Debatte um Sportfördergesetz: Athleten erneuern Forderungen
Der Entwurf der Bundesregierung wird am Donnerstag erstmals im Bundestag beraten. Die Sportler drängen auf Anpassungen.
Vor dem Start der parlamentarischen Debatten fordert der Verein Athleten Deutschland Nachbesserungen am Sportfördergesetz, darunter mehr Mitsprache. "Wir Athletinnen und Athleten stehen hinter dem Ziel, den deutschen Spitzensport wieder erfolgreicher zu machen. Echte Veränderung bedeutet jedoch, uns an Entscheidungen wirksam zu beteiligen und den Schutz vor Gewalt zur Priorität zu machen", sagte Athleten-Präsidentin Pia Greiten.
Am Donnerstag findet im Bundestag die erste Beratung zum Gesetzesentwurf "zur Regelung der Förderung des Spitzensports und weiterer Maßnahmen gesamtstaatlicher Bedeutung im Sport sowie zur Errichtung der Spitzensportagentur" statt. Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD will mit ihrem Entwurf die Förderung des Spitzensports erstmalig auf eine gesetzliche Grundlage stellen, auch mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für den Gewinn von mehr internationalen Medaillen zu verbessern.
Athleten Deutschland drängt auf einen stimmberechtigten Sitz im wichtigen Stiftungsrat der geplanten Spitzensportagentur. Dazu fordert die unabhängige Sportlervertretung, die verbindliche Umsetzung des Safe Sport Codes und den Anschluss der Spitzenverbände an das Zentrum für Safe Sport als Fördervoraussetzung im Gesetz zu verankern; ebenso wie Standards "von Good Governance und wirksamer Athletenbeteiligung zur Schließung der bestehenden Steuerungslücke".
"Wer mehr Medaillen fordert, muss die Menschen stärken, die die Erfolge möglich machen", sagte Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland: "Ihr Schutz darf nicht dem guten Willen einzelner Verbände und deren Eigenerklärungen überlassen werden. Mit der Schärfung der Fördervoraussetzung kann der Bundestag einen entscheidenden Schritt gehen, um Athletinnen und Athleten in Zukunft besser zu schützen."
Der Gesetzesentwurf hatte auf seinem Weg ins Parlament für viel Kritik aus dem organisierten Sport gesorgt. Die Athleten zeigten sich "schockiert", auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mahnte mehrfach Anpassungen an. Bei den Beratungen im Bundestag haben die Fraktionen die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Anträge der Grünen und der Linken liegen bereits vor.