25 Jahre iPod: Und die Musik lebt immer noch weiter
Das kalifornische Tech-Unternehmen Apple hat in den vergangenen Jahrzehnten mit mehreren Geräten die Welt nachhaltig beeinflusst. Auch mit dem erstmals im Oktober 2001 vorgestellten iPod. Zwar hatten sich schon andere Hersteller zuvor auf die Produktkategorie konzentriert, doch der iPod verlieh MP3-Playern ungeahnte Popularität - lange bevor an Musikstreaming via Spotify, Apple Music und Co. zu denken war.
Jugendliche und junge Erwachsene, die in den frühen 2000ern einen iPod hatten, waren einfach cool. Der iPod war das Muss-Gadget der Stunde. Es folgten über die Jahre unterschiedliche Generationen und Ausführungen, vom iPod shuffle über den iPod nano bis hin zum iPod touch.
Smartphones liefen besonders auch dank des iPhones tragbaren Musikabspielgeräten allerdings bald den Rang ab. So ist das nun mal. Der Walkman wurde vom Discman ersetzt. Der Discman behauptete sich erst gegen Formate wie die MiniDisc und musste schließlich dem MP3-Player weichen. Der MP3-Player hatte irgendwann kaum noch eine Chance gegen das Smartphone. Und das sah man auch bei Apple.
Im Mai 2022 wurde mit den Worten "Die Musik lebt weiter" verkündet, dass der Geist des iPod in anderen Geräten des Unternehmens weiterlebe, die Produktreihe aber eingestellt werde. Den iPod touch, die letzte Version des Kultplayers, gab es nur noch, solange der Vorrat reichte. Heute, 25 Jahre nachdem er erstmals vorgestellt wurde, ist der iPod allerdings wieder beliebter, als man vor einigen Jahren noch erwarten konnte.
Der iPod ist so 2000er?
Axios berichtete im Februar 2026, dass im Vorjahr das Interesse an dem Ur-iPod und dem iPod nano laut Google-Suchanfragen deutlich gestiegen war. Zwischen Januar und Oktober 2025 stiegen die Anfragen auf dem Online-Marktplatz eBay zur classic- um 25 Prozent und zur nano-Variante um 20 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie das Nachrichtenportal schrieb. Aber warum?
Wer sich jetzt denkt, dass der iPod doch so 2000er ist, hat damit völlig recht - und genau das scheint auch der Grund für die steigende Popularität zu sein. Cal Newport, Autor des Buchs "Digital Minimalism" und Informatikprofessor, erklärte, dass ältere Technik meist einem einzigen Zweck diene. Mit einem iPod könne man ausschließlich Musik hören. Mit einem Smartphone sei es hingegen kaum möglich, die eigene Nutzung konsequent zu steuern. Nutzerinnen und Nutzer werden von den vielen Möglichkeiten zwischen Nachrichten, Künstlicher Intelligenz, Games, Musik, Social Media und mehr quasi erschlagen.
Zwar konnten gerade spätere Modelle des iPod weit mehr als nur Musik abspielen, aber der Grundgedanke ist schlüssig. Mit einfacheren Geräten können Nutzerinnen und Nutzer in vielen Fällen weniger anstellen oder müssen sich sogar auf eine einzige Sache konzentrieren. Daneben können damit auch Erinnerungen an womöglich einfachere und glücklichere Zeiten geweckt werden, in denen noch nicht der Eindruck entstanden war, dass die gesamte Welt mittlerweile durchgedreht zu sein scheint. Weniger Zukunftsängste, weniger Krisen, einfach nur die Lieblingssongs auf den Ohren...
Besonders auch die Gen Z scheint sich immer mehr der omnipräsenten KI und ganz aktueller Technik auf diese Weise zu verweigern, wie das Tech-Blog "Engadget" im Juni schrieb. Die jüngere Generation kehre "der Technik zwar nicht komplett den Rücken", aber sie orientiere sich wieder an den späten 2000er-Jahren. Was damals ein Symbol des Zeitgeists gewesen sei, signalisiere heute eine komplett entgegen gerichtete Entwicklung. "Der Trend zu Technik-Gadgets von vor zwei Jahrzehnten scheint vor allem durch einen Überdruss gegenüber dem aktuellen Stand der Technik angetrieben zu werden", heißt es.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch jene, die ältere Technik als Notlösung nutzen. Schon im September 2025 berichtete die "New York Times" unter anderem von einer Highschool im US-Bundesstaat New Hampshire, an der Smartphones verboten wurden. Mehrere Schüler brachten plötzlich MP3-Player und Discmen mit zur Schule, jemand sogar einen Walkman. Auch an anderen Schulen gab es demnach ähnliche Entwicklungen. Ein Schlupfloch, das aber auch teils direkt wieder geschlossen wurde. An einer Schule in Missouri wurden E-Mails verschickt, dass Schülerinnen und Schüler ihre MP3-Player zuhause lassen sollten.
Wie es mit dem iPod, dem Discman und dem Walkman weitergeht? Wer weiß das schon so genau. Sammler und Enthusiasten werden ihre bevorzugten Geräte stets in Ehren halten, die Kids entdecken vielleicht schon bald andere Technik für sich. Womöglich florieren irgendwann wieder Boomboxes auf Schulhöfen, die Bluetooth-Speaker ersetzen. Eines ist aber sicher: Die Musik lebt weiter. Vielleicht auf einem alten iPod.