Wohnzimmercharakter durch clevere Grundrisse
Campingbusse mit Hecksitzgruppe bieten viel Platz und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Einen Überblick über Marken und Modelle mit dieser ungewöhnlichen Grundrissvariante gibt es hier.
Kaum ein Campingbusgrundriss bringt so viel Wohnzimmer-Feeling auf so wenig Fläche wie die Hecksitzgruppe: zusätzliche Bänke, ein großer Tisch und – mit geöffneten Hecktüren – dieses typische Terrassen-Gefühl an warmen Abenden. Die seitlichen oder U-förmig angeordneten Polster wirken dabei oft deutlich einladender als die eher kompakten Sitzlösungen klassischer Kastenwagen-Grundrisse vorne hinter den Fahrerhaussitzen.
Gleichzeitig ist die Hecksitzgruppe kein Standardlayout. Der Grund: Der gemütliche Lounge-Bereich sitzt genau dort, wo sonst meist ein festes Heckbett und viel Stauraum unter dem Bett eingeplant sind. Wer sich für diesen Grundriss entscheidet, geht also in der Regel Kompromisse bei Garage/Stauraum und beim "immer fertigen" Bett ein – und muss häufig umbauen oder auf alternative Schlaflösungen setzen (z. B. Aufstelldach, Hubbett, umbaubare Einzel- oder Doppelbetten).
Gerade für reisende Paare kann das aber sehr attraktiv sein: Tagsüber gewinnt man ein spürbares Plus an Raumgefühl, kann bequem drinnen sitzen (auch bei schlechtem Wetter) und hat eine Lounge, die nicht "nur eine Dinette" ist. Besonders sinnvoll wird das Konzept bei Campingbussen mit Aufstelldach: Dann bleibt oben ein festes Bett für die Nacht, während die Hecksitzgruppe unten als komfortabler Wohnraum dient – oder bei Kälte als zusätzliche, flexible Schlafoption genutzt wird. Weil dieser Grundriss eben spezieller ist, ist die Modell-Auswahl überschaubar – wir haben einige interessante Fahrzeuge gesammelt.
Neu- und Gebrauchtfahrzeuge finden Sie auf dem Marktplatz von Caraworld.de.
Carado CV 541 PRO
Das Campingbusmodell mit Hecksitzgruppe von Carado verstärkt den Wohnzimmercharakter durch ein besonderes Feature noch weiter: der Wohnraum des Fahrzeugs ist mit einer Wand fest vom Fahrerhaus abgetrennt. Ein weiteres interessantes Feature ist die fest eingebaute Treppe die in das Aufstelldach führt – kein umständliches Klettern und Kraxeln mehr!
Hier geht es zum ausführlichen Test des Carado CV 541 PRO.
- Preis: ab 59.999 Euro
- Basis: Fiat Ducato, 140 PS
- Länge/Breite/Höhe: 5,41/20,5/2,81 m
- Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
- Gurt-/Schlafplätze: 2/2-3
Händler-Angebote für den Carado CV 541 PRO finden Sie hier auf unserem Online-Marktplatz.
Eriba Car 602
Eriba (Erwin Hymer Group) bringt den Car 602 als zweiten Grundriss der Baureihe – und der fällt durch die Hecksitzgruppe auf. Damit hinten die Lounge Platz hat, rutscht das Bad weit nach vorn direkt hinter den Fahrersitz.
Die Fahrerhaussitze lassen sich trotzdem drehen; ist die Hecklounge bereits zum Bett umgebaut, kann vorn zusätzlich ein kleiner Frühstückstisch genutzt werden (praktisch, wenn man "Wohnraum" und "Schlafmodus" etwas entkoppeln möchte).
Hier finden Sie weitere Informationen zum Eriba Car 602.
- Preis: ab 76.900 Euro
- Basis: VW Crafter
- Länge/Breite/Höhe: 5,99 / 2,07 / 2,67 m
- Zul. Gesamtgewicht: 3,5 t
- Gurt-/Schlafplätze: 2/2
Freedo M 599 und 599 LU
Die beiden Freedo-Grundrisse mit der 599 im Namen setzen auf eine U-förmige Hecksitzgruppe. Nachts wird der Lounge-Bereich zum Schlafplatz: Der Tisch wird im Boden versenkt, aus den Sofas entstehen zwei Einzelbetten, die sich bei Bedarf zu einem großen Bett verbinden lassen. Außerdem ist das Fahrerhaus abgetrennt. Eine Tür ermöglicht den unkomplizierten Durchstieg. Direkt hinter dem Fahrerhaus befindet sich das Bad, in der Mitte Küche und Stauräume.
Bei der Basis unterscheiden sich die Grundrisse am stärksten. Der M 599 kommt auf dem schmaleren MAN TGE, der 599 LU auf Fiat Ducato. Auch im Design gehen die Campingbusse mit der großen Heckstizgruppe unterschiedliche Wege. Einer modern, gedeckt und schlicht, der andere mit mehr Vanlife-Feeling, verspielten Polstern, Fliesenoptik im Bad und Holzplanken an der Decke.
Mehr vom M 599 sehen und lesen Sie in diesem Artikel.
Über das Ducato-Modell mit der großen Hecksitzgruppe berichten wir hier.
Freedo 599 LU (Freedo RV 599)
- Preis: ab 67.500 Euro
- Basis: Fiat Ducato, 2.2 l, 140 PS
- Länge/Breite/Höhe: 5,99 / 2,10 / 2,64 m
- Zul. Gesamtgewicht: ab 3.500 kg
- Gurt-/Schlafplätze: 2/2
Sunlight Cliff 540V Vanlife
Ein ähnliches Konzept wie der Carado verfolgt auch die Schwestermarke Sunlight mit dem Cliff 540V Vanlife: abgetrennter Wohnbereich, feste Treppe ins Dach und Hecksitzgruppe. Hier wird aber anstatt des Fiat Ducato auf eine Citroën Jumper-Basis gesetzt. Vorteil? Immerhin 1.000 Euro günstiger als das Schwestermodell.
