Diese Software lohnt sich für Dich
Einzellizenzen oder Abonnements? Diese Software lohnt sich für Dich
Einen Großteil moderner Software kannst Du sowohl einmalig kaufen als auch als Abonnement beziehen. Wann welche Variante für Dich in Frage kommt, klären wir jetzt.
Früher war alles besser – oder?
Vor den Zeiten des Internets und auch zu Beginn der damaligen eher langsamen Internetverbindungen gab es keine Zweifel daran, wie Software bezogen werden musste: Im Handel, als Kaufversion für einen einmaligen Betrag. Ein Programm mit mehreren Hundert Megabyte herunterzuladen, war keine Option, da Internetverbindungen viel zu langsam waren.
Heute ist das anders: Schnelle Internetverbindungen und ebenso schnelle Softwaredownloads machen es problemlos möglich, selbst umfangreiche Programme (etwa Microsofts Office-Pakete) schnell herunterzuladen. Da nun der Weg für große Softwaredownloads offenstand, waren auch die Grundsteine für Abonnements gelegt. Der Vorteil aus Unternehmenssicht ist offensichtlich: Kunden werden langfristig gebunden, die Auslieferung von Updates an die zahlende Kundschaft ist simpel, durch die so erhaltenen E-Mail-Adressen können leicht weiter interessante Angebote an den Kunden weitergegeben werden.
Außerdem sparen sich Unternehmen damit Logistik, denn Verkaufsversionen inklusive Verpackungen und Datenträger müssen nicht mehr produziert und geliefert werden. Eine einzige Version der Software, die auf einem Server(cluster) liegt, reicht aus, um Millionen von Kunden zu beliefern.
Manche Form von Software gibt es daher schon schlicht nicht mehr als Kaufversion. Du kannst sie nur noch im Abo beziehen und bezahlst beispielsweise zehn Euro im Monat. Nutzen kannst Du das Programm, solange du zahlst. Hörst Du auf, kannst Du auch die Anwendung nicht mehr nutzen – logisch. Außerdem sind die meisten Abos langfristig betrachtet teurer als die Kaufversionen, was aus Unternehmersicht natürlich ebenfalls begrüßenswert ist.
Doch was ist mit Dir? Da beide Varianten einige Vor- und Nachteile haben, schauen wir uns diese nun im Detail an und klären, ob Abo-Modelle auch aus Kundensicht sinnvoll sind.
Vor- und Nachteile für Software-Abos aus Kundensicht
Die Vorteile aus Deiner Sicht sind vielfältig, wenn Du Dich für ein Abo anstatt eines Einzelkaufs entscheidest. Wo viel Licht ist, darf allerdings auch ein wenig Schatten nicht fehlen.
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Vorteile für Software-Abos aus Kundensicht
Die Software prüft permanent, ob Updates bereitstehen. Ist dies der Fall, werden sie automatisch installiert, meist unbemerkt im Hintergrund. Du bekommst durch dein Abonnement also die Gewissheit, immer die aktuelle Version deiner Anwendung installiert zu haben. Gerade aus sicherheitstechnischer Sicht kann dies ein großer Vorteil sein, denn Sicherheitslücken werden umgehend gestopft. -
Die Kosten sind zu Beginn geringer. Eine Investition von vielleicht 300 Euro für eine professionelle Software könnte abschreckend sein – 10 Euro für einen “Schnuppermonat” hingegen klingen schon deutlich angenehmer. Das Abo-Modell eignet sich daher auch gut, um sich neue Software vollumfänglich anzuschauen, bevor tatsächlich ein kompletter Kauf stattfindet.
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Um das Abo schmackhaft zu machen, legen einige Hersteller zusätzliche Goodies in den Lieferumfang. Oft bekommst Du etwa etwas Cloudspeicher, der in der Kaufversion fehlt. Kannst Du für einen Anwendungsfall für diesen Speicher finden, profitierst Du von dem Abonnement praktisch doppelt. Hier solltest Du allerdings darauf achten, dass diese Dreingaben für Dich wirklich sinnvoll sind.
