Bericht: Hamas drohte Israel mit Angriff wie am 7. Oktober
Die islamistische Terrororganisation Hamas soll Israel mit ungewöhnlich scharfen Worten vor einem weiteren Angriff wie dem vom 7. Oktober 2023 gewarnt haben. Die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde Cogat bestätigte einen Bericht des Nachrichtenportals "ynet", wonach die Drohung bei einem Treffen des UN-Nahostgesandten Ramiz Alakbarov mit einem Cogat-Vertreter am Mittwoch übermittelt worden sei. Alakbarov habe in der vergangenen Woche Gespräche mit führenden Hamas-Mitgliedern geführt. Die Darstellung lässt sich nicht unabhängig überprüfen.
Hintergrund der Drohung sei unter anderem das Vorgehen der israelischen Armee, die auch ein Jahr nach Verkündung einer Waffenruhe im Gaza-Krieg weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens besetzt hält und gezielt gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder vorgeht, berichtete das Portal. Ein weiterer Grund sei die Absage der ursprünglich für November angekündigten palästinensischen Wahlen. Die Hamas sei nicht bereit, diese Situation länger hinzunehmen, lautete die Botschaft nach Angaben von "ynet". Israels politische Führung und Sicherheitsbehörden wurden demnach umgehend informiert.
Zweifel an militärischen Fähigkeiten der Hamas
Am 7. Oktober 2023 hatten Kämpfer der Hamas und anderer extremistischer Organisationen rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Der beispiellose Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 74.000 Palästinenser getötet. Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist weiterhin äußerst prekär. Große Teile des Gebiets liegen in Trümmern, zahlreiche Menschen leben noch immer in Zelten und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Dem "ynet"-Bericht zufolge warnte die Hamas, ein ähnlicher Angriff könne sich überall ereignen - in Israel selbst, im besetzten Westjordanland oder im Ausland. Ob die Hamas nach drei Jahren Krieg überhaupt noch über die operativen Fähigkeiten für eine solche Attacke verfügt, ist allerdings fraglich. Zwar gibt es Berichte über die Rekrutierung neuer Kämpfer, diese sollen jedoch kaum über Erfahrung und militärische Ausbildung verfügen.