Brennauer: Koch-Erfolg als "Katalysator" für Frauen-Radsport
Lisa Brennauer hat großen Respekt vor Franziska Kochs Leistung in Roubaix. Der Erfolg könnte den Frauenradsport in Deutschland stärken.
Die frühere Zeitfahr-Weltmeisterin Lisa Brennauer hofft auf einen Schub für den Frauen-Radsport in Deutschland durch den Roubaix-Triumph von Franziska Koch. "Ich bin der Meinung, dass ein Erfolg bei so einem bedeutenden Event, das ja auch über die Radsportkreise hinaus einen festen Namen hat, schon ein Katalysator sein kann für Aufmerksamkeit für den Frauenradsport in Deutschland", sagte Brennauer dem SID: "Der wird natürlich gebraucht, um weiter zu wachsen."
Koch hatte am vergangenen Sonntag als erste Deutsche den Kopfsteinklassiker Paris-Roubaix gewonnen. Die 25-Jährige aus Mettmann verwies dabei die dreimalige Weltmeisterin Marianne Vos (Niederlande) und Tour-de-France-Siegerin Pauline Ferrand-Prévot (Frankreich) auf die Plätze. Koch habe "ganz Großes geleistet, nicht nur in Roubaix, sondern schon das ganze Frühjahr", sagte Brennauer, in Tokio Olympiasiegerin mit dem Bahn-Vierer: "Das hat sich ja auch letztes Jahr schon angedeutet, in welche Richtung es geht."
International habe sich im Frauenradsport in den letzten Jahren viel getan. Auch in Deutschland gebe es sportlich "definitiv einen Aufschwung mit Topfahrerinnen in der Weltspitze. Aber man sieht gleichzeitig auch große Herausforderungen, was Finanzierung und Umsetzung von großen internationalen Veranstaltungen betrifft."
Im Vorjahr war mit der Thüringen-Rundfahrt eines der ältesten Rennen im Frauenradsport wegen fehlender finanzieller Unterstützung eingestellt worden. Mit der Cycling Challenge in Thüringen (21. Juni) und dem Grand Prix in Stuttgart (13. September) habe man es noch geschafft, in diesem Jahr internationale Eintagesrennen auf die Beine zu stellen. "Das freut mich wirklich sehr und das ist auch ein ganz wichtiges Zeichen", sagte Brennauer, die ihre Karriere 2022 beendete.
Es bleibe nur zu hoffen, "dass so Erfolge wie der von Franzi dazu beitragen, dass der Frauenradsport in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnt, vor allem was das Thema Aufmerksamkeit angeht", sagte die 37-Jährige und bekräftigte den Wunsch, "dass auch wieder mehr große internationale Rennen in Deutschland stattfinden im Frauenradsport."