Kein mentaler "Rucksack" trotz fehlendem Titel: Kohlmann glaubt an Zverev
Der Bundestrainer betont vor dem Turnierstart in Paris die Stärke von Zverev.
Michael Kohlmann sieht Alexander Zverevs lange Jagd nach einem Grand-Slam-Titel nicht als schwerwiegenden psychologischen Nachteil für den 29-Jährigen. "Natürlich ist das Thema Grand-Slam-Sieg präsent, auch von außen", sagte der Bundestrainer dem Portal Web.de News vor dem Start der French Open in Paris: "Trotzdem sehe ich ihn nicht als jemanden, der dauerhaft einen 'Rucksack' mit sich herumträgt."
Vielmehr überwiege bei Zverev, einem der "Top-Favoriten", die Lust auf den großen Titel deutlich. Die Chancen des Weltranglistendritten sind durch die verletzungsbedingte Absage des Titelverteidigers Carlos Alcaraz gestiegen. Zumal Kohlmann die offensivere Spielweise von Zverev als positive Entwicklung hervorhob. "Ich glaube, dass genau diese Entwicklung ihm in Zukunft helfen wird, vor allem bei großen Turnieren", sagte der 52-Jährige.
Die ersten Runden in Paris beginnend mit dem Duell am Sonntag mit Benjamin Bonzi schätzt Kohlmann allerdings für Zverev als durchaus herausfordernd ein. "Sascha ist mit Sicherheit der Favorit. Aber gegen einen Franzosen direkt in der ersten Runde zu spielen, ist ein bisschen tricky", sagte der Davis-Cup-Kapitän. Auch danach würden im Tschechen Tomas Machac oder im Belgier Zizou Bergs durchaus gefährliche Gegner warten.
"Für zwei Runden gegen ungesetzte Spieler ist das tough. Da muss Sascha von Anfang an sofort da sein", sagte Kohlmann: "Er kann sich nicht zurücklehnen, sich eine Pause gönnen oder schlechte Phasen erlauben. Er muss von Anfang an bei 100 Prozent sein und den Motor direkt hochfahren."