Mit diesen Tipps bleibt Dein Posteingang sauber
Spam aussortieren: Mit diesen Tipps bleibt Dein Posteingang sauber
Landet auch bei Dir Spam im Posteingang, obwohl Spamfilter aktiviert sind? Diese Einstellungen und Tipps helfen beim zuverlässigen Aussortieren von E-Mail-Müll.
Spam flutet Deinen Posteingang?
E-Mails sind keine neue Erfindung mehr und die Sicherheitseinstellungen haben sich kontinuierlich verbessert. Dennoch gelingt es Betrügern nach wie vor, Spam an den Filtern vorbei zu schmuggeln. Wird eine E-Mail als solcher gekennzeichnet, ist das keine Garantie dafür, dass die Nachricht nicht umgehend erneut im Posteingang landet. Nicht nur E-Mail-Clients müssen entsprechend eingestellt sein, sondern auch die Software, die Du nutzt. Idealerweise gelangt Deine E-Mail-Adresse gar nicht erst auf den Verteiler, den Betrüger zum Spamversand nutzen. Leider scheinen weder Provider noch die Hersteller der E-Mail-Programme etwas dafür zu tun, dass Spam sicher herausgefiltert wird.
Ein bekanntes Problem besteht darin, dass die Spamfilter mancher E-Mail-Clients nicht lernfähig sind. Ein Beispiel dafür ist Outlook: Das klassische Outlook ist ebenso wenig in der Lage, Spam sicher zu entfernen wie die Web- oder die ganz neue Version. Der Client geht wie folgt vor: Die Nachricht kommt herein, nun muss sie auf Spam überprüft werden. Es spielt dabei keine Rolle, dass eine Mail mit dem gleichen Wortlaut bereits am Vortag durch Dich aktiv als Spam identifiziert wurde. Der Client stellt sich wieder die Frage, ob es sich bei der E-Mail um eine echte oder eine mit betrügerischem Inhalt handelt.

Verschiedene Clients, verschiedene Filter
Thunderbird hingegen arbeitet mit dem Bayes-Filter. Dieser basiert in seiner Funktion auf der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten. Wie sicher ist es, dass es sich bei einer eingehenden Nachricht um Spam handelt? Der hier verwendete Filter lernt im Laufe der Zeit dazu: Du kennzeichnest eine E-Mail als Spam und die Software schaut sich deren Eigenschaften genauer an. Diese werden in den Algorithmus eingearbeitet und beim nächsten Mal kann die Mail direkt in den Spam-Ordner verschoben werden. Gleiche E-Mails rutschen nur noch selten durch den Filter. Aktiviert werden kann der Bayes-Filter über „Einstellungen“ und dann dort über „Datenschutz und Sicherheit“.

Doch auch lernfähige E-Mail-Clients bieten keine hundertprozentige Sicherheit. Der Absender der E-Mail kann zum Beispiel seinen Namen leicht verändern oder andere Schreibweisen bei Schlüsselwörtern verwenden. Schon ist es möglich, dass die Software den Spam wieder passieren lässt und sie sich in Deinem Posteingang wiederfindet.
Erklärung: Wie kommen Betrüger überhaupt an Deine E-Mail-Adresse?
Moderne Unternehmen, die seriös Kunden gewinnen wollen, setzen heute nicht mehr auf klassische Werbung per E-Mail. Sie nutzen andere Kanäle und hier bevorzugt Social Media, um ihre Produkte und Leistungen zu verkaufen. Von diesen Firmen ist Werbung somit weniger zu erwarten. Viel mehr sind es kriminelle Organisationen, die Spam-Mails in großer Zahl verschicken. Exakte Zahlen dazu sind jedoch nicht verfügbar. Neben diesen Versendern gibt es noch einen großen Markt mit Anbietern zwielichtiger Produkte, Versendern von Diät- oder Potenzmitteln und Casinos, die mit aggressiver Werbung größtmögliche Aufmerksamkeit erregen wollen.
Die Ursache dafür, dass Deine E-Mail-Adresse überhaupt auf einer solchen Spamliste landen konnte, liegt auf der Hand: Wahrscheinlich hast Du einen Newsletter abonniert, etwas im Netz gekauft oder ein neues Konto angelegt. Der Betreiber der Website hat Deine Daten verkauft. So gehen auch viele seriöse Seitenbetreiber vor und es gehört zu ihrem Geschäftsmodell, E-Mail-Adressen weiterzugeben. Waren es erst nur halblegale Anbieter, die derart vorgingen, liegt der Fall heute ein wenig anders.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass Hacker E-Mail-Adressen im Darknet verbreiten. Sie haben diese zuvor aus Datenbanken gestohlen, die wiederum Listen mit Millionen von E-Mail-Adressen beinhalten.
So hat Spam keine Chance: Tipps zum Umgang mit verdächtigen E-Mails
Dir kommt eine Nachricht verdächtig vor? Bitte antworte niemals darauf und öffne keine Anhänge oder klicke auf Links, die in der Nachricht angezeigt werden. Sind Bilder in der Mail vorhanden, öffne diese ebenfalls nicht bzw. lade diese nicht herunter. In den meisten Fällen ist eine Schad- oder Spionagesoftware dahinter verborgen. Richte einen guten Spamfilter ein, wobei Du nicht nur Deine E-Mail-Adresse berücksichtigen solltest, sondern Deine gesamte Domain. Du wirst immer noch mit Spam überhäuft? Zusätzlich kannst Du in Deinem E-Mail-Programm einen Filter aktivieren, der eingehende Nachrichten nach bestimmten Schlüsselwörtern durchsucht. Bei einem vorliegenden Betrugsversuch solltest Du Dich an die Internet-Beschwerdestelle oder die Polizei wenden. Erstatte Anzeige und sichere die Beweise – Spam wird dann nicht gelöscht, sondern einfach im Spamverdachtsordner belassen.
So wehrst Du Spam ab und schützt Dich vor Angriffen
Die meisten E-Mail-Programme zeigen Dir erst einmal nur den Text der Nachricht an. Eventuell vorhandene Bilder werden als Platzhalter angezeigt, jedoch nicht heruntergeladen. Du siehst dann einen Hinweis, dass diese Bilder aus Sicherheitsgründen nicht dargestellt werden. Klickst Du ein bestimmtes Feld in der Nachricht an, kannst Du Dir die Bilder anzeigen lassen. Darüber hinaus kannst Du festlegen, dass einem bestimmten Absender immer vertraut werden soll. Dann werden Bilder bei erneuten Nachrichten direkt mit eingeblendet und es braucht keine weitere Sicherheitsbestätigung.

