Rad 20 Gramm zu leicht: Führende Wiebes beim Frauen-Giro raus
Die Niederländerin wird nach dem Auftaktsieg disqualifiziert, ihr Team reagiert mit Unverständnis.
Der Giro der Männer endete am Sonntag mit einem Volksfest in Rom, der Giro der Frauen begann am Samstag mit einem Skandal in Ravenna: Die Niederländerin Lorena Wiebes wurde wenige Stunden nach ihrem Auftaktsieg disqualifiziert, musste das Rosa Trikot abgeben und war raus aus dem Rennen. Begründung der Jury: Wiebes' Rad war zu leicht. Um 20 Gramm, wie ihr Team danach mitteilte. Voller Unverständnis.
"Das Team SD Worx–Protime ist über die Entscheidung der UCI-Jury verwundert, dass Lorena Wiebes' Fahrrad das Mindestgewicht nicht eingehalten hat. Laut Jury wog das Fahrrad 6,78 Kilogramm und unterschritt damit die von der UCI festgelegte Untergrenze von 6,8 Kilogramm", hieß es in der Mitteilung: "Das Team hinterfragt die Gewichtskontrollen der Fahrräder beim Giro. So gab es beispielsweise nach der Etappe in Ravenna einen Gewichtsunterschied von über fünfzig Gramm zwischen dem ersten und zweiten Wiegen von Wiebes' Rad."
Die erfahrene Wiebes mit ihren weit mehr als 100 Profisiegen sei jenes Rad "in dieser Saison schon mehrfach gefahren, und es war immer gleich aufgebaut. Außerdem wurde das Rad Anfang des Jahres, nach mehreren Sprintrennen, die Wiebes mit großem Vorsprung gewonnen hatte, von der UCI-Jury gewogen. In jedem Fall lag das Gewicht deutlich über dem Limit von 6,8 Kilogramm. Das Team versteht daher nicht, wie es sein kann, dass dasselbe Rad jetzt unter dem Gewichtslimit liegt."
Zudem bringe laut Team bei Sprintetappen eine kleine Gewichtsreduzierung keinen Vorteil - zumal Wiebes das Rennen mit drei Randlängen Vorsprung gewonnen hatte.
Die Jury zeigte sich aber zunächst unbeeindruckt: Zur Auftaktsiegerin und ersten Gesamtführenden wurde die Italienerin Elisa Balsamo aus dem deutschen Team Lidl-Trek erklärt.