DTB-Pokal: Zweimal Gold, aber keine Euphorie2
Die deutschen Turnerinnen und Turner feiern Achtungserfolge. Bis zur Topform fehlt aber noch ein gutes Stück.
Nach dem knappen Sieg im Mixed-Wettbewerb hat Timo Eder der Auswahl des Deutschen Turnerbundes am Abschlusstag des DTB-Pokals ein weiteres Erfolgserlebnis beschert. Der Team-Europameister von 2025 siegte am letzten Tag des Traditionsevents in Stuttgart am Boden. Janoah Müller (18) holte sich zudem Rang zwei am Schwebebalken. In Euphorie wollten die Beteiligten bei der Gesamtbetrachtung der Wettbewerbe aber nicht verfallen.
"Man erkennt, dass wir große sportliche Herausforderungen haben und sehen, was zu tun ist", sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl. Daher hielt sich auch das siegreiche DTB-Team trotz aller Freude über den gemeinsamen sportlichen Erfolg am Samstag verbal zurück. "Das ist ein tolles Ergebnis, aber alles ist natürlich noch ausbaufähig", sagte Sprung-Europameisterin Karina Schönmaier.
Die 20 Jahre alte Chemnitzerin zeigte sich jedoch davon überzeugt, dass die Leistungskurve bei den Deutschen im Jahresverlauf ansteigen wird: "Bei den Top-Wettbewerben werden wir auch Top-Leistungen bringen", sagte Schönmaier, die aus Gründen der Belastungssteuerung auf eine Teilnahme an den Geräte-Wettbewerben verzichtet hatte. Im August steigen in Zagreb die Europameisterschaften, im Oktober steht die WM in Rotterdam an.
Dann dürfte Edelmetall weitaus schwerer zu holen sein. "Schon hier in Stuttgart war die Konkurrenz sehr, sehr gut", sagte Barren-Europameister Nils Dunkel. Nur zwei deutsche Finalplätze bei zehn Geräteentscheidungen in Stuttgart zeigten auf, wie hart um Titel und Medaillen schon in der ersten Saisonphase gekämpft wird.
Auch Dunkel ist noch nicht in Topform, zwei ausgekugelte Finger bremsten den Sportsoldaten aus Halle speziell an seinem Spezialgerät aus: "Da bin ich einfach noch nicht richtig fit, es war ein bisschen ein Stolperstart", sagte Dunkel, der sich dennoch über den Team-Sieg im Finale gegen die Schweiz und vor Australien und Kanada freute.