70.000 Euro für einen nicht fahrtüchtigen Golf?
RM Sothebys versteigert am 31. Oktober 2026 diesen VW Golf R23 der vierten Generation.
RM Sotheby’s versteigert einen Golf R32 der vierten Generation, der seit seiner Erstzulassung kaum bewegt wurde. Der einzige Besitzer fuhr den dreitürigen Rechtslenker gerade einmal 628 Kilometer. Danach verschwand der Volkswagen für viele Jahre in der Garage.
Was auf den ersten Blick nach einem Traum für Sammler aussieht, hat einen gewaltigen Haken, denn die geringe Laufleistung hat auch ihren Preis. Nach der langen Standzeit muss die Technik des Golfs zuerst auf Vordermann gebracht werden, ehe das Fahrzeug wieder voll arbeitsfähig ist.
Lange Standzeit statt regelmäßiger Ausfahrten
Der erste und einzige Besitzer meldete den R23 am 4. Oktober 2003 im britischen Kent an. Viel Bewegung bekam der Golf nicht, laut Inserat stand er in den 23 Jahren hauptsächlich in der Garage. Die einzige dokumentierte MoT-Prüfung, das britische Pendant zur Hauptuntersuchung, absolvierte der Volkswagen am 3. Oktober 2006.
RM Sotheby's weist daher darauf hin, dass der Wolf im Schafspelz nicht ohne Weiteres fahrbereit ist. Fachleute müssten den Wagen zunächst wieder in Betrieb nehmen. Welche Arbeiten konkret anstehen, beschreibt das Auktionshaus, das den Golf am 13. Oktober 2026 in London versteigert nicht.
VR6 statt GTI-Vierzylinder
Volkswagen stellte den Golf R32 ab dem Modelljahr 2003 an die Spitze der vierten Golf-Generation. Unter der Haube arbeitete kein aufgeladener Vierzylinder wie im damaligen GTI, sondern ein 3,2-Liter-VR6 mit 237 PS.
Ein Sechsgang-Schaltgetriebe leitet die Kraft an den Haldex-gesteuerten Allradantrieb 4Motion weiter. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h gab Volkswagen 6,6 Sekunden an.
Mit dem R32 begann außerdem die Geschichte der späteren Golf-R-Modelle. Rund 2.000 Exemplare der vierten Generation lieferte Volkswagen neu nach Großbritannien. Das Auktionsauto gehört zu diesen Fahrzeugen und kombiniert die dreitürige Karosserie mit Rechtslenkung.
Blau, grau und viel Alcantara
Den R32 lackierte Volkswagen in Deep Blue Pearlescent. Im Innenraum treffen Flannel Grey und Schwarz aufeinander. Alcantara-Polster und R-Ziernähte gehören ebenso zur Ausstattung wie ein CD-Player und eine Geschwindigkeitsregelanlage. RM Sotheby’s bietet den Golf R32 ohne Mindestpreis an. Der erwartete Verkaufspreis soll zwischen 30.000 bis 50.000 britischen Pfund liegen, umgerechnet 40.500 bis 70.000 Euro. Der hohe Preis spiegelt den fast neuwertigen Zustand des Fahrzeugs wider, auch wenn die Technik zunächst überholt werden muss. Laut den Fotos des Inserats zeigt der Innenraum fast keine Gebrauchsspuren auf. Classic Analytics taxiert den Wert eines R32 der vierten Generation in gepflegtem Zustand deutlich niedriger, auf 34.300 Euro. Ob der Schätzpreis also realistisch ist, wird die Auktion Ende Oktober zeigen.
