zu gestern", vergleicht Kerstin Lenas mit Michaels Wohnstil - vom Bauernhof zum Designer-Loft.
Vorspeise "echt traumhaft"
Die Hühnersuppe aus Thailand kombiniert Michael mit Orange Flavoured Chicken aus Kalifornien. "Das ist aber schon wie gemalt", bewundert Gudrun (58) den Vorspeisenteller. "Das ist mega, mega lecker", verkostet Lena den ersten Löffel. "Das Hähnchen, das war wirklich gut", gibt sich auch Philipp (35) dem Vorspeisengenuss hin. "Schön knusprig, schön orangeig, das war wirklich toll." Lenas Fazit: "Die war echt traumhaft, die Vorspeise."
Es folgt: Entenbrust mit Orangensoße. "Die Ente war wirklich hervorragend", attestiert Philipp einen perfekten Gargrad. Einzig die Haut, "die hätte noch krosser sein dürfen". Auch die Polenta aus echtem Mais mit Trüffelbutter begeistert, weniger hingegen das Gemüse. "Im Vergleich zur Vorspeise hat die Hauptspeise mich ehrlicherweise nicht so abgeholt", muss Lena einräumen. "Mit der Polenta habe ich leider gar nichts anfangen können, und die Kumquats, die sauren - auch leider gar nicht meins."
Omas Nachtisch streichelt die Seele
Mit dem Kuhn-Mam-Style führt Michael seine Gäste bewusst aufs Glatteis: "Kuhn Mam ist einfach nur die Oma gewesen." Und die hat immer Marillenknödel mit Vanillesoße gemacht, was Michael durch ein Sauerrahm-Marillenmarmeladen-Eis erweitert. "Ach, ich hab es gesagt", freut sich Kerstin auf die erhoffte Mehlspeise. "Da kommen Heimatgefühle auf." Lena ist vom Nachtisch "hin und weg": "Da hätte ich mich reinlegen können."
"Ich habe wirklich das Gefühl gehabt, ich bin mit dem Michael ein Stück weit gereist", resümiert Kerstin den Abend. Mit 36 Punkten schiebt sich der Gastgeber deutlich an die Spitze.