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Zuletzt schätzen viele Personen an Abos die Tatsache, dass sie nicht viel machen müssen. Du bezahlst einfach Deinen monatlichen Betrag, alles andere übernimmt der Hersteller im Hintergrund. Bei Kaufversionen wirst Du irgendwann keine Updates mehr bekommen, also musst Du Dich um neue Versionen und Einkäufe kümmern. Eventuell musst Du Dich informieren, wann Supportzeiträume ablaufen und ein Wechsel daher praktisch zwingend wird. Bezahlst Du ein Abo, musst Du daran nicht mehr denken – ein wenig mehr Komfort im Alltag.
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Nachteile für Software-Abos aus Kundensicht
Die Kosten sind langfristig praktisch immer höher als beim Einzelkauf. Nach wenigen Jahren Abonnement von Microsoft 365 wirst Du bereits mehr Geld ausgegeben haben, als wenn Du Word & Co. einfach gekauft hättest. Den erwähnten Zugewinn an Komfort wirst Du also durch höhere Ausgaben finanzieren. Berufliche Nutzer stehen etwas besser da, wenn die Kosten steuerlich abgesetzt werden können - aber teurer bleibt das Abo dennoch. -
Du bindest Dich in einigen Fällen recht streng an den Hersteller. Kaufst Du beispielsweise eine Software, die ein bestimmtes, proprietäres Dateiformat verwendet, kannst Du diese Daten nur mit genau dieser Software nutzen. Ist dein Abo beendet, kommst Du auch nicht mehr an die Dateien heran - unschön. Retten kann Dich dann nur (falls vorhanden) eine vorherige Umwandlung in ein anderes Dateiformat.
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Neue Updates sind nicht zwingend ein Gewinn: Gestaltet der Entwickler das Nutzerinterface so um, dass es Dir nicht mehr gefällt, hast Du trotzdem keine Wahl. Durch das Abo werden immer die neuesten Versionen ausgeliefert. Verzicht ist vielleicht für einen gewissen Zeitraum möglich, aber nicht für immer.
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Zusammengefasst gibst Du also Entscheidungsgewalt ab und musst, salopp gesagt, etwas mehr nach der Pfeife des Herstellers tanzen.
Aber welche Variante passt besser zu mir?
Grundsätzlich musst Du eine Frage dieser Art selbst entscheiden. Die schnelle Rundum-sorglos-Methode ist das Abonnement, denn der manuelle Aufwand wird dadurch deutlich reduziert. Dies lassen sich die Hersteller durch höhere Kosten bezahlen. Springst Du in Deinem Alltag häufig zwischen Anwendungen hin und her, ist ein jahrelanges Abonnement vielleicht nicht die richtige Wahl. Hast Du einen typischen Workflow bereits in Stein gemeißelt - vielleicht verwendest Du Outlook, Word und Excel täglich und siehst auch keinen Grund, davon abzuweichen –, kann ein Abo jedoch eine gute Idee sein.
Rechenbeispiele auf Basis von Microsoft Office
Die wohl bekannteste Bürosoftware der Welt eignet sich gut, um Preise miteinander zu vergleichen. Beispielsweise konntest Du im Jahr 2016 die Variante Microsoft Office Home and Student für 149 Euro kaufen. Microsoft 365 – also die Abo-Variante derselben Software – kostete damals 69 Euro im Jahr nach unverbindlicher Preisempfehlung. Nach drei Jahren hast Du mit dieser Abo-Version somit etwa 207 Euro ausgegeben, nach fünf Jahren wären es 345 Euro. Währenddessen stand Dein gekauftes Microsoft Office Home and Student noch immer bei 149 Euro.
Allerdings rechnet dies nicht die Kosten ein, die durch den Kauf neuer Versionen entstanden sein könnten. Hast Du Dir jede neue Version dieser Office-Variante gekauft, hast Du zwischen 2016 und 2025 insgesamt 596 Euro ausgegeben. Durch die Nutzung des Abo-Modells wären es 720 Euro gewesen – teurer, aber nicht erheblich teurer.
