Zwei Rückschläge in erster Woche: Investitionen in digitale Technologie machen neuem Disney-Chef zu schaffen
Josh D'Amaro wird sich einen reibungsloseren Start in seinen neuen Job gewünscht haben, aber es kam anders: Am 18. März trat der 55-Jährige die Nachfolge von Bob Iger als Chief Executive Officer (CEO) der Walt Disney Company an - nur um innerhalb seiner ersten Woche zwei wichtige Projekte seiner Firma auf dem Gebiet digitaler Technologien zusammenbrechen oder in starke Gefahr geraten zu sehen.
So verkündete der ChatGPT-Entwickler OpenAI am Dienstag die Einstellung seiner KI-Video-App Sora, deren User sie nutzen konnten, um Clips in Spielfilmqualität zu kreieren. Disney hatte erst im Dezember 2025 eine Kooperation mit OpenAi beschlossen, in deren Zuge Sora-User etwa 200 Figuren aus den Star-Wars- und Marvel-Franchises für Content in den sozialen Medien hätten nutzen können.
Sora war erst im Oktober 2025 veröffentlicht worden. "Angesichts steigender Rechenanforderungen konzentriert sich das Sora-Forschungsteam künftig auf Simulationen von realen Umgebungen, um Fortschritte in der Robotik zu erzielen", erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider".
Digitales Universum mit Disney-Charakteren geplant
Ebenfalls am Dienstag kündigte die Gaming-Firma Epic Games den Abbau von 1000 Stellen an. Der ausbleibende Erfolg jüngerer Projekte wurde als Auslöser des drastischen Schritts genannt. Disney hat 2024 1,5 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen investiert. Das langfristige Ziel: Die Kreation eines fortbestehenden digitalen Universums voller Disney-Charaktere.
Epic-Gründer Tim Sweeney sprach in einer firmeninternen Mitteilung von einer Einsparung von 500 Millionen US-Dollar, welche die Firma für den Start mehrerer großer Projekte vorbereiten würden. Spezifische Angaben zu der Kooperation mit Disney machte Sweeney keine. Josh D'Amaro hängt viel an dem Deal: Laut dem Wirtschaftsmagazin "Bloomberg" ist die Zusammenarbeit mit Epic ein Kernaspekt von dessen Führungsstrategie. Bevor er zum CEO gewählt wurde, war D'Amaro neben den Themenparks auch für den Gaming-Bereich des Unterhaltungsriesen verantwortlich.