Warnungen, die seitens Deines E-Mail-Programms angezeigt werden, solltest Du unbedingt ernst nehmen. Ein Beispiel dazu: Du öffnest ein Bild, obwohl Dir Dein Client gesagt hat, dass es sich um ein Sicherheitsrisiko handeln könnte. Der Spammer wusste bis dato aber gar nicht, dass die versendete E-Mail jemanden erreichen wird. Durch das Öffnen des Bildes ist er jedoch darüber informiert worden, dass diese Adresse aktiv ist. Schon findest Du Dich in seinem Verteiler wieder und bekommst künftig noch mehr solcher Nachrichten. Der wichtigste Tipp lautet daher: Öffne nie Bilder in Nachrichten, deren Absender Du nicht kennst. Lösche diese Mails am besten direkt schon aus der Nachrichtenübersicht und klicke gar nicht erst auf den Betreff.
Vorsicht vor dem Feld „Unsubscribe“: Dieses findet sich meist am Ende von Spam-Mails. Bei Spam von seriösen Anbietern kannst Du darauf klicken und Dich tatsächlich vom Newsletter abmelden. Deine E-Mail-Adresse wird nun automatisch aus der Liste der Empfänger gestrichen. Bei kriminellen Versendern wird hinter dieses Feld jedoch ein Link gelegt, der nur anzeigt, dass die betreffende E-Mail-Adresse aktiv ist. Du erreichst beim Anklicken lediglich, dass Du künftig weitere solcher Mails erhältst.

Prüfe zudem regelmäßig, ob Deine E-Mail-Adresse in einer Datenbank auftaucht, in der geklaute Mailadressen gesammelt werden. Die Seite https://haveibeenpwned.com/ bietet ein Suchfeld, in das Du Deine E-Mail-Adresse eingeben kannst. Nun wird Dir genau angezeigt, wann und auf welche Weise diese Mailadresse missbraucht wurde. Ähnlich funktioniert auch der „HPI Identity Leak Checker“, der vom Hasso-Plattner-Institut entwickelt und bereitgestellt wurde. Du findest darüber leicht heraus, ob Deine Mailadresse als Teil von geklauten Datensätzen im Darknet zu finden ist. Sollte das der Fall sein, brauchst Du die Adresse nicht gleich zu löschen. Lege Dir für Deine wichtige Kommunikation eine zweite an, die Du aber nicht zum Onlineshoppen oder für die Anmeldung auf diversen Internetseiten nutzt.

Die Regeln des E-Mail-Filters in Outlook anpassen
Du willst sicherstellen, dass bestimmte E-Mails gar nicht erst in Deinem Mailprogramm auftauchen? Dann musst Du die Filterregeln entsprechend einstellen, denn in den wenigsten Fällen kannst Du die Absenderadressen direkt sperren. Der Grund dafür ist, dass die Absender meist für jede Aussendung eine neue E-Mail-Adresse generieren, die sich nur minimal von der ursprünglichen Variante unterscheidet. Teilweise richten sie sogar eine andere Domain ein. Dein E-Mail-Programm kann diese Veränderungen jedoch nicht erkennen und zuordnen. Um Deinen Spamfilter richtig einzustellen, brauchst Du daher Schlüsselwörter, nach denen der Text in der E-Mail durchsucht wird. Das kann beispielsweise ein Markenname oder ein Produktname sein. Gehe dafür wie folgt vor:
- Klicke im Outlook-Programm auf die Spam-Mail (rechte Maustaste).
- Gehe auf „Regeln“ und danach auf „Regel erstellen“.
- Klicke auf „Erweiterte Optionen“ und setze einen Haken auf „mit bestimmten Wörtern im Text“.
- Klicke auf den Link „bestimmte Wörter“ und tippe nun Stichwörter ein, nach denen Outlook eingehende Mails durchsuchen soll.
- Bestätige die Auswahl immer mit „Hinzufügen“.
- Klicke auf „Okay“ oder drücke die Enter-Taste, wenn Du die gewünschten Wörter eingegeben hast.
- Setze einen Haken vor „diese in den Ordner Zielordner verschieben“.
- Klicke auf „Zielordner“
- Markiere den Outlook-Ordner „Junk-E-Mail“.
- Bestätige mit Enter oder mit einem Klick auf „Okay“.