Der Vorteil für die Kaufversion verschiebt sich drastisch, wenn Du nicht jede neue Version kaufst. Hast Du etwa zwei Versionen übersprungen, bist Du im Jahr 2025 durch Käufe bei 298 Euro gelandet – ein deutlicher Nachlass im Vergleich zu den genannte 720 Euro der Abo-Version. Die meisten Anwender werden wahrscheinlich nicht sofort jede neue Version kaufen, sodass der Kostenvorteil für die Kaufversion in jedem Fall gegeben ist.
Für die höheren Kosten bekommst Du die erwähnten Vorteile, es ist also nicht so, dass Du das Geld einfach investierst und nichts zurückbekommst. Gerade als gelegentlicher Nutzer kann es jedoch sinnvoll sein, vielleicht nur einmalig zu kaufen und dafür auf die neuesten Features der Abo-Variante zu verzichten.
Bekannte Kaufversionen: Welche Software gibt es noch als Einzellizenz?
Da die Industrie insgesamt auf Abo-Modelle umschwenkt, wird die Auswahl an Software für Einmalkäufer immer geringer. Adobe beispielsweise – bekannt durch Photoshop, Premiere, Indesign und viele weitere Grafik- und Designprogramme – bietet Dir gar keine Kaufversionen mehr an. Du musst, möchtest Du die Software auf legalem Weg nutzen, zwingend ein Abonnement abschließen.
Etwas kleinere Alternativen stellt der Markt nun durch andere Anbieter bereit – etwa in Form von Affinity Photo von Serif für etwa 85 Euro als Einmalkauf. Damit solltest Du gerade als gelegentlicher Anwender die allermeisten Fälle abdecken.
Hier und da gibt es jedoch noch immer einige ältere Schwergewichte der Industrie als Kaufversion:
- Von Corel gibt es die Draw Graphics Suite, die diverse kleinere Programme beinhaltet. Insgesamt gibt es das Paket zum Preis von etwa 590 Euro zu kaufen, ein Abonnement kostet hingegen 275 Euro. Brauchst Du nur einzelne Programme, könntest Du Dir Corel Draw Standard für rund 350 Euro kaufen, außerdem gibt es noch die Essentials-Variante für 130 Euro – dann allerdings im Funktionsumfang abgespeckt. Für gelegentliche Arbeiten und Hobby-Grafiker kann das trotzdem ausreichen.
- Für die Videobearbeitung im Amateurbereich kann vielleicht schon Magix Video deluxe genug sein. Als Neukauf bezahlst Du dafür einmalige 40 Euro. Der Funktionsumfang kann natürlich bei Weitem nicht mit Adobe Premiere konkurrieren, aber vielleicht reicht es für Deine Zwecke schon aus. Im Vergleich kostet das Abonnement für ein Jahr 36 Euro – eine nur geringe Ersparnis.
- Ähnliche, recht einfache Videosoftware gibt es etwa von Cyberlink. Die Software Power Director 2026 Ultimate kostet etwa 140 Euro. Für das Abonnement derselben Software werden 60 Euro pro Jahr fällig. Nero gibt es ebenfalls noch am Markt, dort kostet das aktuelle Video Studio 50 Euro. Eine Variante als Abo bietet Nero gar nicht erst an – entweder kaufen oder nichts.
Wenn Du Dich umschaust, kannst Du also sehr wohl noch Software finden, die Du als einmalige Version kaufst und dann nie wieder bezahlen musst. Es ist allerdings nicht zu leugnen, dass diese Verkaufsmethode immer seltener wird. Alternativen kommen heute daher vor allem aus dem Open-Source-Bereich, denn dort warten teilweise Programme, die den kostenpflichtigen Anwendungen sogar überlegen sind.
Weder Abo noch Kauf: Open-Source-Software als Alternative?
Als Privatanwender reicht Freeware häufig schon aus, um Deine Ansprüche zu erfüllen. Das Paradebeispiel in dieser Hinsicht ist Davinci Resolve: Das Programm ähnelt Adobe Premiere und wird auf der ganzen Welt für professionelle Einsatzzwecke genutzt. Vom einfachen Schnitt über Effekte bis zu Color Grading und ähnlichen, filmreifen Eingriffen in Dein Videomaterial ist alles an Bord, was Du Dir wünschen kannst.
