Timothée Chalamet: Diese Erkenntnis zog er aus seiner Augenentzündung
Kaum ein Schauspieler seiner Generation gilt als so vielseitig wie Timothée Chalamet. Ob Liebesdrama, Science-Fiction oder Biopic - der 30-Jährige scheint mühelos zwischen den unterschiedlichsten Welten zu wechseln. Doch für ihn geht es längst nicht mehr darum, einfach den nächsten Erfolg zu landen. Viel wichtiger sei die Frage, ob ihn eine Rolle noch herausfordert. "Sobald ich mich zu sicher fühle, weiß ich: Es ist Zeit, wieder Risiko einzugehen", sagte Chalamet im Gespräch mit der Agentur teleschau.
Aktuell ist Chalamet in "A Complete Unknown" bei Sky Cinema sowie beim Streamingdienst WOW zu sehen. Darin verkörpert er Musiklegende Bob Dylan. Für die Rolle bereitete er sich fünf Jahre lang vor, lernte Gitarre und Mundharmonika und sang sämtliche Songs live vor der Kamera. Bereits im Gespräch mit teleschau zum damaligen Kinostart erzählte Chalamet, dass die jahrelange Vorbereitung für ihn weit mehr gewesen sei als reine Arbeit. Aus dem anfänglichen Respekt vor der Rolle sei eine echte Leidenschaft entstanden. Der Film sei bis heute derjenige, "auf den ich in meiner Karriere am stolzesten bin".
So präsentiert sich Timothée Chalamet auf Instagram
Doch gerade diese intensive Vorbereitung habe ihm auch etwas über sich selbst gezeigt. "Ich wollte spüren, dass ich mir selbst noch nicht ausgewichen bin", erzählt Chalamet. Er habe bewusst nach einer Aufgabe gesucht, die ihn aus seiner Komfortzone hole. "Dass ich nicht nur der Typ für schöne, sichere Rollen geworden bin." Genau dieses Gefühl treibe ihn bis heute an.
"Sobald ich mich zu sicher fühle, weiß ich: Es ist Zeit, wieder Risiko einzugehen."
Dabei gehe es ihm längst nicht mehr um Perfektion. Im Gegenteil. "Dieser Film erlaubt kein Glänzen - nur Durchhalten", sagt der Schauspieler über seine jüngste Arbeit. Gerade an schwierigen Tagen habe er gelernt, dass nicht alles perfekt funktionieren müsse. Viel wichtiger sei es, sich auf den Prozess einzulassen und Unsicherheit auszuhalten.
Wie weit Chalamet für eine Rolle geht, zeigte sich zuletzt bei "Marty Supreme". Für den Film trug er spezielle Kontaktlinsen, um seine Sicht absichtlich zu verschlechtern, verbrachte täglich Stunden in der Maske und zog sich schließlich sogar eine Augenentzündung zu. Rückblickend sei genau das eine wichtige Erkenntnis gewesen. "Dieser Film hat mir gezeigt, wie weit ich gehen will - und wo ich mich schützen muss." Hingabe bedeute eben nicht Selbstzerstörung.
Auch Erfolg definiert der Hollywoodstar heute völlig anders als noch vor einigen Jahren. Preise oder Schlagzeilen seien nicht das Entscheidende. "Erfolg heißt für mich heute, neugierig zu bleiben", sagt Chalamet. Stillstand sei für ihn die größere Gefahr. Deshalb suche er immer wieder Figuren, die ihn überraschen - und manchmal sogar verunsichern. "Wenn ich mich selbst nicht sofort erkenne, bin ich auf dem richtigen Weg."