8 Camper mit integriertem Kinderzimmer
An die Hecksitzgruppe passen bis zu vier Personen. Größer als 1,80 Meter sollten sie nicht sein, sonst stoßen die Köpfe am Hubbett an.
Viel Platz für die ganze Familie: Drei Campingbusse und fünf Wohnmobile zeigen, wie Kinderzimmer auf Rädern funktionieren.
Familien benötigen im Wohnmobil keinen Luxus, sie brauchen einen gut strukturierten Wohnraum. Genau das liefern Grundrisse mit Kinderzimmern. Statt nur zusätzliche Schlafplätze ins Heck zu quetschen, schaffen die folgenden 8 Modelle einen eigenen Raum für den Nachwuchs: mit Sitzgelegenheit, Tisch und Betten. Tagsüber dort wird gespielt, während Papa vorn kochen und den Tisch decken kann. Abends schlafen die Kids in ihrem Bereich, und Mama kann auf der Sitzgruppe in der Front den Abend ausklingen lassen.
Der typische Aufbau von Wohnmobilen mit Kinderzimmern folgt einem klaren Schema. Vorn schlafen die Eltern im Hubbett über der Sitzgruppe oder im Alkoven. In der Mitte trennen Küche, eine Sitzgruppe und Bad die Schlafbereiche. Hinten liegt das Kinderzimmer: Stockbetten oder ein Hubbett über einer eigenen kleinen Sitzgruppe. Bei Modellen mit großer U-Sitzgruppe im Heck wandert das Kinderzimmer auch mal in die Fahrzeugmitte und das Bett nach vorn. Entscheidend bleibt: Kinder bekommen ihren eigenen Bereich – nicht bloß ein Bett.
Campingbusse mit Kinderzimmer
Campingbusse sind die kompaktesten Reisemobile – sie basieren auf Serienkastenwagen und bleiben dadurch im Alltag so wendig wie ein Transporter. Allerdings bieten sie weniger Wohnraum als aufgebaute Fahrzeuge.
Robeta Ares, Helios & Apollo – Family Edition und Family Flex Space
Der slowenische Hersteller Robeta baut jeden Van in Handarbeit und bietet gleich drei Modelle mit Kinderzimmer-Option. Den kompakten Ares (5,41 m), den mittleren Helios (5,99 m) und den geräumigen Apollo (6,36 m). Alle drei gibt es als Family Edition mit elektrischem Hubbett im Heck und Sitzgruppe mit vier Sitzen darunter, die nachts zum Zusatzbett wird. Neu ist die Family Flex Space Edition: Hier verschwindet das hintere Doppelbett tagsüber auch und gibt eine gemütliche Lounge frei, mit Tisch und zwei Sesseln.
promobil hat den Ares in der Family Edition bereits vorgestellt. Mit seinen kompakten 5,41 Metern eignet er sich aber nur bedingt für Familien. Wer komfortabel reisen will, greift besser zum Apollo. Und ein grundsätzlicher Tipp: Campingbusse für Familien sollten mit Bett im Aufstelldach konfiguriert werden. Nur so bleibt der Wohnraum tagsüber komplett frei – egal, wie viele Schlafplätze unten bereits existieren.
- Basis: Fiat Ducato, Citroën Jumper oder Opel Movano
- Länge: 5,41 m (Ares) / 5,99 m (Helios) / 6,36 m (Apollo)
- Schlafplätze: bis 6 (mit Aufstelldach)
- Gurtplätze: 4–5
- Preis Ares: ab ca. 69.000 Euro
Teilintegrierte Wohnmobile mit Kinderzimmer
Teilintegrierte kombinieren das Serienfahrerhaus eines Transporters mit einem eigenständigen Wohnaufbau. Das schafft mehr Platz und Stehhöhe als ein Campingbus, bleibt aber relativ kompakt.
Giottiline Siena 396
Giottiline packt auf 7,40 Meter ein wandelbares Kinderzimmer ins Heck des Siena 396. Zwei klappbare Stockbetten (je 77 × 210 cm), davor stehen zwei Sitze mit kleinem Beitisch: tagsüber Spielecke, nachts Schlafbereich. Vorn schlafen die Eltern im elektrischen Hubbett über der Sitzgruppe für sieben Personen.
Praktisch: Die Badezimmertür trennt Heck und Wohnraum voneinander. Kinder schlafen, Eltern lesen. Weniger praktisch: Der Beitisch muss während der Fahrt verstaut werden. Wer beide Betten hochklappt, bekommt während der Fahrt hinten eine Heckgarage über die fast komplette Aufbauhöhe von 222 cm. Am Stellplatz im Wohnmodus geht die natürlich verloren.
- Basis: Citroën Jumper, Peugeot Boxer oder Fiat Ducato
- Länge: 7,40 m
- Schlafplätze: 5
- Gurtplätze: 5
- Preis: auf Anfrage
Itineo Cozi PS740
Der Itineo Cozi PS740 ist eine kleine Familienwohnung auf Rädern. Auf 7,40 Metern bringt der Teilintegrierte auf Peugeot-Boxer-Basis einen klar gegliederten Grundriss mit: Vorn die große Sitzgruppe für bis zu sieben Personen, in der Mitte Küche und Bad, im Heck das Kinderzimmer.
Dort montiert Itineo an den Seitenwänden zwei Sitze mit abbaubarem Klapptisch, an der Rückwand zwei Stockbetten (je 81 × 212 cm). Tagsüber spielen die Kinder an ihrem eigenen Tisch, abends verschwinden sie in die Kojen. Die Eltern schlafen vorn im Hubbett über der Sitzgruppe. Die Badezimmertür trennt beide Bereiche – praktisch bei unterschiedlichen Schlafenszeiten.