Wichtig ist, dass Du auch Ausnahmen definierst, denn ansonsten sortiert Outlook auch gern seriöse E-Mails aus. Beim Stichwort „Casino“ solltest Du zum Beispiel angeben, dass der Filter nicht greifen soll, wenn das Stichwort von einer Person oder öffentlichen Gruppe kommt. Du kannst auch mögliche Absender markieren, von denen E-Mails mit echten Gesprächen rund um ein Casino oder einen geplanten Besuch verschickt werden könnten. Gibt Deiner Regel zum Aussortieren von Spam einen passenden Namen und schließe die Einstellungen mit einem Klick auf „Fertigstellen“ ab.
Im neuen Outlook sind die Filterdefinitionen schneller änderbar. Über „Einstellungen“ und hier über „E-Mail > Regeln > Regeln hinzufügen“ gelangst Du zu einer Auswahl, wo Du Bedingungen für den Filter eingeben kannst. Wähle beispielsweise „Betreff oder Nachrichtentext enthält“ und tippe hier Dein gewähltes Stichwort ein. Gehe nun auf „Verschieben in“ und dort auf „Ordner auswählen > Anderen Ordner auswählen“. Markiere nun „Junk-Mail“ und speichere Deine Einstellungen ab.
Thunderbird hat eigene Anti-Spam-Regeln
Du benutzt Thunderbird? Dann lege einen Spamordner an und klicke hier mit der rechten Maustaste auf die Bezeichnung Deines Kontos. Das ist meist identisch mit Deiner E-Mail-Adresse. Dort wählst Du „Neuer Ordner“ und definierst nun Deine Spamregel. Dazu gehst Du wie folgt vor:
- Klicke auf „Werkzeuge“, dann auf „Nachrichtenfilter“ und auf „Neu“.
- Benenne Deinen Filter und stelle „Inhalt“ und „enthält“ unter „Alle Bedingungen erfüllen“ ein.
- Schreibe Dein Stichwort in das rechts erscheinende Feld.
- Gehe auf „Auszuführende Aktionen“ und wähle „Verschieben der Nachricht in“.
- Klicke jetzt recht neben Deinen Kontonamen und wähle Deinen anfangs neu erstellten Ordner.
- Bestätige mit Enter oder „OK“.

Reiche Spam-Mails zur Prüfung ein
Die Seite www.internet-beschwerdestelle.de bietet die Möglichkeit, Spam-Mails zur Prüfung einzureichen. Die Vereine „eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.“ und „Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e. V.“ betreiben diese Seite und helfen Dir, den wahren Absender einer Nachricht zu ermitteln. Dafür ist es allerdings wichtig, dass Du die Mails immer zusammen mit ihrem Header einreichst. Nach dem Einreichen werden die Beschwerden detailliert geprüft, wobei eco dabei für Spam zuständig ist. Wird bei der Prüfung festgestellt, dass sich juristisch relevante Inhalte in der Mail befinden, wird der Anbieter der Domain, über die die Nachricht verschickt wurde, informiert. Er wird darum gebeten, diese Nachrichten nicht mehr weiterzuleiten. Bei einem festgestellten Verstoß gegen geltende Gesetze wird die Mail an die Bundesnetzagentur weitergeleitet. Diese darf tätig werden, wenn sich in der Spam-Mail eine Telefonnummer befindet. Je nach Schwere des Verstoßes kann eine Abmahnung an den Verantwortlichen übermittelt werden. Teilweise ist es sogar möglich, die Rufnummer abzuschalten. Auch die Festsetzung von Zwangsgeldern kann in die Wege geleitet werden.

In der Spam-Mail ist keine Telefonnummer zu finden? Dann wende Dich an die Internet-Beschwerdestelle. Bei einem Betrugsversuch ist jedoch die Polizei Dein richtiger Ansprechpartner, dort kannst Du gegebenenfalls Anzeige erstatten. Inzwischen sind sogar Onlineanzeigen möglich. Als Beweis fügst Du die Spam-Mail an.
Du willst Dich vor Werbung allgemein schützen? Dann trage Dich in die deutsche Robinsonliste ein. E-Mail-Adressen, die dort zu finden sind, werden von seriösen Unternehmen bei der Aussendung von Werbung nicht berücksichtigt.