Weil jährlich mehr als zwei Milliarden Tonnen Lebensmittel im Müll landen, haben sich viele Menschen dem Kampf gegen die Verschwendung verschrieben. Mit diesen Apps machen sie sich das Leben leichter.
Angesichts ständig voller Supermarktregale ist es kein Wunder, dass jeden Abend nach Ladenschluss etwas übrigbleibt. Mehrere App-Entwickler wie "To Good To Go" (Android/iOS) oder "foodsharing.de" (Web/Android/iOS) kooperieren deshalb direkt mit Supermarktketten.
Um auf "foodsharing.de" unter Privatpersonen Essen zu teilen, ist außer einer Registrierung nichts notwendig. Wer gewerbliche Reste, wie von Supermärkten, abholen möchte, muss ein Quiz lösen und drei Abholungen in Begleitung eines erfahrenen "Foodsavers" absolvieren.
Die Mobile-App von "foodsharing.de" steht als kostenlose Beta-Version zum Download im Playstore und Appstore. Die Web-App ist seit Ende 2012 online. Wer Produkte nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zur Rettung anbietet, verpflichtet sich, die Ware unentgeltlich weiterzugeben.
Die App "OLIO" (Android/iOS) ist dagegen eher als Nachbarschafts-App gedacht. User können übriges Essen untereinander teilen, sich aber auch mit Alltagsgegenständen aushelfen. Einfach einstellen, was übrig ist oder gerade nur herumsteht, Abholort vereinbaren und miteinander teilen.
Eine der populärsten Apps gegen Lebensmittelverschwendung ist "To Good To Go": Wer übrige Lebensmittel hat, kann sie vergünstigt anbieten. "To Good To Go" kooperiert mit Branchengrößen wie Alnatura, Edeka oder Nordsee, richtet sich aber auch an Bäckereien, Cafés, Hotels und Restaurants aller Art.
So tummeln sich auf "To Good To Go" laut eigenen Angaben inzwischen fast 12.000 Unternehmen, die zusammen mit den Usern bereits zwölf Millionen Portionen Essen gerettet haben. Die App ist kostenlos und für Andoid und iOS verfügbar.
An die eigenen vier Wände richtet sich dagegen die App "Zu gut für die Tonne" (Android/iOS) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Sie enthält Resterezepte von Starköchen wie Sarah Wiener oder Tim Mälzer und weiteren berühmten "Kochpaten" wie Daniel Brühl oder Reiner Calmund.
Weil die Zutatenfunktion von "Zu gut für die Tonne" Mängel aufweist, schneidet die App im Schnitt schlecht ab. Viele greifen lieber zu "Plant Jammer" (Android/iOS). Das Prinzip: der App mitteilen, welche Zutaten gerade im Kühlschrank liegen, Vorlieben auswählen und ein individuelles Rezept erhalten.
Weitere Apps wie "UXA" (Android/iOS) oder "ResQ Club" (Android/iOS) sind jung und noch nicht so etabliert wie ihre großen Geschwister "To Good To Go" oder "foodsharing.de". Beide Anwendungen stehen jedoch gratis im App- und Playstore und warten darauf, dass mehr User sie testen.