Ex-Rennfahrer Zanardi im Alter von 59 Jahren gestorben
Der Italiener war ein großer Kämpfer, sein Leben geprägt von Leid und sportlichen Erfolgen.
Der frühere Formel-1-Pilot Alessandro "Alex" Zanardi ist tot. Der Italiener starb unerwartet am 1. Mai im Alter von 59 Jahren, wie seine Familie am Samstag mitteilte, ohne Angaben zur Ursache zu machen. "Alex ist friedlich im Kreise seiner Familie und Freunde eingeschlafen."
Zanardi hatte in der Folge eines Rennunfalls auf dem Lausitzring vor 25 Jahren beide Beine verloren. Mit dem Handbike begann er eine zweite Sportkarriere und holte vier Goldmedaillen bei Paralympischen Spielen. Auch auf die Rennstrecke kehrte er in der Tourenwagen-Meisterschaft WTTC zurück.
In der Formel 1 war Zanardi von 1991 bis 1999 gefahren, zunächst für Jordan, dann für Minardi, Lotus und Williams als Teamkollege von Ralf Schumacher. In der Champ-Car-Serie ereignete sich am 15. September in der Lausitz der folgenschwere Unfall.
Es war ein Einschnitt in seinem Leben - Zanardi nannte ihn rückblickend "einen der leuchtendsten Augenblicke". Er habe schließlich "etwas überstanden, das nicht nur entgegen jeder Wahrscheinlichkeit ist. Laut Wissenschaft hatte ich nicht den Hauch einer Chance".
Doch er kämpfte sich zurück, blieb aber vom Pech verfolgt. Am 19. Juni 2020 kollidierte er mit seinem Handbike in der Toskana mit einem LKW. Mit schwersten Verletzungen schwebte Zanardi lange in Lebensgefahr, erst anderthalb Jahre später verließ er die Klinik.
Auf seinen Tod reagierte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mit tiefer Trauer. "Italien verliert einen großen Champion und einen außergewöhnlichen Mann, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion über Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte", schrieb Meloni bei X.
Staatspräsident Sergio Mattarella würdigte Zanardi als "eine Bezugsperson, die weit über die Welt des Sports hinausreicht und im Gedächtnis der Italiener weiterleben wird". Stefano Domenicali, Geschäftsführer der Formel 1, bezeichnete seinen Landsmann und "lieben Freund" als "eine inspirierende Persönlichkeit, sowohl als Mensch als auch als Athlet. Obwohl sein Verlust zutiefst spürbar ist, bleibt sein Vermächtnis ungebrochen."
Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) teilte mit: "Alex war ein Pionier, eine Ikone und eine Legende der Paralympischen Bewegung. Seine Leistungen waren wahrhaft außergewöhnlich, begeisterten neue Fans für die Spiele und zeigten der Welt, dass alles möglich ist."
Auch BMW trauert um den langjährigen Werkspiloten und Unternehmensbotschafter. In einer Mitteilung hieß es: "Die BMW Group ist in diesen schweren Stunden in Gedanken bei seiner Frau Daniela, seinem Sohn Niccolo und allen Angehörigen und Freunden. Alex war ein wundervoller Mensch, unerschütterlicher Optimist und eine Inspiration für viele Menschen weltweit."
"Es ist ganz traurig, das so zu hören", sagte Schumacher vor dem Sprintrennen der Formel 1 in Miami (18.00 Uhr MESZ) bei Sky: "Er war ein ganz toller Kerl, ein großer Kämpfer."