Wer das Schwestermodell Giottiline Siena 396 kennt, erkennt die Verwandtschaft. Der Unterschied: Beim Siena lassen sich beide Heckbetten hochklappen, beim Itineo Cozi PS740 lässt nur das untere. Die große Heckgarage während der Fahrt entsteht trotzdem, ist allerdings deutlich niedriger.
- Basis: Peugeot Boxer
- Länge: 7,40 m
- Schlafplätze: 5
- Gurtplätze: 5
- Preis: ab 64.800 Euro
Rimor Kilig 77 Plus
Rimor geht im Kilig 77 Plus einen anderen Weg. Statt auf Stockbetten setzt der italienische Hersteller in der Basisversion auf zwei elektrische Hubbetten: eines über der Halbdinette vorn, eines über der großen U-Sitzgruppe im Heck. Tagsüber hängen beide unsichtbar unter der Decke. Abends senken sie sich auf Knopfdruck ab – je 1,22 × 2,00 m groß und bis 250 kg belastbar. Optional gibt es für beide Sitzgruppen versenkbare Tische, die einen Umbau zum Bett ermöglichen.
Die U-Sitzgruppe im Heck ist beim Rimor Kilig 77 Plus eher der Wohn- und Essbereich für die ganze Familie. Die kleine Dinette vorn funktioniert als Kinderbereich mit eigenem Tisch. Auf 6,97 Metern Länge bietet der Kilig 77 Plus damit bis zu sieben Schlafplätze, wenn auch die Sitzgruppen umgebaut werden. Die Heckgarage fällt mit einer Türöffnung von nur 55 × 70 cm allerdings winzig aus.
- Basis: Ford Transit
- Länge: 6,97 m
- Schlafplätze: 4 fest + 3 optional
- Gurtplätze: 5
- Preis: ab 58.222 Euro
Integrierte mit Kinderzimmer
Integrierte verschmelzen Fahrerhaus und Wohnraum zu einer Einheit – das ergibt das größte Raumgefühl und die beste Isolierung. Nachteil: Diese Aufbauweise treibt Gewicht und Preis nach oben.
Itineo Famili SB740
Der erste Integrierte mit Kinderzimmer im Heck. Der Grundriss entspricht weitgehend dem teilintegrierten Schwestermodell Cozi PS740: Etagenbetten (2 × 81 × 217 cm), dazu eine Sitzgruppe im hinteren Zimmer, die sich in ein Bett für zwei Personen umwandeln lässt (133 × 217 cm). Vorn schlafen die Eltern im einfahrbaren Hubbett (140 × 190 cm). Mit bis zu sieben Schlafplätzen und einem Kinderzimmer mit drei Schlafgelegenheiten übertrifft der SB740 seinen teilintegrierten Bruder beim Platzangebot.
Der entscheidende Unterschied: Die vollintegrierte Bauweise verschmilzt Fahrerhaus und Wohnraum nahtlos – das schafft spürbar mehr Raumgefühl als beim Cozi PS740. Allerdings steigt auch das Gewicht. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 4.400 kg – Führerschein Klasse C1 ist Pflicht. Serienmäßig mit einem fünften zugelassenen Sitzplatz ausgestattet. Ein leichterer Integrierter mit Stockbetten aus der Family Line ist der Itineo SBD 700 – ohne Sitze und Tisch im Heck.
- Typ: Integriert
- Basis: Fiat Ducato
- Länge: 7,42 m
- Schlafplätze: 5 (+2 optional)
- Gurtplätze: 5
- Preis: ab 86.990 Euro
Alkoven mit Kinderzimmer
Alkoven setzen auf die namensgebende Schlafnische über dem Fahrerhaus. Das schafft einen zusätzlichen festen Schlafplatz, ohne Wohnraum zu opfern, macht das Fahrzeug aber hoch und windanfällig.
Rimor Super Brig Suite
Der Super Brig Suite setzt auf die klassische Alkoven-Formel. Vorn bietet eine zweite Halbdinette zusätzlichen Wohnraum, in dem die Kinder spielen können, während der Familienplatz die große u-förmige Hecksitzgruppe ist.
Oben im Alkoven schlafen die Kinder auf 1,40 × 2,20 m. Hinten macht das Hubbett die Hecksitzgruppe nachts zum Schlafplatz (1,40 × 2,20 m). Dazwischen: Küche mit Backofen und Grill auf der Beifahrerseite, Bad mit fester Duschtür. Auf 6,97 Metern schafft der Grundriss so eine klare Trennung der Lebensbereiche.
- Basis: Ford Transit
- Länge: 6,97 m
- Schlafplätze: 2 fest + 2 zusammensetzbar + 1 optional
- Gurtplätze: 4 (+1 optional)
- Preis: ab 68.600 Euro
Worauf Familien achten sollten
Abtrennbarkeit entscheidet über den Alltagsnutzen. Am einfachsten lösen es Modelle, bei denen die Badezimmertür als Raumteiler zwischen Heck und Wohnraum dient, wie beim Giottiline Siena 396 und Itineo Cozi PS740. Beim Rimor Kilig 77 Plus fehlt diese Trennung weitgehend.
Variabilität zeigt sich im Detail. Hochklappbare Betten, verschwindende Tische, wandelbare Sitzgruppen: Je mehr Funktionen das Heck vereint, desto besser passt es sich an den wechselnden Familienalltag an.
Stauraum bleibt das Dilemma. Wo normalerweise Fahrräder, Campingmöbel oder Surfbretter in der Heckgarage stehen, beansprucht jetzt das Kinderzimmer den Platz. Beim Halt muss das Gepäck raus – oder es wandert auf einen Heckträger bzw. aufs Dach. Wer das Kinderzimmer will, muss beim Stauraum umdenken.
