Tischtennis: China kassiert erste WM-Pleiten nach 26 Jahren
Die Serienchampions gewinnen zehn WM-Titel nacheinander, sind nicht zu bezwingen. In London geschieht nun Historisches.
Chinas Tischtennis-Nationalmannschaft hat den Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren. Nach 26 Jahren ohne Niederlage und zehn Titeln bei der Team-Weltmeisterschaft nacheinander mussten sich die Dominatoren in London geschlagen geben - und das gleich zweimal. Erst setzte es ein 1:3 im zweiten Vorrundenspiel gegen Südkorea, nur rund 20 Stunden später kassierten die Asiaten beim 2:3 gegen den Olympia-Silbermedaillengewinner Schweden den nächsten Dämpfer.
Aufgrund des neuen Modus zur Jubiläums-Endrunde 100 Jahre nach der Erstaustragung steht China trotz der beiden Niederlagen in der nächsten Runde. Und dennoch: Der Serienchampion ist nun eben nicht mehr unschlagbar. Was sich bereits vor dem Turnier angekündigt hatte, bestätigte sich an diesem Wochenende für die Tischtennis-Geschichte.
"Ich glaube, dass viele Mannschaften die Chance sehen", hatte Nationalspieler Patrick Franziska im SID-Gespräch das auch beim Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) viele Jahre Unaussprechliche ausgesprochen, "dass man gegen China eben doch gewinnen kann."
Denn die Topspieler, die China jahrelang die Titel bescherten, sind zurückgetreten. Fan Zhendong, der für den 1. FC Saarbrücken in der Bundesliga für Furore sorgte und in der kommenden Saison für Rekordmeister Borussia Düsseldorf spielt, beendete ebenso seine Nationalmannschafts-Karriere wie Ma Long.