Mehr als 750 kg Zuladung im Campervan
In einem Campingbus transportieren Campende oft mehr Gepäck und Zubehör, als man denkt. Welcher Campingbus die höchste Zuladung für E-Bikes, Kleidung und Co. bietet, lesen Sie hier.
Ausreichende Zuladungsreserven sind eines der meistunterschätzten Themen beim Reisen mit dem Wohnmobil. Während viele Camperinnen und Camper großen Wert auf Komfort, Technik und Ausstattung legen, gerät das Gesamtgewicht dabei oft aus dem Blick.
3,5 Tonnen – mehr dürfen die meisten Camper in Deutschland nicht wiegen. Für alle, die einen Kastenwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen fahren, zählt jedes Kilogramm. Doch in der Praxis sieht es oft düster aus: Oft bleiben nur 300–400 kg an tatsächlicher Zuladung – für Insassen, Gepäck, Lebensmittel und Fahrräder. Bei Familien oder Paaren mit E-Bikes wird es schnell kritisch.
Darum sind die Hersteller gefordert, immer wieder neue Ideen zur Gewichtsoptimierung vorzubringen. Knaus hat im vergangenen Jahr eine neue Leichtbaumethode für die Campingbus-Baureihe Boxtime vorgestellt. Und der Test des Boxtime 630 MX zeigt, es funktioniert.
Dabei geht es nicht nur ums Bußgeld: Wenn der Camper überladen ist – und der Fahrer damit erwischt wird – kostet das nicht nur Geld und möglicherweise einen Punkt in Flensburg. Im schlimmsten Fall muss das Fahrzeug stehen bleiben und abgespeckt werden. Mit einem überladenen Campingbus verändert sich außerdem das Fahrverhalten, da das Fahrwerk nicht auf höhres Gewicht abgestimmt ist. Und wer mit einem überladenen Fahrzeug einen Unfall verursacht, riskiert zudem Probleme mit der Versicherung.
Wir zeigen 12 Campingbusse unter 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, die schon ab Werk über 750 kg Zuladung bieten – genug Spielraum für zwei Personen, Wasser, Fahrräder und Urlaubsgepäck, ohne gleich im roten Bereich zu landen.
So haben wir gerechnet
Alle Werte basieren auf den technischen Daten der Hersteller. Berechnet wurde: zulässiges Gesamtgewicht (3.500 kg) minus Masse im fahrbereiten Zustand. In dieser Masse sind bereits enthalten: der Fahrer (bis zu einem Gewicht von 75 kg), Betriebsstoffe und 90 Prozent der Tankfüllung.
Platz 1: Clever Vans Duo 540
Der Clever Duo 540 ist wahlweise auf Fiat Ducato oder Citroën Jumper erhältlich und verzichtet konsequent auf eine Sitzbank – das spart Gewicht und schafft Raum. Für Paare, die mehr Raumgefühl wollen, ist das goldrichtig.
- Zuladung: 880 kg
- Basis: Fiat Ducato / Citroën Jumper
- Maße: 5,40 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: ab 47.999 Euro
Platz 2: Carado CV540/Sunlight Cliff 540
Kleiner Kastenwagen zum kleinen Preis: Der Carado CV 540 kostet in der Basisversion gerade einmal 48.499 Euro. Für das Geld will der Campervan auf Peugeot-Boxer-Basis alles bieten, was weitaus größere Kastenwagen gemeinhin an Bord haben. Das Schwesternmodell gibt es von Sunlight zum gleichen Preis.
- Zuladung: 850 kg
- Basis: Peugeot Boxer
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: ab 48.499 €
Platz 3: Crosscamp ADVTR 5.4 DF
Ab 51.999 Euro. Der neue ADVTR 5.4 DF ist ein praktisches Einsteigermodell für alle, die Vanlife ohne Kompromisse suchen. Im Festbad befindet sich eine Nasszelle mit Waschbecken, Toilette und einer Dusche. Als Basisfahrzeug dient der Peugeot Boxer mit 140 PS.
- Zuladung: 849 kg
- Basis: Peugeot Boxer
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: ab 51.999 Euro
Platz 4: Globecar/Pössl Summit 540
Ebenso viel Zuladung wie der Crosscamp bieten Pössl und Tochtermarke Globecar. Der kompakte und wendige Kastenwagen Summit 540 von Pössl lässt trotz seines attraktiven Preises keinen Komfort missen. Als Teil der beliebten Summit-Reihe, die 2016 eingeführt wurde, bietet dieser 5,40-Meter-Kastenwagen ein cleveres Raumkonzept, das besonders budgetbewusste Camper anspricht.
- Zuladung: 849 kg
- Basis: Fiat Ducato / Citroën Jumper / Peugeot Boxer
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: ab 51.999 Euro
Platz 5: Knaus Boxtime 540 MQ
Der Boxtime setzt auf Leichtbau und Nachhaltigkeit. Hier kommt die Light Weight Technology (LWT) zum Einsatz, bei der Knaus auf EPP-Möbel setzt. Die Korpusse der Hängeschränke, Seitenverkleidungen am Heckbett, die Truhe der Sitzbank und andere Möbelelemente bestehen aus einem besonders leichten, aber stabilen Material. Der 540 MQ kostet mindestens 71.622 Euro.
- Zuladung: 845 kg
- Basis: Fiat Ducato
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: ab 71.622 Euro
Platz 6: Vantourer 540 D
Der VanTourer 540 D überzeugt durch maximale Wendigkeit – perfekt für enge Gassen und Citytrips. Vor dem Querbett im Heck liegt ein vergrößerbares Variobad. Das Sondermodell 540 D GO! gibt es ab 61.626 Euro.
