Energiekrise: Pakistan reagiert mit kostenlosem Nahverkehr
Wegen drastisch steigender Spritpreise stellt die Regierung in Pakistan kostenlosen Nahverkehr als Entlastung in Aussicht. In Städten der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab sowie in der Hauptstadt Islamabad sollen Fahrgäste ab Samstag ohne Fahrschein fahren können.
Zudem wurden in den Provinzen Sindh und Punjab Subventionen für Bauern, Transportunternehmen und Motorradfahrer angekündigt, die häufig zu ärmeren Teilen der Bevölkerung gehören.
Hintergrund sind stark gestiegene Spritpreise: In einer Fernsehansprache kündigte die Regierung am Donnerstagabend (Ortszeit) erneut massive Preiserhöhungen für Treibstoffe an. Die pakistanische Tageszeitung "Dawn" schrieb, die Kostensteigerungen von 43 Prozent für Benzin und 55 Prozent für Diesel seien "beispiellos".
Pakistan von Energielieferungen aus dem Nahen Osten besonders abhängig
Pakistan ist von den Folgen des Iran-Kriegs besonders betroffen. Nach Angaben des Datenanbieters Kpler kommen 85 Prozent der Öllieferungen des Landes aus dem Nahen Osten. Schon seit Wochen gelten eine Vier-Tage-Woche im öffentlichen Dienst und Online-Unterricht an Universitäten. Seit vergangener Woche spielt die Cricket-Liga Pakistans vor leeren Stadien, um Sprit im Verkehr und Gas bei der Verpflegung von Fans zu sparen.