Google überwacht Deinen Standort? Mit diesen Tipps ist damit Schluss!
Google überwacht Deinen Standort? Mit diesen Tipps ist damit Schluss!
Dein Android-Handy sammelt permanent Positionsdaten – selbst wenn die Standortfunktion deaktiviert ist. Wie das genau passiert und mit welchen Einstellungen Du die Verfolgung einschränkst, verraten wir Dir in diesem Beitrag.
Warum Google Deinen Standort wissen will
Deine Standortdaten gehören zu den wertvollsten Informationen, die große Tech-Unternehmen sammeln können. Für Google bilden diese Informationen die Grundlage für ein äußerst einträgliches Geschäftsmodell. Denn im Unterschied zu allgemeinen Anzeigen sorgt Werbung, die gezielt auf Deinen Aufenthaltsort angepasst ist, für deutlich höhere Einnahmen. So können Unternehmen genau die Menschen erreichen, die sich gerade in der Nähe eines Geschäfts, Restaurants oder Hotels befinden.
Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Du tatsächlich auf eine Anzeige reagierst oder einen Laden besuchst. Für Werbetreibende bedeutet das eine höhere Effizienz, und dafür zahlen sie gerne mehr Geld. Davon wiederum profitiert Google, da es diese zielgerichteten Werbeplätze verkauft.
Doch nicht nur Google selbst verdient an Deinen Standortdaten. Auch viele App-Entwickler bauen Werbung in ihre Anwendungen ein und profitieren von lokal zugeschnittenen Anzeigen. Je genauer Dein Aufenthaltsort bestimmt werden kann, desto wertvoller werden diese Daten für alle Beteiligten. Deshalb besteht ein großes Interesse daran, möglichst viele Informationen über Deine Bewegungen zu sammeln.
So bestimmt Dein Smartphone die Position

Viele Nutzer gehen davon aus, dass ihr Standort nur dann erfasst wird, wenn die entsprechende Funktion aktiv ist. In Wirklichkeit arbeitet Dein Smartphone jedoch zeitgleich mit mehreren Technologien, um Deine Position möglichst genau zu bestimmen.
Eine zentrale Rolle spielt das WLAN. Selbst wenn Du nicht aktiv mit einem Netzwerk verbunden bist, scannt Dein Gerät regelmäßig die Umgebung nach verfügbaren Netzwerken. Die sogenannten SSIDs – also die Namen der WLANs – werden erfasst und mit großen Datenbanken abgeglichen. In dicht besiedelten Gebieten wie Städten kann Dein Standort dadurch sehr genau bestimmt werden.
Auch Bluetooth trägt zur Positionsbestimmung bei (sofern es aktiviert ist). Viele Geräte senden ständig Signale aus, die von Deinem Smartphone erkannt werden können. Besonders in Innenräumen, etwa in Einkaufszentren oder Flughäfen, kommt diese Methode zum Einsatz.
Hinzu kommen Informationen aus dem Mobilfunknetz. Dein Smartphone ist ständig mit einer Funkzelle verbunden, deren Standort bekannt ist. Anhand dieser Daten lässt sich zumindest eine grobe Position bestimmen. In ländlichen Regionen ist diese Methode allerdings weniger präzise, da die Funkzellen dort deutlich größer sind.
Die genaueste Methode ist und bleibt das GPS. Dabei greift Dein Gerät auf mehrere Satellitensysteme zurück, darunter das amerikanische GPS, das russische Glonass sowie zusätzlich Galileo (Europa) und Beidou (China). Durch die Kombination dieser Systeme kann Dein Standort oft auf wenige Meter genau bestimmt werden.
All diese Technologien arbeiten meist gleichzeitig. Dadurch entsteht ein sehr präzises Bewegungsprofil. Und das selbst dann, wenn Du glaubst, die Standortverfolgung deaktiviert zu haben.
Warum das Deaktivieren nicht ausreicht
Viele Nutzer gehen davon aus, dass sie mit einem einfachen Klick in den Einstellungen die Standortverfolgung vollständig abschalten können. Tatsächlich ist die Situation deutlich komplizierter.
Untersuchungen haben bereits vor Jahren gezeigt, dass Google weiterhin Standortdaten sammelt, selbst wenn Nutzer den Standortverlauf deaktiviert haben. Diese Praxis führte zu mehreren Gerichtsverfahren, und das Unternehmen wurde zu teils hohen Geldstrafen verurteilt.
Das Ausschalten der Standortfunktion bedeutet nicht, dass alle Ortungsmechanismen deaktiviert werden. Das GPS-Modul bleibt beispielsweise weiterhin aktiv. Es wird lediglich gesteuert, welche Apps auf diese Daten zugreifen dürfen.
Auch andere Datenquellen wie WLAN-Scans oder Mobilfunkinformationen werden weiterhin genutzt. Dadurch kann Dein Standort indirekt ermittelt werden, ohne dass Du es direkt bemerkst.
Google hat zwar Anpassungen vorgenommen und speichert viele Standortdaten inzwischen lokal auf Deinem Gerät und nicht mehr in der Cloud. Zudem werden standardmäßig nur noch Daten der letzten Monate aufbewahrt. Doch diese Änderungen betreffen in erster Linie die Speicherung, nicht die Erfassung selbst.
Für personalisierte Werbung greift Google weiterhin auf anonymisierte Standortinformationen zurück. Wenn Du diese Art von Werbung vermeiden möchtest, musst Du die entsprechenden Einstellungen separat deaktivieren. Das geschieht nicht automatisch, wenn Du den Standortverlauf ausschaltest.
So kannst du Deine Standortdaten einsehen und löschen
Wenn Du nachvollziehen möchtest, welche Daten bereits über dich gesammelt wurden, kannst Du einen Blick in Deinen Standortverlauf werfen. Diese Funktion findest Du direkt auf deinem Smartphone in der Karten-App Google Maps.
Dort gibt es die Funktion „Meine Zeitachse“. Sie zeigt dir, an welchen Orten Du Dich aufgehalten hast und welche Wege Du zurückgelegt hast. Je nach Nutzung kann diese Übersicht sehr detailliert sein und sogar einzelne Aufenthalte in Geschäften oder Restaurants anzeigen. Wenn Du nicht über die App auf diese Informationen zugreifen möchtest, kannst Du stattdessen auch in den Handy-Einstellungen unter Standort > Standortdienste > Zeitachse > Zeitachse ansehen navigieren. Oder Du gehst über den Browser auf https://myactivity.google.com.
Du hast verschiedene Möglichkeiten, diese Daten zu löschen. Du kannst entweder die komplette Chronik entfernen oder nur bestimmte Zeiträume auswählen. Außerdem lässt sich eine automatische Löschung aktivieren. Dabei kannst Du festlegen, dass Daten nach drei, 18 oder 36 Monaten gelöscht werden.

