Guter Offroader oder alles nur Show?
Mit dem Roadstar XT steigt einer der größten Namen im Kastenwagen-Segment in den Markt für 4x4-Campingbusse ein. Vor allem der Preis sorgt für Aufsehen – doch zu Recht?
Grundpreis rund 90.000 Euro – bereits mit Allradantrieb, 190-PS-Motor und Automatik. Das ist ein Wort. Vor allem wenn man weiß, dass viele andere 4x4-Camper auf Mercedes-Sprinter-Basis typischerweise erst bei 120.000 Euro oder noch deutlich höher starten. Offenbar kann Pössl hier seine Marktmacht beim Einkauf der Zulieferteile und seine Fertigungsroutine zugunsten eines attraktiven Verkaufspreises ausspielen. Allerdings ist der Roadstar XT zum Grundpreis noch lange nicht so ausgestattet wie der nach allen Regeln der Kunst gepimpte Edition-Adventure-Wagen, der zum Test anrollte. Da sprechen wir über einen Gesamtpreis von rund 135.000 Euro. Aber nicht jeder braucht so ein aufgemotztes Teil, das dann auch beim Spritverbrauch – so viel sei schon verraten – ganz ordentlich zulangt.
Wohnen
Auf den ersten Blick birgt der Grundriss keine Besonderheiten – Halbdinette-Sitzgruppe vorn, Küche und Bad in der Mitte und Querbett hinten. Im Detail macht Pössl aber sein eigenes Ding. Etwa mit einem Einzelsitz statt einer Zweierbank und damit nur drei Sitzplätzen insgesamt. Reicht ja auch, Paare können sich so trotzdem gegenübersitzen. Mehr als zwei Schlafplätze sind ohnehin nicht vorgesehen. Wer ab und an dennoch einen vierten Fahrplatz braucht, bekommt optional einen Auszug am Einzelsitz, auf dem ein separater, zweiter Sitz befestigt werden kann. Dann ist der Mittelgang weitgehend blockiert. Dieses Extra ist zwangsgekoppelt mit der Auflastung auf 4,1 Tonnen. Der Vorteil des Einzelsitzes ist natürlich der Platzgewinn im eher schmalen Sprinter, zumal gegenüber der Sitzgruppe ein extrabreiter Kühlschrank steht. Mal gemütlich quer drauflümmeln wie auf einer Zweierbank geht hier allerdings nicht.
Auch der Tisch mit seiner kleinen Platte unterstützt die Bewegungsfreiheit im Gang – ist mit einem ausgiebigen Mittagessen für zwei aber schon bald überfordert. Eine Erweiterungsplatte ist nicht vorgesehen. Die könnte auch den Beifahrersitz noch besser einbinden. Der Tisch ist nur an der Wand befestigt und hat kein störendes Bein. Die Stabilität ist passabel, in Längsrichtung bleibt aber Wackelpotenzial.
Über jedem der drei Sitze findet sich eine USB-C-Ladebuchse. Wie die Sprinter-Basis setzt auch der Pössl-Ausbau ausschließlich auf dieses neuere Anschlussformat. Wer noch USB-A-Buchsen braucht, muss sich Adapter besorgen. Über der Sitzgruppe, der Küche und dem Bett finden sich zudem Vierfachtaster zum Schalten und Dimmen der umfangreichen Lampenausstattung, die jeweils aus direkt oder indirekt strahlenden LED-Reihen besteht. Damit lassen sich prinzipiell vielfältige Lichtszenarien einregeln, wer aber nicht gerade dauerhaft in seinem Fahrzeug lebt – und so irgendwann die Zuordnung intus hat –, wird immer wieder genervt die einzelnen Taster durchprobieren. Einen grafischen Hinweis geben die Taster nicht.
Großer Kühlschrank und viel Arbeitsfläche
Vom großen 98-Liter-Kompressorkühlschrank an der Stirnseite der Küche war bereits die Rede. Damit so viel Volumen an diese Stelle passt, bedarf es zweier Kniffe: Zum einen ist das Kompressoraggregat in den mittleren Teil der Küchenzeile ausgelagert. Zum anderen wird an der Kühlschrankfront kein Platz für eine Bedieneinheit verschwendet – die findet sich seitlich im Kühlraum. Einen Hauptschalter gibt es zudem am Kontrollbord.
