So schicken Sie Ihren Klassiker in den Winterschlaf
Wer seinen Oldtimer oder Youngtimer gut vorbereitet in die Winterpause schickt, erhält den Wert und startet gut vorbereitet in die nächste Saison.
Wenn das Wetter zunehmend ungemütlicher wird, sich Schnee ankündigt und damit Glätte, erhöhte Unfallgefahr und Salz auf den Straßen, verordnen die meisten Klassiker-Besitzer ihrem Gefährt eine Ruhepause. Das schont die Nerven und das Material, vor allem jenes, dem Korrosion erspart werden soll.
Da die Standzeit mehrere Monate währt, ist es allerdings unumgänglich, das Fahrzeug entsprechend vorzubereiten. Ansonsten drohen im nächsten Frühjahr böse Überraschungen. Dabei ist es zunächst angeraten, das Auto gründlich zu waschen, dabei auch Radhäuser und Unterboden, soweit zugänglich, von Schmutz zu befreien, der Feuchtigkeit speichern und Korrosion begünstigen könnte. Bei einer anschließenden genauen Besichtigung entdeckte Schäden am Lack oder Unterbodenschutz sollten vor dem Einmotten ausgebessert werden. Allerdings erst dann, wenn das Fahrzeug Zeit hatte, nach der Wäsche vollständig und gründlich zu trocknen.
Volltanken oder nicht?
Ein wichtiger Punkt ist es, die Kühlflüssigkeit zu kontrollieren und gegebenenfalls Frostschutzmittel einzufüllen. Auf der sicheren Seite bewegt sich, wer das Mischungsverhältnis auf bis minus 40 Grad einstellt. Bei einer anschließenden Ausfahrt – natürlich nur bei trockenem Wetter – kann sich das Mittel im Motor verteilen. Wer dabei einen Tankstopp einlegt und den Kraftstoffbehälter komplett auffüllt, beugt auch Korrosion im Tank vor.
Nun sind Motor und Öl auf Betriebstemperatur, sodass auch gleich der vor längeren Standzeiten im Zweifelsfall empfehlenswerte Ölwechsel durchgeführt werden kann. Gealtertes Motoröl kann nämlich Wasser und chemisch saure Rückstände enthalten, die während einer längeren Standzeit die Motorinnereien angreifen würden. Ratsam ist es, auch alle weiteren Ölstände zu kontrollieren, also etwa jene von Getriebe, Hinterachse und Lenkgetriebe. Vorhandene Schmierstellen sollten per Handpresse mit einer frischen Portion Fett bedacht werden.
Standplatten? Druck erhöhen!
Um Standplatten der Reifen zu vermeiden, ist es ratsam, den Luftdruck zu erhöhen. Als Faustregel gilt hier, etwa ein Bar nachzupumpen. Zusätzlich sollte das Auto immer mal wieder ein Stückchen hin- und hergeschoben werden. Wenig pflegebedürftig sind die Bremsen. Korrosion an Scheiben und in Trommeln verschwindet bei der ersten Ausfahrt im nächsten Frühjahr von selbst. Allerdings sollte auf keinen Fall die Handbremse angezogen werden, da ansonsten über den Winter die Beläge an den Bremsflächen festbacken können.
Batterie? Ausbauen und laden
Die Batterie sollte ausgebaut und kühl und trocken gelagert oder zumindest abgeklemmt werden. Zwar verkraften moderne Batterien eine mehrmonatige Standzeit durchaus, besser ist es jedoch, ein Ladegerät mit Erhaltungsladung anzuschaffen, das den Akku über den Winter in Form hält. Selbst hochwertige Geräte dieser Art kosten weniger als eine neue Batterie.
Der richtige Abstellort
Der ideale Abstellort für einen Oldtimer ist frostfrei, aber mäßig temperiert, die relative Luftfeuchtigkeit sollte nicht über 50 Prozent liegen. Die Fenster des Autos einen Spaltbreit geöffnet zu lassen, sorgt für eine gute Dauerbelüftung des Innenraums. Bei Cabrios ist es empfehlenswert, auch das Dach nicht ganz zu schließen, das schont das Verdeckmaterial und die Mechanik. Wenn nun noch Chrom-, Kunststoff- und Gummiteile mit entsprechenden Pflegemitteln konserviert werden, steht einem erfreulichen Wiedersehen im nächsten Frühjahr nichts mehr entgegen.
Checkliste für die Oldtimer-Winterpause
- Letzte AusfahrtFrostschutz auffüllen, Fahrzeug warm fahren und volltanken, anschließend Motoröl wechseln. Dem Einfrieren des Scheibenwischwassers lässt sich durch Auffüllen von handelsüblichem Brennspiritus vorbeugen.
- SichtprüfungAuto gründlich waschen und anschließend genau in Augenschein nehmen, auch von unten. Lackfehler und Beschädigungen am Unterbodenschutz ausbessern. Schweißnähte und Falze mit Wachsspray behandeln.
- Technik-CheckÖlstände und Schmierstellen kontrollieren. Der Korrosion im Motor beugen ein paar Tropfen Korrosionsschutzöl vor, die in jedes Zündkerzenloch geträufelt werden. Es schadet auch nicht, ölgetränkte Lappen in den Luftfiltereingang und das Auspuffendrohr zu stecken. Reifenluftdruck erhöhen. Nicht die Handbremse anziehen.
- InnenraumAussaugen und gründlich reinigen, darauf achten, dass die Fußmatten völlig trocken sind. Holz- und Lederflächen mit entsprechenden Pflegemitteln behandeln. Auch den Kofferraum kontrollieren. Über den Winter einen Spaltbreit geöffnete Fenster sorgen für eine gute Durchlüftung.
- Gummi und ChromChromflächen polieren und mit einem geeigneten Mittel konservieren. Gummiteile mit Pflegemitteln aus dem Fachhandel behandeln. Die Wischerblätter sollten den Winter über nicht auf der Scheibe aufliegen.
- AbstellortIdeal ist eine mit rund 10 bis 20 Grad gut temperierte und durchlüftete Garage mit mäßiger Luftfeuchtigkeit. Im Zweifelsfall mit Hygrometer kontrollieren und Luftentfeuchter einsetzen. Abdecken mit einer Plane hält Staub und Schmutz fern. Batterie an Erhaltungsladegerät anschließen.
