Tischtennis-WM: Deutsche Frauen chancenlos gegen Japan
Im Halbfinale ist für das deutsche Team Schluss. Das weckt Erinnerungen an Olympia.
Der Erfolgslauf der deutschen Tischtennis-Spielerinnen bei der Mannschafts-WM in London hat im Halbfinale sein Ende genommen. Gegen den Olympiazweiten Japan verlor das Team um die Weltranglisten-Neunte Sabine Winter am Samstag mit 0:3, die Auswahl des DTTB verlässt die englische Hauptstadt mit Bronze - bei großen Tischtennis-Turnieren erhalten die Halbfinal-Verlierer eine Medaille, ein Spiel um Platz drei gibt es nicht. Japans Finalgegner am Sonntag (12.00 Uhr MESZ) ist der Topfavorit China, der Rumänien mit 3:0 besiegte.
"Wir sind traurig, dass wir uns nicht mit dem Finale belohnen konnten, die Japanerinnen waren einfach zu stark", sagte Junioren-Weltmeisterin Annett Kaufmann, die am letzten Tag nicht mehr zum Einsatz kam: "Wir hatten unsere Chancen, aber sie waren taktisch und spielerisch sehr gut. Wir können trotzdem sehr zufrieden sein mit unserer Leistung. Die Traurigkeit ist noch da, aber die verschwindet sehr schnell,"
Als "großen, großen Favoriten" hatte Winter die Japanerinnen vor dem Spiel bereits bezeichnet, und die Gegnerinnen wurden ihrem Status gerecht. Zwar eröffnete Ying Han das Duell für Deutschland schwungvoll, gewann gegen die Weltranglistenfünfte Miwa Harimoto den ersten Satz klar - musste sich dann aber mit 1:3 geschlagen geben. Anschließend verlor auch die deutsche Nummer eins Winter trotz einer 2:0-Führung gegen Hina Hayata noch mit 2:3. Die Entscheidung fiel dann bereits im dritten Match, in dem Nina Mittelham Honoka Hashimoto 0:3 unterlag.
In der OVO Arena Wembley verlor das Team von Bundestrainerin Tamara Boros damit erneut ein großes Halbfinale gegen Japan: Schon bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris hatte sich Deutschland in der Vorschlussrunde den Asiatinnen geschlagen geben müssen.
"Vielleicht fehlt in so einer Situation die Beständigkeit, die Erfahrung, regelmäßig auf diesem Niveau zu spielen und selbstbewusst zu sein", sagte Mittelham, die nach dem entscheidenden Match ein paar Tränen vergossen hatte: "Es sind am Ende oft Kleinigkeiten." Das Team werde den Abend wohl in einer Karaoke-Bar ausklingen lassen.
Durch den Halbfinaleinzug hatten die deutschen Frauen immerhin für die erhoffte Medaille in London gesorgt. Die Männer waren im Viertelfinale ebenfalls an Japan gescheitert. Bei der vergangenen WM vor zwei Jahren in Busan waren die deutschen Teams erstmals seit 2016 ohne Edelmetall geblieben.