Wenn Du noch einen Schritt weiter gehen möchtest, kannst Du die Zeitachse komplett deaktivieren. In diesem Fall werden keine neuen Standortdaten mehr in dieser Form gespeichert, und vorhandene Informationen können gleichzeitig gelöscht werden.

So schränkst Du die Standortverfolgung ein
Wenn Du Deine Privatsphäre besser schützen möchtest, solltest Du mehrere Einstellungen auf Deinem Smartphone überprüfen und anpassen. Eine einzelne Maßnahme reicht in der Regel nicht aus.
Zunächst solltest Du die Standortfunktion grundsätzlich deaktivieren. Das bietet zwar keinen vollständigen Schutz, ist aber ein wichtiger erster Schritt. Für Apps, die zwingend auf Deinen Standort angewiesen sind, kannst Du den Zugriff gezielt erlauben (unter „Standort“ – „App-Berechtigungen“).
Darüber hinaus lohnt sich ein Blick in die erweiterten Standortdienste. Dort kannst Du Funktionen wie WLAN-Scanning und Bluetooth-Scanning ausschalten. Dadurch wird verhindert, dass Dein Smartphone diese Signale zur Positionsbestimmung nutzt.
Auch Optionen wie die Standortgenauigkeit oder der Notfall-Standortdienst sollten überprüft und gegebenenfalls deaktiviert werden, wenn Du sie nicht benötigst.
Ein oft übersehener Bereich sind die sogenannten „Web- und App-Aktivitäten“. Hier speichert Google unter anderem Deine Suchanfragen und Deine Nutzung von Karten- oder anderen Diensten. Diese Daten können ebenfalls Rückschlüsse auf Deinen Standort zulassen. Um das zu deaktivieren, gehst Du wie folgt vor:
- Öffne unter Deinem Google-Konto - “Google-Konto verwalten” und wähle den Punkt “Daten und Datenschutz” aus.
- Tippe auf “Web- und App-Aktivitäten”.
- Entferne Haken, die möglicherweise bei den “Weiteren Optionen” gesetzt sind.
- Tippe ganz links auf das Google-Maps-Symbol.
- Aktiviere die Funktion “Automatisch löschen”. Zudem kannst Du alle bisherigen Aktivitäten entfernen unter “Löschen” > “Alle Aktivitäten löschen”.

Es ist wichtig zu wissen, dass bestimmte Daten weiterhin erfasst werden können, solange dies Funktion „Web- und App-Aktivitäten“ aktiv ist.
WLAN-Trick gegen Standorterfassung
Google greift bei der Standortbestimmung auch auf eine große Datenbank mit WLAN-Netzwerken zurück. Dabei werden die Namen von Netzwerken (SSIDs) erfasst und gespeichert. Diese Informationen helfen dabei, Geräte auch ohne GPS zu lokalisieren.
Wenn Du nicht möchtest, dass Dein eigenes WLAN in dieser Datenbank auftaucht, kannst Du einen einfachen Trick anwenden: Ergänze den Namen deines Netzwerks um den Zusatz „_nomap“. Dieser Hinweis wird von Google berücksichtigt und dein Netzwerk wird nicht zur Standortbestimmung verwendet.
Lässt sich ein falscher Standort vortäuschen?
Es gibt Apps, mit denen Du Deinem Smartphone einen anderen Standort vorgaukeln kannst. Diese sogenannten Fake-GPS-Anwendungen ermöglichen es dir, beliebige Orte festzulegen, die dann von anderen Apps übernommen werden.
Um solche Tools zu nutzen, musst Du zunächst die Entwickleroptionen auf Deinem Gerät aktivieren. Anschließend kannst Du eine entsprechende App auswählen und einen gewünschten Standort festlegen.
Schützt ein VPN vor Standorttracking?
Ein VPN wird oft als Allheilmittel für mehr Privatsphäre im Internet angesehen. Tatsächlich kann es Deine IP-Adresse verschleiern und macht es schwerer, Deinen ungefähren Standort über Deinen Internetanbieter zu bestimmen.
Allerdings hat ein VPN klare Grenzen. Es schützt Dich nicht vor der Ortung über GPS, WLAN oder Mobilfunknetze. Diese Methoden arbeiten unabhängig von Deiner Internetverbindung und liefern deutlich genauere Ergebnisse. Ein VPN kann zwar einen Teil Deiner Online-Aktivitäten anonymisieren, verhindert aber keine umfassende Standortverfolgung durch Dein Smartphone.