MG4 Urban lädt langsam – reicht das?
Der MG4 Urban ist in Deutschland sehr günstig, bremst auf Reisen aber an der Schnellladesäule. Wie groß der Nachteil wirklich ist, zeigt der Lade-Check gegen den künftigen VW ID. Polo.
Der MG4 Urban ist in Deutschland sehr günstig, bremst auf Reisen aber an der Schnellladesäule. Reicht das im Alltag und auf der Autobahn? Wie groß der Nachteil wirklich ist, zeigt der Lade-Check gegen den künftigen VW ID. Polo.
Was der Urban an DC schafft
Beim MG4 Urban beträgt die DC-Ladeleistung an der Schnellladesäule zwischen 50 und 87 kW in der Spitze. Das ist der Wert, der zählt, wenn es auf der Autobahn schnell weitergehen soll.
Carwow nennt für den Urban eine Ladezeit von 28 bis 30 Minuten für 10 auf 80 Prozent. Diese 10–80%-Spanne ist der übliche Vergleich, weil darüber das Tempo stark abfällt.
Das Ergebnis ist kein Totalausfall, aber es setzt eine klare Grenze. Der ADAC ordnet den Urban deshalb nicht als typisches Langstrecken-Auto ein, obwohl Reichweite und Verbrauch grundsätzlich passen.
Vergleich zum VW ID. Polo
Volkswagen gibt für den ID. Polo eine maximale DC-Ladeleistung von bis zu 105 kW an. Für 10 auf 80 Prozent nennt VW rund 23 Minuten.
Im direkten Zeitvergleich sind das je nach Urban-Wert etwa 5 bis 7 Minuten Unterschied pro Stopp. Das klingt klein, addiert sich auf langen Etappen aber spürbar, wenn mehrere Ladungen nötig sind. Ob das reicht, hängt von der Etappenlänge und der Zahl der Stopps ab.
Wichtig ist auch die Einordnung aus dem ADAC-Fahrbericht zum ID. Polo: Bei der Basisversion sollen es an DC nur 88 kW sein, die 105 kW gelten für stärkere Varianten. Wer also beim ID. Polo auf den Preis schaut, landet beim Laden näher am MG.
Routenplanung und Vorkonditionierung
MG hat für den Urban eine ins Navigationssystem integrierte Routenladeplanung bestätigt. Das System plant also Ladehalte entlang der Strecke, statt nur die nächste Säule zu zeigen.
Dazu kommt eine manuelle Vortemperierung des Akkus, ebenfalls von MG so benannt. Vorkonditionierung heißt: Der Akku wird vor dem Laden auf Temperatur gebracht, ähnlich wie man einen Motor "warmfährt", nur elektrisch.
Das hilft, die mögliche Ladeleistung eher zu erreichen, ersetzt aber keine höheren kW-Werte. Für Stadtpendeln und planbare Fahrten ist das Paket komfortabel, auf der Langstrecke bleibt der Urban durch sein DC-Niveau im Nachteil.
Für Alltag und Stadtpendeln ist die DC-Zahl des MG4 Urban meist kein Dealbreaker, weil viele Ladevorgänge zu Hause oder am AC-Punkt stattfinden. Auf der Autobahn ist der Unterschied zum ID. Polo als Zeitverlust pro Halt messbar, aber nicht dramatisch. Für viele Nutzer reicht das, wer häufig lange Distanzen fährt, spürt den Nachteil häufiger.
Entscheidend ist die gewählte ID.-Polo-Version: Wer die 105 kW will, muss laut ADAC zur stärkeren Auslegung greifen. Beim günstigen Einstieg schrumpft der Vorsprung, und der Urban steht beim Laden näher dran, als es die Prospekt-Zahlen zuerst vermuten lassen. Unterm Strich reicht das Paket für Kostenbewusste oft aus, Vielfahrer profitieren eher vom stärkeren ID. Polo.
Wie sich der MG4 EV Urban im Alltag schlägt, steht hier.