Trojaner lauern sogar in offiziellem Android-Store: So schützt Du Dich
Trojaner lauern sogar in offiziellem Android-Store: So schützt Du Dich
Sicherheitsforscher warnen vor neuartigen KI-Trojanern auf Android-Smartphones. Wir zeigen, wie diese auf Dein Gerät gelangen und wie Du reagieren solltest.
So kommen die Trojaner auf Dein Smartphone
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie die Schadsoftware auf Android-Geräte gelangt. Häufig nutzen Cyberkriminelle APK-Versionen bekannter und beliebter Apps. Dazu zählen:
- Deezer
- Netflix
- Spotify
- YouTube
Die Verbreitung dieser APKs geschieht vor allem über Discord- oder Telegram-Kanäle.
Aber auch wer einen offiziellen Store für Apps nutzt, kann sich einen Trojaner einfangen. So deckten Forscher auf, dass gleich in mehreren Spielen bei GetApps – dem offiziellen App Store von Xiaomi – Trojaner versteckt waren. Einige Games wiesen bereits Tausende von Downloads auf, als die Gefahr bekannt wurde. Bei den infizierten Spielen handelt es sich unter anderem um:
- Amazing Unicorn Party
- Cute Pet House
- Creation Magic World
- Open World Gangsters
- Sakura Dream Academy
- Theft Auto Mafia
So funktionieren die Trojaner
Wie das Sicherheitsunternehmen Doctor Web aufdeckte, sind die Trojaner besonders gefährlich, weil sie KI-Techniken nutzen. Dabei handelt es sich etwa um TensorFlow-Modelle, die Google für maschinelles Lernen entwickelt hat. Dadurch agiert die Malware nicht nach einer festgelegten Prozedur, sondern kann ihr Verhalten erfahrungsorientiert anpassen und optimieren. Dabei ist es den KI-Trojanern sogar möglich, das Nutzerverhalten zu imitieren und auf dynamische Elemente in Web-Anzeigen selbsttätig zu reagieren.
Nutzer bekommen von den Aktivitäten der Trojaner oft nichts direkt mit. Das liegt daran, dass die heruntergeladenen Apps meistens die versprochenen Funktionen liefern, jedoch mit Schadcode infiziert sind. Betrügerische Klicks laufen dann unbemerkt im Hintergrund ab. Auch den Browser oder neue Tabs öffnen die Trojaner nicht sichtbar. Stattdessen agieren sie in einer verborgenen WebView-Umgebung.
Diese Gefahren drohen
Derzeit scheint es so, als stellen die aktuellen KI-Trojaner vor allem einen Angriff auf die Privatsphäre von Smartphonenutzern dar. Allerdings ist es auch möglich, dass Hacker mithilfe dieser Schadsoftware später kriminelle Aktivitäten über die infizierten Geräte durchführen. Außerdem lassen sich mit Trojanern sensible Finanz- und Zugangsdaten stehlen, Dateien löschen oder andere Malwareprogramme installieren.
So kannst Du Dich vor dieser und anderer Schadsoftware schützen
Auch wenn Du die Aktivität von Trojanern nicht direkt beobachten kannst, gibt es doch Indizien für ihr Vorhandensein. Dazu zählen:
- häufige Systemabstürze
- plötzlich deutlich verkürzte Akkulaufzeit
- unbekannte Apps
Im Zweifelsfall solltest Du bei diesen Anzeichen neu hinzugefügte Apps umgehend wieder deinstallieren.
Zudem empfiehlt es sich, den Schutz Deines Smartphones zu intensivieren. Dazu gehört die Verwendung eines Antivirenprogramms, das Dein Gerät regelmäßig untersucht und eingreift, bevor ein Trojaner Schaden anrichten kann. Zudem solltest Du Apps generell nur aus vertrauenswürdigen Quellen beziehen. Für Android-User ist diesbezüglich Googles Play Store die erste Wahl. Denn alle hier angebotenen Programme durchlaufen vor der Freischaltung im Regelfall eine genaue Untersuchung. Zudem existiert mit Google Play Protect ein leistungsfähiger Sicherheitsdienst, der Apps vor der Installation aus dem Play Store überprüft.