Nein zu Olympia: Hamburg stimmt erneut gegen Bewerbung
Beim Referendum in der Hansestadt spricht sich eine Mehrheit gegen die Fortsetzung der Pläne aus - wie schon im Jahr 2015.
Wieder "NOlympia" im hohen Norden: Hamburg hat sich erneut aus dem Rennen um eine deutsche Olympia-Bewerbung verabschiedet. Beim Referendum an der Elbe stand schon weit vor Auszählung aller abgegeben gültigen Stimmen eine Mehrheit von Nein-Stimmen fest, letztlich votierten 54,9 Prozent (357.911 Stimmen) dagegen. Im Vorfeld war von einem engen Rennen ausgegangen worden.
"Das Votum ist für den Senat verbindlich. Ich habe dem Präsidenten des DOSB, Thomas Weikert, sowie dem Vertreter Deutschlands beim IOC, Michael Mronz, soeben mitgeteilt, dass Hamburg seine Olympia-Bewerbung zurückzieht", sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in einer ersten Reaktion: "Viele Bürgerinnen und Bürger, die sich auf die Spiele gefreut haben, sind über das Ergebnis des Referendums enttäuscht. Auch ich bedaure das Votum sehr, bedanke mich aber bei allen, die das Ziel, die Spiele nach Hamburg zu holen, unterstützt haben."
Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke erklärte im NDR: "Für uns ist das ein bisschen frustrierend nach 19 positiven Ergebnissen (Referenden in München, NRW und Kiel; d.Red.), dass Hamburg demokratisch gesagt hat: Nein, bei uns in der Stadt wollen wir das nicht. Aber das gehört dazu. Das ist auch Teil unseres transparenten Verfahrens."
Laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf waren 652.193 Stimmen abgegeben worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. 1.315.800 Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt.
Nach dem Aus für Hamburg wird sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit München, Berlin oder der Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Die Entscheidung fällt am 26. September im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden.
Tschentscher hatte vor dem Referendum bei den Hamburgern intensiv für ein "Ja" geworben und auf das nachhaltige Konzept mit kurzen Wegen verwiesen, dennoch entschieden sich die Hamburger erneut gegen die Olympia-Pläne ihrer Stadt. Bereits im November 2015 war eine Bewerbung der Hansestadt am "Nein" im Referendum gescheitert.