Resolve ist komplett kostenlos, sofern Du es für private Einsatzzwecke verwendest. Diese Version ist nur sehr leicht eingeschränkt und wird garantiert alles abdecken, was Du Dir privat von einem Videoprogramm wünschen könntest.
Andere Software eines ähnlichen Kalibers wirst Du nach einer kurzen Suche ebenfalls finden:
- Libre Office ist eine bekannte Alternative zum bereits genannten Microsoft Office. Auch damit erstellst Du Dokumente, Tabellen, Designs und mehr. Die Software ist komplett kostenlos, früher wurde sie unter dem Namen Open Office geführt. Auch für geschäftliche Zwecke kannst Du Libre Office verwenden. Für Privatzwecke erfüllt die Software in jedem Fall alle erdenklichen Anwendungsfälle.
- Bildbearbeitung muss nicht zwingend von Adobe stammen und sie muss auch nicht zwingend etwas kosten. GIMP ist in der Community etabliert und beliebt und wird stetig fortentwickelt. Die Benutzeroberfläche wird ein wenig Einarbeitungszeit kosten – vor allem, wenn Du eigentlich von Photoshop kommst und wechselst. Hast Du Dich einmal eingefuchst, wird GIMP Dir jedoch sehr hilfreich sein (und wesentlich(!) mehr können als Microsoft Paint).
- Für den Audiobereich gibt es Programme wie Audacity. Das Tool kann Audio aufnehmen und abspielen und in vielfältiger Weise manipulieren. Für typische Aufnahmesessions zu Hause und auch Hobbymusiker reicht Audacity vollkommen aus. Auch hier ist die Benutzeroberfläche vielleicht nicht auf dem aktuellen Stand der Technik – aber dafür ist alles kostenlos erhältlich.
Open-Source-Software und Freeware sind in einigen Bereichen damit absolut ausreichend – Libre Office zum Beispiel – bis hin zu vollwertig einsetzbar für professionelle Anwendungsfälle (Resolve). Der Vorteil an dieser Software ist außerdem die Tatsache, dass sie eben nichts kostet. Installieren und reinschnuppern hat also keine negativen Effekte auf Deinen Geldbeutel. Gefällt Dir etwas nicht, deinstallierst Du die Software einfach wieder.
Die Entscheidung: Was sollte ich verwenden?
Abschließend helfen wir ein wenig bei Deiner Kaufentscheidung (oder Nichtkaufentscheidung), indem wir Dir ein wenig Hilfestellung geben. Wir so oft lautet die Antwort nämlich: Es kommt darauf an.
- Abo-Modelle lohnen sich immer dann, wenn Du sicher bist, eine Software über einen langen Zeitraum ausgiebig nutzen zu wollen. Du bekommst alle Updates rund um die Uhr automatisch geliefert. Durch jene ausgiebige Nutzung wirst Du außerdem einen hohen Gegenwert für Deine Euros bekommen. Du umschiffst damit auch Sicherheitsrisiken. Als kleinen Bonus gibt Dir das Abo etwas Ruhe, denn Du musst niemals über Updates oder Neukäufe nachdenken.
- Der Softwarekauf kommt immer dann in Frage, wenn Du ein Programm immer mal wieder gelegentlich in geringem Umfang nutzen möchtest - vielleicht eine Bildsoftware, mit der Du zwei Mal im Jahr Urlaubsbilder bearbeitest. Für diesen geringen Nutzungsumfang lohnt sich ein komplettes Abo kaum. Ein Neukauf alle fünf bis zehn Jahre kann dann völlig ausreichen und finanziell sinnvoll sein.
Als abschließenden letzten Tipp legen wir Dir Freeware und Open-Source-Software ans Herz. Oft gibt es dort Alternativen, die für den privaten Bereich genügen und alle Anforderungen erfüllen - und dann bezahlst Du weder Abo-Gebühren noch Softwarekäufe.