Horst Lichter blickte in der Donnerstagsausgabe seiner Trödelsendung skeptisch drein: Der Experte hantierte angestrengt mit einem störrischen Objekt. Helfen durfte der Gastgeber jedoch nicht. Nur "beten", dass nichts kaputtgehen würde ...
Moment mal: Wer marschierte denn da schnurstracks auf das "Bares für Rares"-Studio zu? Die Uniform erinnerte verdächtig an einen Offizier. Oder war es lediglich ein Kostüm? Und was war das für ein seltsames Ding in seinen Händen?
Verkäufer Daniel (rechts) war Mitglied eines Museumseisenbahn-Vereins und schlüpfte dort regelmäßig in diesen historischen Dienstanzug der Deutschen Reichsbahn aus DDR-Zeiten (um 1980). Also tatsächlich: Eisenbahnuniform statt Faschingsgag.
Daniel hoffte, dass der Zug für ihn an diesem Tag nicht allzu früh abfuhr. Die entscheidende Frage für Horst Lichter (rechts) und das Publikum blieb jedoch: Was führte er eigentlich mit sich?
Früher sah man im Waggon lediglich den Ring an der Decke, den Experte Detlev Kümmel präsentierte. Der eigentliche Lampenkörper blieb den Fahrgästen verborgen und wurde vom Bahnmitarbeiter einstmals vom Zugdach aus befüllt. Unter anderem mit Walfett.
Das gute Stück stammte von der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn-Gesellschaft (MHE), datierte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts - und brachte es damit auf stolze 175 Jahre und mehr.
Schnell wurde klar: Das komplexe Objekt ließ sich nicht so leicht zerlegen, um den Tank und das interessante Innenleben freizulegen. "Soll ich irgendwas tun?", bot Horst Lichter hilfsbereit an.
Chaos oder nicht: Würde die antike Lampe aus der Zeit um 1850 die erhofften 250 Euro einfahren? Laut Expertise waren sogar 500 bis 700 Euro für Sammler drin.
Horst Lichter wusste von einem Händler im Nebenraum, der zahlreiche Zirkuswagen besaß. Das klang doch nach einem passenden Abnehmer! "Vielleicht bohrt der sich ein Loch ins Dach?"
Drei Händler lieferten sich ein Rennen um das Objekt. Runkel ging leer aus. Für 350 Euro wechselte die Lampe schließlich zu Jos van Katwijk (links), der dem Verkäufer noch ein Kompliment mitgab: "Ich find es toll, wie Sie so aussehen."
Als Nächstes wurde ein Objekt feilgeboten, das zeitlich gut zur Lampe passte: Die Geschwister Barbara und Christoph (zweiter von rechts) trennten sich von einem besonderen Gemälde aus der Zeit um 1850.
Vor allem das Motiv aus einer anderen Welt und Epoche zog in den Bann: "Die jungen Raucher", in Öl auf Malplatte gemalt von dem Münchner Künstler Franciszek Streitt. Die Expertise lag bei 1.200 bis 1.500 Euro.
Im Händlerraum war das Interesse an dem Werk groß. Zwischen Benjamin Leo Leo (Dritter von rechts) und David Suppes (Mitte) entbrannte ein hitziges Bietergefecht. Bei 3.500 Euro fiel der Hammer zugunsten von Suppes.
Jürgen (links) wollte sprichwörtlich einen Kelch weiterreichen, um Platz für Neues zu schaffen. Der Flohmarktfund bestand aus Silber und stammte - wie die vorherigen Stücke - aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Expertin taxierte ihn auf 300 bis 350 Euro.
Die feine Brosche aus der Zeit um 1910 erzählte laut Wendela Horz eine bewegte Familiengeschichte. Verschiedene Punzen aus Österreich, Ungarn, Polen und Russland belegten ihren weiten Weg. Ob dafür 800 bis 1.000 Euro möglich waren?
Mit Diamanten, Smaragden und unterschiedlichen Legierungen wusste das Schmuckstück besonders David Suppes zu gefallen. Mehr als 600 Euro war ihm die Brosche allerdings nicht wert.
Aus einem Münchner Auktionshaus auf den Expertentisch gelangte zu guter Letzt ein sogenannter Ewiger Kalender. Die Firma Seilwerke Heinrich Puth hatte ihn einst zu Werbezwecken anfertigen lassen. Entstanden war das Blechobjekt in den 1950er-Jahren, der Hersteller blieb unbekannt. Die Schätzung lag bei 50 bis 80 Euro.