Drei E-Motoren und Torque-Vectoring
2.141 Kilogramm Leergewicht – für ein Auto mit Alpine-Logo ist das ein Bruch mit der Tradition. Beim Alpine A390 soll trotzdem Sportwagen-Agilität entstehen, nicht trotz, sondern mit Technik.
Der Alpine A390 GT hat drei Elektromotoren: einen an der Vorderachse und zwei an der Hinterachse. Zusammen leisten sie 295 kW, rund 400 PS. Die beiden hinteren Motoren können die Räder unabhängig voneinander antreiben. So lässt sich das Drehmoment nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern auch zwischen dem linken und rechten Hinterrad verteilen.
Diese gezielte Verteilung heißt Torque-Vectoring. Sensoren erfassen, wie sich das Auto bewegt und wie stark die Räder angetrieben werden. Eine Software wertet die Daten aus und regelt die Motoren entsprechend. In einer Kurve kann sie beispielsweise das Drehmoment an den Hinterrädern unterschiedlich dosieren. Je nachdem, wie viel Kraft links und rechts anliegt, lässt sich beeinflussen, wie das Auto in die Kurve einlenkt und wie stabil es auf der gewählten Linie bleibt. Beim Herausbeschleunigen hilft die Regelung, die Antriebskraft auf die Hinterräder zu verteilen.
Im A390 GT übernehmen die zwei hinteren Elektromotoren diese Einzelsteuerung. Das Auto kann dadurch auf Veränderungen reagieren, ohne dass die Kraft an der Hinterachse nur gleichmäßig auf beide Räder verteilt wird. Ziel ist ein kontrolliertes, neutrales Fahrverhalten – besonders beim schnellen Fahren durch Kurven.
Regeltechnik statt Leichtbau
Der technische Aufwand steht im Kontrast zum Gewicht: Der A390 GT bringt 2.141 Kilogramm auf die Waage. Die Regelung kann diese Masse nicht beseitigen. Sie verwaltet ihre Auswirkungen. In schnellen Kurven wirkt der Alpine stabil und setzt seine Leistung beim Herausbeschleunigen wirkungsvoll ein. Dabei werden Drehmoment und Schlupf fortlaufend angepasst.
Das Fahrgefühl bleibt jedoch von der Software geprägt. Der A390 GT vermittelt wenig Rückmeldung darüber, wie viel Grip an der Vorderachse noch vorhanden ist. Der Fahrer spürt vor allem das Ergebnis der Regelung: Das Auto bleibt stabil, während Motoren und Elektronik die Kraftverteilung anpassen. Die Masse verschwindet dabei nicht völlig aus dem Eindruck.
Das Torque-Vectoring macht den A390 GT also nicht zu einem leichten Sportwagen. Es hilft, die Kraft seiner drei Motoren gezielt auf die Straße zu bringen und das Fahrverhalten zu kontrollieren. Die Technik arbeitet gegen die Folgen des hohen Gewichts – sie ersetzt aber nicht die unmittelbare Rückmeldung, die den Charakter der leichteren A110 prägt.