Nebeneffekt des üppigen Kühlschranks ist eine große, gut nutzbare Arbeits- und Abstellfläche obendrauf – denn für Kocher oder gar Spüle bleibt hier kein Einbauraum. Die finden sich als solide Kombination mit Elektrozündung und zweigeteilter Glasabdeckung im hinteren Teil der Zeile. Um noch mehr Arbeitsfläche zu generieren, lässt sich gangseitig eine Zusatzplatte hochklappen. Zum praxistauglichen Eindruck der Küche trägt zudem das angemessene Stauraumangebot mit zwei Hängeschränken, drei Schubladen – eine mit Besteckkasten –, drei Ablagen und einem Unterschrank bei. Letzterer hat eine Tür mit zwei Drucktastenschlössern, wobei das untere so tief unten angeordnet ist, dass man sich weit hinunterbücken muss.
Duschen ohne Spritzschutz
Eine etwas klapprige Gliederschiebetür führt über eine hohe Schwelle ins Bad gegenüber. Wie in einem Sechs-Meter-Sprinter zu erwarten, lädt der vorhandene Raum nicht gerade zum Tanzen ein. Doch die geschickte Platzwahl der Elemente und die helle Einrichtung nebst Bestückung mit Dachhaube und Fenster lassen keinen allzu gedrängten Eindruck aufkommen. Die mattschwarze, wandständige Armatur und das schüsselförmige Waschbecken wirken modern, sparen Platz und sind gleichzeitig praktisch – Letzteres vor allem, weil es asymmetrisch drehbar gelagert ist, sich so zum Händewaschen einem entgegenschwenken lässt. Drei Nischen mit Reling nehmen Badutensilien auf. Dazu kommen ein Hänge- und ein Unterschrank, die ordentlich Stauraum bieten. Der Testwagen ist mit der optionalen Trockentrenntoilette von Thetford ausgestattet. Vorteil: Sie kann ohne große Änderung statt der Kassettenversion eingebaut werden. So oder so ist die Kloschüssel recht hoch platziert und für kleine Personen damit eher unbequem.
Zum Duschen lässt sich der Auslauf des Wasserhahns herausziehen und als Handbrause nutzen. Einen Spritzschutz für die Möbel gibt es nicht. Laut Pössl sind alle Bauteile aus wasserunempfindlichen Materialien, und die Wände stehen so in der Bodenwanne, dass alles Wasser, das irgendwo herunterläuft, im Abfluss landet.
2 Meter Heckbett
Beim Blick auf das Heckbett stellt sich die Frage: Wo ist die Steighilfe, um ins Querdopppelbett hinein- und wieder unbeschadet rauszukommen? Der Hersteller versichert, dass in der Serie eine entsprechende Aussparung in der Schottwand, wie von anderen Modellen der Marke bekannt, zu finden sein wird. Hat man es auf die Liegefläche geschafft, darf man sich bequem ausstrecken. Die Länge erreicht gut 2,03 Meter, die Breite bis zu 1,47 Meter. Die Wände sind am Kopf- und Fußende angenehm mit stoffbezogenen Formteilen verkleidet – an den Hecktüren sind sie aus robusterem Hartplastik und haben Ablagenischen integriert. Weniger schön: Bei den oberen Türschlössern treten nacktes Blech und Schraubenköpfe offen zutage.
In den Bezügen der drei Matratzenteile findet sich nicht nur eine Kaltschaumschicht, sondern verstecken sich auch noch Tellerfedern und eine Sperrholz-Basisplatte. Das ergibt zusammen einen wirklich angenehmen Liegekomfort. Ein Fenster pro Hecktür, eins in der Karosserieerweiterung und eine Dachhaube ermöglichen zusammen eine effektive Belüftung. Ablagen und USB-C-Buchsen gibt es für beide Schläfer. Die LED-Leselampe erhellt allerdings stets den kompletten Kopfbereich des Betts.
Beladen
Der größte Stauraum findet sich – wie meist in dieser Klasse – unter dem Bett. Das Volumen für Campingmöbel & Co. liegt im guten Durchschnitt. Verzurrmöglichkeiten sollte man aber tunlichst nachrüsten, zumal bei einem Modell, das auch mal über Holperwege rumpeln darf. Eine offene Ablage für Kleinteile gibt es nur ganz hinten rechts. Die weiteren Staufächer – ein großes links und zwei kleinere rechts – sind dagegen nur zugänglich, wenn man die aufliegenden Matratzenteile zur Seite räumt. Wegen des mehrschichtigen Aufbaus sind die Matratzenteile jedoch ziemlich schwer und sperrig und der Zugriff auf diese Fächer dadurch mühsam.
Das wirkt sich umso gravierender aus, möchte man den Heckstauraum, etwa für den Fahrradtransport, erweitern. Für die entfernten Matratzenteile findet sich keine gesicherte Position für die Fahrt.
