Bis zu 300 US-Dollar fürs Parken: Das kostet ein Besuch im WM-Stadion wirklich
Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist die größte Fußball-WM aller Zeiten - und wohl auch die teuerste. Das wurde bereits klar, als die Fifa im Oktober 2025 die offiziellen Ticketpreise verkündete. Schon für die günstigste Kategorie müssen Fans etwa für das Gruppenspiel Deutschland gegen Ecuador 230 Euro zahlen. In der teuersten Kategorie werden sogar 600 Euro fällig und damit fast so viel wie für ein Final-Ticket von 2014.
Aber teure Tickets sind nicht das einzige, was Fans zahlen müssen, wenn sie ein Spiel live im Stadion verfolgen möchten. Dazu kommen Parkgebühren, die teilweise so hoch wie die Ticketpreise sind, und auch für die Verpflegung im Stadion muss man tief in die Tasche greifen.
Das Geschäft mit den Fußball-Fans
Alleine durch Zuschauereinnahmen möchte die Fifa laut der "ARD Sportschau" mit dem Turnier 2,6 Milliarden US-Dollar einnehmen. Dazu sollen nicht nur die Einnahmen aus dem Ticketverkauf beitragen, sondern etwa auch Parkgebühren oder die Einnahmen aus den Fan-Festivals an den Austragungsorten. Auch am Getränkeverkauf im Stadion verdient die Fifa mit. Zwar spülen Limos und Bier keine prozentualen Anteile der Einnahmen in die Kassen der Fifa, doch Marken wie Coca-Cola oder Anheuser-Busch zahlen Millionen für exklusive Sponsorenverträge.
Für die Fans wird ein Stadionbesuch dadurch noch kostspieliger. So kostete beim Gruppenspiel USA gegen Paraguay alleine das Parken am SoFi Stadium in Los Angeles bis zu 300 US-Dollar (rund 250 Euro). Im Stadion selbst werden Fans dann nochmal mit 16,50 US-Dollar für einen halben Liter Bier ordentlich zur Kasse gebeten.
Wem das zu viel ist, oder wer kein Ticket ergattern konnte, der kann auf dem Fifa Fan Festival WM-Stimmung schnuppern und die Spiele beim Public Viewing verfolgen. Beim offiziellen Fifa Fan Festival im LA Memorial Coliseum in Los Angeles kostete der Eintritt am vergangenen Wochenende laut "web.de" zwar nur 10 US-Dollar, dafür ein Bier 19 und ein Wasser 7 US-Dollar. Außerdem gab es strenge Sicherheitsvorkehrungen, es durften etwa nur durchschicke Taschen mit hineingenommen werden. Wer seine Handtasche oder seinen Rucksack deswegen draußen deponieren musste, der zahlte dafür 30 US-Dollar.
Auch anderswo kostet das Parken häufig genauso viel wie ein Ticket für das Stadion. Das Parken vor dem Boston Stadium kostet beim Viertelfinalspiel am 9. Juli mindestens 270 Dollar. Das ist aber noch vergleichsweise preiswert, wenn man mit mehreren Personen anreist. Denn auch der öffentliche Nahverkehr hat die Preise erhöht, ganz ohne Beteiligung der Fifa. Laut "Spiegel" hat in Boston der Verkehrsnetzbetreiber MBTA für die WM ein "Boston Stadium Train Ticket" eingeführt. Pro Person werden damit für die Fahrt zum Stadion und zurück 80 US-Dollar fällig.
Stadionbesuch kostet im günstigsten Fall 250 US-Dollar
Auch in Houston gibt es ein Fifa Fan Festival. Die Preise dort sind ähnlich hoch wie in Los Angeles. Laut "Bild.de" kostet ein halber Liter Bier in der Dose dort 12,99 US-Dollar, das Wasser ist schon für 5,99 US-Dollar zu haben. Fans dürfen jedoch eine leere Flasche mitbringen und diese kostenlos an einem Wasserspender auffüllen. Dafür wird beim Essen kräftig abkassiert. Eine Mini-Pizza ist für 14,99 US-Dollar zu haben, genau wie eine Portion Nachos. Wenn es ans bezahlen geht, kommen noch 8,25 Prozent Steuern obendrauf.
Der Stadionbesuch in Houston ist dagegen um einiges kostspieliger. Fans, die bei dem Spiel Deutschland gegen Curaçao vor dem Houston Stadium parken wollten, mussten laut "Spiegel" mindestens 125 Dollar dafür zahlen. Beim Vorrundenspiel Deutschland gegen Ecuador in New Jersey wird es übrigens nochmal teurer: Das Parken am MetLife Stadium in New Jersey kostet mindestens 225 Dollar. Dafür darf das Fahrzeug aber auch auf einem Parkplatz namens "American Dream" abgestellt werden, rund 1,4 Kilometer vor dem Stadion.
Wie teuer war ein Stadionbesuch in Houston für zwei deutsche Fans also wirklich? Die günstigsten Tickets in der Kategorie 3 kosteten laut "ARD Sportschau" 155 Euro. Reisen die beiden Fans mit dem Auto an, kommen nochmal mindestens 125 US-Dollar (pro Person 72,5 US-Dollar) dazu. Im Stadion selbst gibt es dann einen Hot Dog, der in der günstigsten Variante 8,99 US-Dollar kostet und ein American Draft Bier für 14 US-Dollar. Macht pro Person im günstigsten Fall also 250 US-Dollar (etwa 215 Euro). Bedenkt man jedoch, dass die günstigen Tickets nur sehr begrenzt angeboten wurden, und ein Ticket der nächst günstigsten Kategorie schon 345 US-Dollar kostete, dürften die meisten deutschen Anhängerinnen und Anhänger für den Besuch des ersten Vorrundenspiels der DFB-Elf deutlich mehr gezahlt haben.