"Schon krass": DHB-Frauen vor langer Länderspiel-Pause
Beim 45:25 gegen Belgien überzeugt das DHB-Team. Bis zur EM-Vorbereitung bleiben nun mehrere Monate ohne Spiele.
Markus Gaugisch würde am liebsten einfach weiterarbeiten. Eine makellose EM-Qualifikation, ein 45:25 zum Abschluss gegen Belgien in Hamm – und nun? "Fünf Monate Handballpause im DHB-Trikot. Das ist schon krass", sagte der Bundestrainer von Deutschlands Handballerinnen ein wenig betrübt.
Erst im September trommelt der DHB-Coach seine Vizeweltmeisterinnen wieder zusammen. Zwei Länderspiel-Fenster im September und Oktober stehen noch vor Beginn der unmittelbaren EM-Vorbereitung an, die Gegner sind noch offen. In den letzten Partien habe er daher bewusst Basics verankert: "Wir brauchen einen Standard, und auf diesem Standard aufbauend geht es dann weiter", sagte der 51-Jährige bei ProSieben MAXX. Bei der EM-Endrunde in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und der Türkei (3. bis 20. Dezember) wolle er "nicht bei Null anfangen".
Die Auftritte in der EM-Qualifikation machten dabei Mut, gleichwohl die DHB-Auswahl gegen Außenseiter Belgien und zuvor auch in Nordmazedonien (35:27) nicht wirklich gefordert wurde. Dennoch: Die DHB-Frauen schlossen ihre Qualifikationsgruppe nach sechs Siegen aus sechs Spielen mit 12:0 Punkten ab. Vor 2311 Zuschauern in der ausverkauften Halle war am Sonntag Kapitänin Antje Döll mit sieben Toren beste Schützin, Spielmacherin Alina Grijseels feierte an ihrem 30. Geburtstag einen gelungenen Abend.
"Es soll ein Startschuss sein. Wir wollten auf jeden Fall die Leute auch begeistern. Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen", sagte Grijseels nach dem Kantersieg gegen die überforderten Belgierinnen. Gaugisch nutzte die einseitige Partie für Tests unter Wettkampfbedingungen und gab wie schon beim Erfolg in Skopje erneut auch Nachwuchskräften wie Jana Walther viel Einsatzzeit.
Jenny Behrend, die in Hamm ihr 100. Länderspiel bestritt, lobte die Jüngsten im Kader. "Die haben sich die ganze Woche sehr gut präsentiert, sind super hungrig." Für Gaugisch ist die Energie der Neuen zugleich eine Botschaft an die etablierten Kräfte. Das Ziel müsse sein, "Stück für Stück" weiterzumachen "und ab September wieder Vollgas in Richtung EM" zu geben: "Damit wir diese Form und Qualität, die wir bei der WM hatten, wieder erreichen können."
Mehr Klarheit für die Aufgabe im kommenden Winter bekommt er am Donnerstag, wenn in Kattowitz die EM-Gruppen ausgelost werden. Dann entscheidet sich auch, wo Deutschland bei der Endrunde spielen wird.