Vier Hängeschränke hinten und vier vorn nehmen einiges an Klamotten auf. Einen Kleiderschrank für Jacken oder Hemden auf Bügeln gibt es, wie in vielen Pössl-Modellen, allerdings nicht. Die kleine Sitztruhe vorn ist durch die Heizung komplett belegt. Im Sitzgruppenpodest gibt es noch ein Fach für Kleinteile.
Der mit nahezu allen verfügbaren Extras gespickte Testwagen kommt auf ein reisefertiges Leergewicht von rund 3500 Kilogramm – klar, dass hier die Auflastung auf 4,1 Tonnen obligatorisch ist, die mit rund 4.000 Euro Aufpreis aber gehörig zu Buche schlägt. Dann verbleiben rund 600 Kilo Zuladung für Personen und Gepäck, das passt auch an den Rädern und Achsen. Für das Serienfahrzeug gibt Pössl 3070 Kilo an.
Technik
140 Liter Frisch- und 120 Liter Abwasservolumen sind beachtliche Werte für einen ausgebauten Kastenwagen. Sie zahlen auf das Autarkiekonto ein, das bei so einem für Extratouren konzipierten Modell natürlich im Blickpunkt steht. Auch die Trockentrenntoilette trägt ihren Teil dazu bei, dass der Wasservorrat nicht so schnell zur Neige geht. Mehr dem Komfort dient das elektrische Abwasser-Entleerungsventil. Den Schalter dafür im Toilettenschacht unterzubringen ist eine gute Idee. Zur Autarkie trägt auch die Stromversorgung bei. Eine 185-Ah-LFP-Batterie ist Serie. Ein zweites Exemplar kommt mit dem Autarkie-Paket ins Spiel, das zudem eine 190-Wp-Solaranlage und einen 3000-Watt-Wechselrichter enthält (4.699 Euro). Letzterer unterstützt dann auch das Serienladegerät mit bis zu 100 A Ladestrom. Vergleichsweise schlicht fällt das Kontrollbord aus, das seinen Platz in der Mitte über dem Fahrerhaus findet. Alle wesentlichen Funktionen lassen sich damit aber schalten und verwalten.
Für die Fahrt in kältere Regionen ist neben dem isolierten und beheizten Abwassertank auch eine Truma-Dieselheizung installiert – wem 4000 Watt Heizleistung nicht reichen, bekommt optional auch 6000. Trotz Dieselheizung hat der Gaskasten Platz für zwei Elf-Kilo-Flaschen. Da nur zum Kochen nötig, kommt man schon mit dem halben Gas-Vorrat lange aus – dann bleibt im Kasten noch Platz für Kabeltrommel und Keile. Die Karosserie ist zudem solide gedämmt mit PU- und XPS-Schaum. Die Fenster haben Rahmen aus PU und elegante, plane Außenscheiben.
Fahren
Der Erfolg des Allrad-Sprinters liegt in seiner einzigartigen Kombination aus beachtlichem Offroad-Talent mit souveräner Traktion und serienmäßiger Höherlegung bei gleichzeitig hohem Fahrkomfort auf der Straße begründet. Für Letzteres sorgen die zwangsgekoppelte Kombination aus Topmotor und Automatik sowie die sensibel ansprechende Federung mit Querblattfeder an der Vorderachse. Mit großen Rädern samt grobstolliger AT-Bereifung verbessert sich der Abrollkomfort sogar meist noch etwas. Dafür muss an anderer Stelle mehr Vorsicht walten, besonders was den Grip auf nasser Straße anbelangt. Die Kurvenhaftung ist geringer, der Bremsweg länger. Wobei es zwischen den verschiedenen AT-Reifen merkliche Unterschiede gibt. Der auf dem Testwagen aufgezogene General Grabber AT3 gehört bei den Straßeneigenschaften mit zu den besten AT-Pneus.
So kommt der Grabber-AT3-bereifte Test-Roadstar mit einem Bremsweg von 43,9 Metern im Schnitt, auf trockener Straße, fast auf den gleichen, guten Wert wie der hinterradgetriebene Sprinter mit Sommerreifen. Relativ gering ist auch die Geräuschentwicklung der Grabber AT3, die nur bei Tempo 50 bis 60 ein leichtes Wummern abgeben. Dezente Klapper- und Knarzgeräusche dringen in bestimmten Fahrsituationen auch aus dem Ausbau ans Fahrerohr. Das muss man aber wohl als Erfolg verbuchen für den speziell für die Roadstar-Baureihe robuster konstruierten Möbelbau mit Aluprofilen sowie kraft- und formschlüssigen Möbelverbindungen. Schließlich wurde der Wagen zuvor bei ausgiebigen Testveranstaltungen des Herstellers rücksichtslos durchs Gelände gejagt.
