Abschied von König Harald V.: So läuft die Beisetzung ab
Sie nannten ihn "Großvater von ganz Norwegen": König Harald V. war bei seinen Landsleuten äußerst beliebt - und weit über die Landesgrenzen hinaus respektiert. Zu seinem Begräbnis am Mittwoch reisen deshalb zahlreiche Staatsoberhäupter und Tausende Norweger an. Für das kleine skandinavische Land ist die Organisation der Beisetzung ein außerordentlicher Kraftakt. Die wichtigsten Infos rund um das Begräbnis des Monarchen:
Wie bereiten sich die Norweger auf den Tag vor?
Noch bis zum Tag vor der Beisetzung können alle Menschen, die möchten, in der Schlosskapelle persönlich von König Harald V. Abschied nehmen, indem sie langsam an dessen Sarg vorbeigehen. Am Wochenende bildeten sich kilometerlange Schlangen. Die Regierung hat nach dem Tod des Königs am 28. August eine nationale Trauerzeit bis zum Begräbnis ausgerufen. Bis dahin wehen alle Flaggen an Regierungsgebäuden und staatlichen Unternehmen auf halbmast. In vielen Orten haben bereits Gedenkgottesdienste für den beliebten Monarchen stattgefunden. Tausende Norweger haben auf dem Schlossplatz in Oslo Blumen und Briefe für Harald V. abgelegt und Kerzen angezündet.
Wie laufen Trauerfeier und Beisetzung ab?
In einem feierlichen Trauerzug ab 12.00 Uhr wird der Sarg von König Harald V. vom Königsschloss zum Osloer Dom überführt. In der Domkirche findet anschließend um 13.00 Uhr ein Trauergottesdienst statt. Zu Beginn wird im ganzen Land eine Schweigeminute abgehalten. Im Anschluss zieht der Trauerzug weiter zur nahegelegenen Akershus-Schlosskirche, der letzten Ruhestätte des Monarchen im königlichen Mausoleum. In der Schlosskirche findet zum Abschluss der Trauerfeier eine private Zeremonie der Familie statt. Daran nehmen Mitglieder der europäischen Königshäuser und Vertreter des Staates teil. Die Regierung hat nach der Beisetzung zu einer Gedenkfeier im Osloer Rathaus eingeladen, zu der rund 450 Gäste erwartet werden.
Welche Royals aus den europäischen Königshäusern sind dabei?
Am Wochenende kündigte der britische Thronfolger Prinz William seine Teilnahme an. König Charles III. bleibt protokollgemäß bei Begräbnissen ausländischer Monarchen in der Heimat. Aus Schweden reisen alle erwachsenen Mitglieder des Königshauses an. Neben dem Königspaar Carl XVI. Gustaf und Silvia, Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel, Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia sowie Prinzessin Madeleine kommt auch deren Ehemann Christopher O'Neill zur Beisetzung in Oslo. Außerdem nimmt die jüngste Schwester des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf, Prinzessin Christina, mit ihrem Mann an der Trauerfeier für Harald teil. Auch die Königspaare aus Dänemark, Spanien, den Niederlanden und Belgien kommen zum Begräbnis. Japan schickt sein Kronprinzenpaar, aus Jordanien reist König Abdullah II. an.
Welche prominenten Gäste werden noch erwartet?
Aus Deutschland kommt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Einige Präsidenten anderer europäischer Länder haben ebenfalls bereits ihre Teilnahme zugesagt, darunter die isländische Staatschefin Halla Tómasdóttir und ihr Mann. Auch die Präsidenten der baltischen Länder reisen dem Sender zufolge an. Aus dem Vatikan reist der Nachrichtenagentur NTB zufolge Kardinal Christophe Pierre an. Auch wegen der Vielzahl an bekannten Gästen ist das Medieninteresse enorm - erwartet werden bis zu 700 Journalistinnen und Journalisten, die über die Beisetzung berichten.
Wie sind die Sicherheitsvorkehrungen?
Aufgrund der vielen hochrangigen Gäste aus dem In- und Ausland werde das Sicherheitsaufgebot zu den größten in der norwegischen Geschichte gehören, sagte ein Polizeisprecher: "Es ist völlig offensichtlich, dass dies ein sehr großer, vielleicht sogar einer der größten Polizeieinsätze überhaupt werden wird." Große Teile der Osloer Innenstadt werden an dem Tag für den Verkehr gesperrt. Einstellen müssen sich die normalen Besucher auf längere Taschenkontrollen - verboten ist es beispielsweise, Regenschirme mitzubringen. Die schwedische und die dänische Polizei sollen die Norweger bei dem Einsatz unterstützen, an den Grenzen wurden vorübergehende Kontrollen eingeführt. Details zu den Sicherheitsvorkehrungen nannte die Polizei nicht.
Was passiert nach dem Begräbnis?
Das norwegische Königshaus hat eine Hoftrauer bis zum 9. Oktober angekündigt - einen Monat nach dem Begräbnis. Die Royals sagen in dieser Zeit alle offiziellen Termine "mit Ausnahme von verfassungsrechtlichen Aufgaben wie dem Staatsrat, der feierlichen Eröffnung des Parlaments und ausgewählten Audienzen" ab. Königsfamilie und Mitarbeiter des Hofes tragen in dieser Zeit dunkle Kleidung oder Uniformen mit Trauerflor.