Motten im Kleiderschrank: Warum sie im Herbst zum Problem werden
Der Herbst bringt nicht nur kühlere Temperaturen, sondern auch einen Wechsel im Kleiderschrank. Sommerkleider verschwinden in Kisten nach ganz hinten im Schrank, während Wollpullover, Strickjacken und Mäntel wieder griffbereit liegen. Für Kleidermotten sind solche Textilien interessant - vor allem, wenn sie längere Zeit ungestört bleiben.
Dabei sind Kleidermotten keineswegs ausschließlich im Herbst unterwegs. Nach Angaben des Umweltbundesamtes bevorzugen sie beheizte Räume und können deshalb das ganze Jahr über auftreten. Besonders die Larven verursachen Schäden an Textilien tierischen Ursprungs, etwa an Wolle.
Nicht die Motte, sondern die Larve macht die Löcher
Wer einen kleinen Falter im Kleiderschrank entdeckt, muss nicht automatisch von einem großen Befall ausgehen. Für die Schäden an der Kleidung sind vor allem die Larven verantwortlich. Sie ernähren sich von keratinhaltigen Materialien und können deshalb unter anderem Wolltextilien befallen.
Typisch sind unregelmäßige Fraßlöcher in Kleidungsstücken. Auch feine Gespinste oder kleine Kokons können auf einen Befall hindeuten. Die erwachsenen Motten selbst richten dagegen keine Fraßschäden an.
Warum Kleidung im Herbst besonders gefährdet ist
Gerade beim saisonalen Wechsel lohnt sich ein genauer Blick auf die Kleidung. Stücke, die mehrere Monate unbeachtet im Schrank oder in Kisten liegen, werden seltener bewegt und kontrolliert. Gleichzeitig kommen jetzt wieder Materialien zum Einsatz, die für Kleidermotten interessant sein können.
Besonders gefährdet sind Naturfasern tierischen Ursprungs wie Wolle. Synthetische Fasern sind für Kleidermotten dagegen in der Regel uninteressant - allerdings können Kleidungsstücke aus Mischgeweben betroffen sein, wenn sie geeignete tierische Fasern enthalten.
Ein weiterer Grund, beim Einlagern genau hinzusehen: Kleidermotten können von Textilien angelockt werden, an denen sich Hautschuppen, Schweiß oder andere organische Rückstände befinden. Deshalb sollten Kleidungsstücke sauber eingelagert werden.
So lässt sich ein Befall verhindern
Vorbeugung ist einfacher als die spätere Bekämpfung. Wer Sommerkleidung für die nächste Saison wegpackt, sollte sie zunächst waschen oder entsprechend der Pflegehinweise reinigen. Anschließend sollten die Sachen möglichst luftdicht in geeigneten Behältern oder gut verschlossenen Beuteln aufbewahrt werden.
Auch der Kleiderschrank selbst sollte regelmäßig ausgesaugt werden - insbesondere Ecken, Ritzen und schwer zugängliche Bereiche. Das Umweltbundesamt empfiehlt zudem, Textilien regelmäßig zu waschen oder alternativ auszuklopfen und zu lüften.
Fliegengitter an Fenstern können ebenfalls helfen: Sie verhindern, dass Motten von außen in die Wohnung gelangen.
Was tun, wenn bereits Löcher da sind?
Wer Fraßlöcher entdeckt, sollte zunächst den gesamten Schrank kontrollieren und nicht nur das beschädigte Kleidungsstück. Befallene Textilien sollten getrennt von anderen Kleidungsstücken behandelt werden.
Waschbare Textilien können - sofern das Pflegeetikett es erlaubt - möglichst heiß gewaschen werden. Empfindliche Stücke können unter Umständen eingefroren werden. Das Umweltbundesamt nennt für befallene Textilien eine Behandlung bei mindestens minus 19 Grad; die Sachen sollten dafür gut verschlossen verpackt werden. Bei Bedarf kann die Behandlung nach zwei bis drei Wochen wiederholt werden.
Auch der Schrank sollte gründlich ausgesaugt werden. Wichtig sind dabei insbesondere Ritzen und Spalten, in denen sich Eier oder Larven befinden können.
Lavendel und Zedernholz: Helfen Hausmittel?
Lavendel und Zedernholz gelten seit Langem als klassische Mittel gegen Kleidermotten. Das Umweltbundesamt nennt solche Duftstoffe als Möglichkeit, Kleidermotten giftfrei zu vertreiben. Sie ersetzen allerdings keine gründliche Reinigung, wenn bereits ein Befall vorhanden ist.
Auch bei Pheromonfallen sollte man genau hinschauen: Sie können bei der Feststellung beziehungsweise Kontrolle eines Befalls helfen, beseitigen einen bestehenden Befall aber nicht zwangsläufig vollständig.
Nicht sofort zu Chemie greifen
Bei einem einzelnen Falter muss nicht automatisch der gesamte Kleiderschrank mit Insektenspray behandelt werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt grundsätzlich, zunächst festzustellen, ob tatsächlich ein Befall vorliegt und welche Art von Schädling dafür verantwortlich ist. Giftfreie Maßnahmen können häufig ausreichen.
Bei einem starken oder immer wiederkehrenden Befall kann dagegen professionelle Schädlingsbekämpfung sinnvoll sein. Gerade wenn die Ursache nicht gefunden wird oder immer wieder neue Schäden auftreten, sollte zunächst geklärt werden, wo sich Eier und Larven verstecken.