Nicht schönzureden ist der erhöhte Sprit-Verbrauch. Während der heckgetriebene Sprinter im erwähnten Vergleichstest mit 8,9 L/100 km auskommt, schluckt der aufgebrezelte Allrad-Sprinter, auch wegen seiner deutlich schlechteren Aerodynamik etwa durch den üppigen Dachträger, 12,1 L/100 km. Auch das gilt es beim Kauf so eines Fahrzeugs zu bedenken.
Preise & Service
Mit knapp 90.000 Euro ist der Roadstar XT – wie anfangs erwähnt – einer der günstigsten ausgebauten Allrad-Sprinter. Die Basisfahrzeug-Ausstattung ist dabei schon recht komfortabel – teils von Mercedes durch Zwangskopplung vorgegeben. Ausbau und Bordtechnik sind ebenfalls gut bestückt, etwa mit großem Kühlschrank, Dieselheizung und elektrischem Abwasserventil. Für die oft nötige 4,1-t-Auflastung, die drei Offroad-Trittstufen und das reizvolle Autarkiepaket werden jedoch noch mal rund 13.000 Euro fällig.
Wer möchte, kann zudem bei den Edition-Adventure-Paketen zuschlagen, die mit Spezialausrüstern realisiert werden und in drei Ausbaustufen zwischen 4.999 und 15.499 Euro kosten. So lässt sich aus einer Hand ein Traumbus konfigurieren.
- Grundpreis: 89.999 Euro.(Mercedes Sprinter 4 x 4, Motor 140 kW/190 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II
- Testwagenpreis: 134.737 Euro.
✘ Turbodiesel, 190 PS m. 9-Gang-Automatik: Serie.✘ Allradantrieb m. Höherlegung: Serie.✘✔ Chassis mit 4,1 t zGG (18 kg): 3.999 Euro.✘ Chassis-Paket: AHK, Klimaautom., Navi, induktive Ladeschale, 360-Grad Kamera (52 kg): 5.099 Euro.✘ 18"-Alufelgen m. General Grabber AT3 2.638 Euro.✘ Sitzvariante 1 + 1 (15 kg) 999 Euro.✘✔ El. Trittstufen an 3 Türen (35 kg): 4.299 Euro.✘ Frontbügel/Motorunterfahrschutz 579/629 Euro.✘ Zusatzbeleuchtung: 2 x Fernlicht/Lightbar/Unterbodenlicht/Kotflügellampen/4 x Arbeitslampen/Bedienpanel: 446/649/55/399/196/339 Euro.✘ Kotflügelverbr./Ansaugschnorchel: 199/529 Euro.✘ Dachträger/Staubox/Querstrebe/Trittblech/Ersatzkanister m. Halter/Teleskopleiter m. Halter/Sandboards m. Halter: 2149/399/99/99/267/50/538 Euro.✘ Heckträger pro Tür/Alu-Staubox/Spaten m. Halter/Ersatzkanister m. Halter je 649/989/120/208 Euro.✘ Autarkiepaket: 2. 185-Ah-LFP-Batterie, 190-Wp-Solaranlage, 3000-W-Wechselrichter (30 kg): 4.699 Euro.
Kosten und Service
- Kfz-Steuer (4,1 t zGG, S5): 270 Euro.
- Haftpflicht/Vollkasko (500 Euro SB, Tarif Allianz): 565/2099 Euro.
- Dichtigkeitsgarantie/Kontrolle: 24/12 Monate.
- Servicestellen in Deutschland/Europa: 113/37.
✘ im Testwagen enthalten; ✔ empfehlenswert
Die Baureihe Roadstar X
- Preise: 89.999–104.999 Euro.
- Basis: Mercedes Sprinter 4 x 4.
- Länge: 5,93–6,97 m.
- Gesamtgewicht: 3.500–4.100 kg.
- Weitere Modelle: 2.
Charakter: Die Roadstar-Baureihe kommt neuerdings auf drei Modelle. Neben dem getesteten XT mit fester Karosserieverbreiterung gibt es die Variante X mit gleicher Länge und Grundriss, aber mit Mini-Slide-out, um auf angemessene Liegelänge zu kommen. Dieser Roadstar X ist ein Parallelmodell zum Clever Aventuro 600. Ganz neu dabei ist der knapp sieben Meter lange Roadstar XL Evo mit großem Längsdoppelbett im Heck, das elektrisch höhenverstellbar ist.
Lichtcheck
- Mit 239 Lux im Schnitt und 318 maximal ist die Helligkeit auf dem Tisch so weit okay.