- Zuladung: 840 kg
- Basis: Fiat Ducato
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: ab 59.690 Euro.
Platz 7: LMC Innovan Pure 540
Der Innovan Pure basiert auf einem Citroën-Chassis und wird in drei bewährten Grundrissen angeboten. Mit einem günstigen Einstiegspreis von 48.990 Euro und reduzierter Ausstattung, hat es LMC auf Camping-Neulinge abgesehen.
- Zuladung: 826 kg
- Basis: Citroën Jumper
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: ab 48.990 Euro
Platz 8: Laika Kosmo 50
Der kürzere Kosmo 50 und der sechs Meter lange Kosmo 60 basieren auf dem Fiat Ducato 35 Light mit 140 PS-Motor. Im 5,41 Meter langen Kosmo 50 setzt Laika auf ein Querbett im Heck und eine kompakte Küche davor. Praktisch: den stirnseitig eingebauten 70-Liter-Kühlschrank können die Nutzende von außen und innen öffnen.
- Zuladung: 801 kg
- Basis: Fiat Ducato 35 Light
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: ab 60.149 Euro
Platz 9: Corigon CV 55 D
Der noch junge Hersteller Corigon positioniert sich im Budget-Segment und bietet mit dem CV 55 D einen soliden Einstieg in die Campingbus-Welt.
- Zuladung: 793 kg
- Basis: Fiat Ducato
- Maße: ca. 5,50 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: 55.499 Euro
Platz 10: Etrusco CV 540 DB
Etrusco gehört zur Erwin Hymer Group und teilt sich die Technik mit anderen Konzern-Marken, wie beispielsweise Corigon – das Querbett im Heck und die kompakte Bauweise sind typisch für die 540er-Klasse.
- Zuladung: 793 kg
- Basis: Fiat Ducato
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: 55.499 Euro
Platz 11: Dethleffs Globetrail 540 DR
Der Globetrail ist Dethleffs' Einstieg in die Campingbus-Welt und bietet auf Fiat-Basis eine solide Grundausstattung für Einsteigerinnen und Einsteiger, die Wert auf Markenqualität legen.
- Zuladung: 760 kg
- Basis: Fiat Ducato
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: 58.999 Euro
Platz 12: Forster Livin Up FV 541 HBL
Forster gehört ebenfalls zur Erwin Hymer Group und punktet mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Livin Up ist für Käufer gedacht, die einen vollwertigen Campingbus zum fairen Preis suchen.
- Zuladung: 756 kg
- Basis: Fiat Ducato
- Maße: 5,41 m Länge
- zGG: 3.500 kg
- Preis: 45.190 Euro
Kurz gleich leicht
Die Modelle dieser Übersicht haben eins gemeinsam: Sie sind alle nur 5,40 Meter lang. Klar, weniger Fahrzeug, weniger Gewicht. Im Umkehrschluss heißt das, alle die einen sechs oder 6,40 Meter langen Bus suchen, werden niemals auf diese Zuladungswerte stoßen. Wer ein Aufstelldach mitbestellt, verliert außerdem noch einmal zwischen 100 und 140 Kilogramm.
Unsere Top 12 zeigen: Wer Zuladung will, muss Kompromisse eingehen – oder bewusst wählen. Der Clever Vans Duo 540 beweist mit 880 kg Zuladung, dass der Verzicht auf eine Rückbank und das "35 Light"-Chassis echte Gewichtsvorteile bringen. Und der Knaus Boxtime 540 MQ demonstriert, dass auch Leichtbau-Technologie mit EPP-Möbeln ein Weg zu mehr Zuladung ist – allerdings zu einem deutlich höheren Preis.
Aber Achtung: Das Leergewicht ist oft ein theoretischer Wert, denn Sonderausstattungen wie Markise, Fahrradträger, Solaranlage oder zweite Bordbatterie sind meist nicht enthalten. In der Realität bleibt oft deutlich weniger übrig.
Die Waage bringt Gewissheit
Unser Praxis-Tipp: Vor dem ersten Urlaub reisefertig beladen auf eine Waage fahren! Verlassen Sie sich nicht auf Zahlen auf den Papieren, sondern fahren Sie besser einmal zur Fahrzeugwaage – vollgetankt, mit Wasser, Gas, Gepäck und allen Mitreisenden. Nur so bekommen Sie ein realistisches Bild und wissen, was wirklich noch mit auf die Reise darf.
Was bedeutet das konkret? Über den Daumen gepeilt können Sie mit folgenden Zahlen rechnen: zwei Personen kommen mit rund 300 kg Zuladung meist hin, vorausgesetzt, man reist eher minimalistisch. Vier Personen brauchen mindestens 500 kg, um nicht bei jedem T-Shirt abwägen zu müssen. Mit unseren Top-12-Modellen und über 750 kg Zuladung bleibt also selbst für Paare mit E-Bikes, Campingmöbeln und Proviant genug Puffer.
Als grobe Faustregel lässt sich festhalten: Wiegt ein Fahrzeug samt Sonderausstattung mehr als 3.000 Kilogramm, taugt es als 3,5-Tonner maximal für zwei Personen. Wer mit drei oder mehr Personen auf Tour geht, benötigt ein deutlich leichteres Fahrzeug – oder wählt eins mit zulässiger Gesamtmasse von 3,8 oder mehr Tonnen.