Mehr über den Sunlight Cliff 540V Vanlife lesen Sie hier.
- Preis: ab 58.999 Euro
- Basis: Citroën Jumper
- Länge/Breite/Höhe: 5,41/20,5/2,81 m
- Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
- Gurt-/Schlafplätze: 2/2-3
- Der Sunlight Cliff 540 Vanlife auf Caraworld.de
Laika Ecovip 645
Die große und durch Fenster an allen Seiten angenehm helle U-Sitzgruppe im Heck des Ecovip 645 ist ganz flexibel einsetzbar: Ob Lounge mit Platz für bis zu sechs Reisende, großes Doppelbett oder doch lieber Einzelbetten – der Bereich wird mit wenigen Handgriffen an die eigenen Bedürfnisse angepasst. An der Decke finden sich ringsum Hängeschränke für direkt zugänglichen Stauraum und indirekte Beleuchtung die für ein gemütliches Ambiente sorgt.
In diesem Artikel haben wir das Modell von 2023 getestet.
- Grundpreis ab 71.052 Euro
- Basis: Fiat Ducato
- Länge/Breite/Höhe: 6,36/2,05/2,70 m
- Zul.Gesamtgewicht: 3.500 kg
- Gurt-/Schlafplätze: 4/2
- Der Laika Ecovip 645 auf Caraworld.de
Viica 54
Die slowenische Campingbus-Marke hat ihr neuestes Modell dieses Jahr auf der CMT in Stuttgart vorgestellt. Dank Konstruktion im Werk von Robeta dürften sich Camperinnen und Camper auf die gewohnte hochwertige und klapperfreie Verarbeitung im Innenraum freuen. Über der Sitzgruppe im Heck kann optional ein Hubbett eingebaut werden, in der Grundausstattung sind bereits viele wichtige Features wie Markise, Rückfahrkamera und Anhängerkupplung inkludiert.
- Preis: ab 74.900 Euro
- Basis: Fiat Ducato/ Citroën Jumper
- Länge/Breite/Höhe: 5,41/2,05/2,58 m
- Zul. Gesamtmasse: 3.500 kg
- Gurt-/Schlafplätze: 2/2-4
Robeta Ares (Family Edition)
Die Family Edition des slowenischen Herstellers Robeta macht ihrem Namen alle Ehre. Mit Aufstelldach, Hubbett und umgebauten Heckbett gibt es insgesamt sechs Schlafplätze, genug für Familien oder Freundesgruppe. Am Tag, oder wenn das Bett nicht benötigt wird, kann das Heckbett zu einer Sitzgruppe für vier Personen umgebaut werden. So entsteht zum Beispiel ein zusätzlicher Essbereich für Kinder während die Eltern an der klassischen Dinette im vorderen Teil Platz finden.
Hier haben wir den Robeta Ares ausführlich getestet.
- Grundpreis: ab 64.890 Euro
- Basis: Fiat Ducato/ Citroën Jumper/ Opel Vivaro
- Länge/Breite/Höhe: 6,41/2,05/2,65 m
- Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
- Gurte/Schlafplätze: 4-5/2-6
- Campingbusse von Robeta bei Caraworld.de
Noah Pulse
Die junge Marke Noah Camper aus Deutschland steht für hochwertige Fahrzeuge mit umfangreicher Ausstattung für Autarkie, Offroad-Abenteuer und viel Komfort. Dank einer Länge von unter fünf Metern bleibt der Campingbus wendig und agil, bietet aber dadurch nur Platz für maximal vier Personen (mit optionalem Hochdach). Die Hecksitzgruppe im Heck verwandelt sich in ein komfortables Doppelbett, die Dinette in der Mitte des Fahrzeugs in ein Einzelbett. Zur Grundausstattung gehören unter anderem große Batterie- und Wasserspeicher, eine Standheizung sowie Solarmodule.
Die neuen Modelle von Noah Camper wurden auf der CMT 2026 vorgestellt.
- Grundpreis: ab 175.000 Euro
- Basis: Mercedes-Benz Sprinter
- Länge/Breite/Höhe: 5,93/2,02/2,65 m
- Zul. Gesamtgewicht: 4.100 kg
- Gurte/Schlafplätze: 2-4/2-3
KIWI Edition Comfort
Eine ähnliche Philosophie wie Noah Camper verfolgt auch die Wohnmobilmanufaktur KIWI aus Bayern: ansprechender und hochwertiger Wohnraum gepaart mit viel technischer Ausstattung für komfortable Autarkie. In diesem Modell fehlt die typische Dinette direkt hinter dem Fahrersitz zugunsten der großen Nasszelle und einem Kleiderschrank.
Die Hecksitzgruppe wird in der Nacht mit wenigen Handgriffen in ein komfortables Doppelbett umgebaut. Camperinnen und Camper können hier auch ihr eigenes Wunschfahrzeug mitbringen oder gleich mit dem KIWI-Team einen kompletten Individualausbau planen.
Bei KIWI sind auch noch größere Kabinenausbauten möglich.
- Grundpreis: ab 151.800 Euro (ohne Basisfahrzeug)
- Basis: Mercedes-Benz Sprinter 4x4
- Länge/Breite/Höhe: 5,93/2,35/2,87 m
- Zul. Gesamtgewicht: fahrzeugabhängig
- Gurt-/Schlafplätze: 2/2