- Noch besser beleuchtet zeigt sich die Küche mit durchschnittlich 358 Lux und 606 maximal.
- Das Gesicht im Spiegel wird mit bis zu 520 Lux bestrahlt – im Schnitt sind es im Raum immer noch 205 Lux.
- 125 Lux als Durchschnitt und 403 in der Spitze sind ebenfalls gute Werte. Leider lässt sich das Leselicht nicht ausrichten und stört eventuell den Partner.
Das fiel uns auf
(+) Die asymmetrischen Drehkonsolen machen das Sitzedrehen im schmalen Sprinter deutlich einfacher.
(+) Pfiffig: Waschbecken mit drehbarer Schüssel – geschickt zum Händewaschen, weggeschwenkt für mehr Platz.
(+) (-) Angenehm textil verkleidete Wände. Teils unsauberer Zuschnitt, eventuell wegen Vorserienstatus.
(+) (-) Schalter für Abwasserablass gut platziert. Handhabung der Thetford-Trenntoilette etwas mühsam.
(+) (-) Der Abwassertank unter dem Hecküberhang ist isoliert und beheizt – die Zulaufrohre aber nicht.
(+) (-) Gut: Steckdosen im Badhängeschrank. Schlecht: Der Lichtschalter ist hier im Dunkeln schwer zu ertasten.
(-) Das Frostwächterventil ist, eingeklemmt zwischen Heizung und Rohr, am Sitztruhenboden kaum erreichbar.
(-) Am Heckbett ist keine Aufstiegshilfe in der Stauraumschottwand vorgesehen. Pössl will das in der Serie ändern.
Evelyn Kilian, Leitung Vertrieb und Produktentwicklung, nimmt Stellung ...
... zum Spritzwasserschutz beim Duschen: Wir haben das Bad explizit zum Duschen gebaut. Für die Möbel wurde kein Holz verwendet. Das Trägermaterial sind hochwertige Kunststoffplatten, die Fronten bestehen aus robustem CPL, die Kanten sind PU-verleimt.
... zum Lichtschalter für das Bad im Hängeschrank, wo er im Dunkeln schwer zu finden ist: Wegen der oben beschriebenen Duschmöglichkeit ist der Schalter bewusst im Schrank platziert, wo er vor Spritzwasser geschützt ist.
... zu der fehlenden Aufstiegshilfe am Heckbett: Soll in der Serienfertigung ergänzt werden.
... zum schwierigen Sperrguttransport, weil die Matratzenteile nicht richtig verstaut und fixiert werden können: Wir setzen auf ein Bettsystem mit sehr hochwertigem Aufbau, mit einer Komfortmatratze und Tellerfedern. Zugunsten des Schlafkomforts haben wir versucht, eine größtmögliche Bettfläche zu realisieren. Dadurch sind die Matratzenteile etwas sperrig zu verstauen. Für die Serie konnten wir ihr Gewicht noch um 6 kg verringern.
Die Konkurrenten des Pössl Roadstar XT
Bürstner Habiton HMX 6.0
- Grundpreis: 88.999 Euro.
- Basis: Mercedes Sprinter 4 x 4,140 kW/190 PS.
- Länge/Breite/Höhe: 5.930/2.040/2.730 mm.
- Leer-*/zul. Gesamtgewicht: k. A./3.880 kg.
- Besonderheiten: Allradantrieb, Automatik, Längseinzelbetten, dank verschiebbarem Bad, Aufstelldach optional. Häufiger Umbau nötig.
Clever Aventuro 600
- Grundpreis: 98.999 Euro.
- Basis: Mercedes Sprinter 4 x 4, 140 kW/190 PS.
- Länge/Breite/Höhe: 5.930/2.020/2.900 mm.
- Leer-*/zul. Gesamtgewicht: 3.070/3.500 kg.
- Besonderheiten: Allradantrieb, Automatik, langes Querbett (2,08 m) dank Mini-Slide-out, Aufstelldach optional. Zum Schlafen muss Slide-out ausfahren.
Sunlight Ibex 604 D
- Grundpreis: 87.999 Euro.
- Basis: VW Crafter 4 x 4, 120 kW/163 PS.
- Länge/Breite/Höhe: 5.986/2.040/2.720 mm.
- Leer-*/zul. Gesamtgewicht: 3.062/3.500 kg.
- Besonderheiten: Allradantrieb u. Automatik Serie‚ Differenzialsperre optional möglich, gute Stehhöhe. Höherlegung nur durch Spezialanbieter.
* Masse in fahrbereitem Zustand; alle Werte Werksangaben; die Fotos stehen beispielhaft für die jeweilige Baureihe.
