113. Tour de France: Vorschau auf die 19. Etappe
Zehntausende Fans fiebern dem Anstieg nach Alpe d'Huez entgegen.
Es ist einer der ganz großen Anstiege in der Historie der Tour de France. Die 21 berühmtesten Kehren des Radsports hinauf nach Alpe d'Huez warten am Freitag auf die Fahrer - und nebenbei: ein atemberaubendes Fan-Spektakel. Beim zweiten Teil der Alpentrilogie, bei der dieses Jahr die letzten Tour-Fragen geklärt werden, gilt es zum Abschluss die 13,8 km mit brutalen 8,1 Prozent Durchschnittssteigung zu überstehen.
Zuvor, quasi als Anlauf für den Schlussanstieg, wird es knackig, aber nicht übermäßig spektakulär. Zwei Anstiege der zweiten Kategorie und mit dem Col du Noyer einer der ersten sind zu überwinden, ehe das Finale beginnt. Die Topfahrer könnten also noch halbwegs ausgeruht in den Anstieg hinauf ins Skigebiet auf 1850 Metern Höhe starten - zumal das 19. Teilstück insgesamt nur 127,9 km lang ist.
Topstar Tadej Pogacar geht auf der Jagd nach seinem fünften Gesamtsieg mal wieder als natürlicher Favorit ins Rennen - nicht zuletzt weil sein Hunger groß sein wird: Ein Sieg in Alpe d'Huez fehlt dem unersättlichen Slowenen noch in seinem ansonsten weitgehend lückenlosen Lebenslauf. Sein bärenstarkes UAE-Team dürfte versuchen, die Ausreißer zu kontrollieren und so einen Überraschungssieg zu verhindern. Nach dem sturzbedingten Aus von Florian Lipowitz und Jonas Vingegaard hat Pogacar zwei Rivalen weniger.
2022 endete zuletzt eine Etappe in Alpe d'Huez. Damals schnappte der Brite Tom Pidcock den Topfavoriten den Sieg weg. Er dürfte auch diesmal sein Glück versuchen, und er hätte - sollte es nicht klappen - am Samstag noch eine zweite Chance. Denn auch dann endet der Tag in Alpe d'Huez. Nach einer brutalen Etappe, auf der es auch über den Col de la Croix de Fer und den Col du Galibier geht, kommen die Fahrer dann von der anderen Seite nach oben - über den nicht minder schwierigen Col de Sarenne.