Remake des Ferrari 308 mit 380 PS und 950 kg
Michelotto hat in Padua den Gruppo 4 Tributo vorgestellt. Der zweisitzige Sportwagen kombiniert einen 3,4-Liter-V8-Saugmotor mit einem Rohrrahmen, Hinterradantrieb und einem manuellen Fünfganggetriebe. Bei einer Leistung von 380 PS wiegt das Fahrzeug 950 Kilogramm. Technisch zitiert das Modell den historischen 308 Gruppo 4 und knüpft an die Motorsport-Historie des Unternehmens an.
Im Michelotto Gruppo 4 Tributo arbeitet ein quer eingebauter V8-Motor mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad. Das Triebwerk hat einen Hubraum von 3.400 cm³ und sitzt als Mittelmotor vor der Hinterachse. Diese Anordnung sorgt für eine ausgeglichene Gewichtsverteilung.
Der Saugmotor erreicht seine Höchstleistung von 380 PS bei 8.250 U/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 37 kgm. Das Datenblatt nennt für das Gesamtgewicht 950 Kilogramm. Dieser Wert wird im Text sowohl mit allen Betriebsflüssigkeiten bei leerem Tank als auch als Trockengewicht angegeben.
3.400 cm³ und 8.250 U/min
Das Kurbelgehäuse und die Zylinderköpfe bestehen aus Leichtmetall. Vier obenliegende Nockenwellen – zwei pro Zylinderbank – steuern jeweils zwei Ventile pro Zylinder. Eine elektronische Einspritzanlage bereitet den Kraftstoff für den Betrieb mit 98 ROZ auf. Mit einer Bohrung von 83 Millimetern und einem Hub von 79 Millimetern ist das Aggregat auf hohe Drehzahlen ausgelegt. Gekoppelt an das Fahrzeuggewicht ergibt sich ein direkter Vortrieb.
Die Kraftübertragung an die Hinterachse übernimmt ein quer liegendes Getriebe, das mit dem Motor in einem Leichtmetallgehäuse sitzt. Es stellt fünf Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang bereit. Die Gangwechsel erfolgen mechanisch über einen Schalthebel mit Kulisse. Zum Einsatz kommt ein frontverzahntes System mit selbsthemmenden Flanken (back-cut teeth), das sich mit acht unterschiedlichen Gangabstufungen konfigurieren lässt.
Auf elektronische Filter im Antriebsstrang verzichtet der Hersteller. Die mechanische Schaltung gibt dem Fahrer bei jedem Gangwechsel eine haptisch und akustisch direkte Rückmeldung. Diesen Ansatz führt die Lenkung fort. Eine Zahnstangenkonstruktion ohne Filterelemente leitet die Lenkbefehle direkt an die Vorderräder weiter. Der Tributo bildet die mechanischen Vorgänge auf der Straße und auf der Rennstrecke ab.
Rohrrahmen und Karosserie aus Verbundwerkstoff
Die Basis der Fahrzeugstruktur bildet ein Rohrrahmen aus elliptischen Profilen, den Platten aus Verbundwerkstoffen ergänzen. Ein Überrollkäfig ist in diesen Rahmen integriert und schützt die Insassen.
Die zweisitzige Berlinetta-Karosserie besteht aus Verbundwerkstoffen, um das Gewicht niedrig zu halten. Abnehmbare Hauben an Front und Heck erlauben den Zugriff auf Fahrwerk, Mechanik und Triebwerk.
2 Sitze und 4-Punkt-Gurte
Der Innenraum ist auf den Fahrer ausgerichtet. Anatomisch geformte Schalensitze aus Verbundwerkstoff besitzen Alcantara-Bezüge und halten die Insassen gemeinsam mit Vierpunkt-Gurtanlagen in schnell gefahrenen Kurven.
Neben Verbundwerkstoffen bestimmen Kohlefaser und Leichtmetall den Leichtbau des Sportwagens. Ein 74 Liter großer Kraftstofftank ergänzt das Layout. Die Kombination aus 380 PS und dem Fahrzeuggewicht erzielt das angegebene Leistungsgewicht.
Einstellbares Fahrwerk für Straße und Rennstrecke
An beiden Achsen verwendet das Fahrwerk Doppelquerlenker, die aus dem Vollen gefräst wurden. Einstellbare Stoßdämpfer und Stabilisatoren erlauben eine Abstimmung der Fahrdynamik für den jeweiligen Einsatzzweck.
Unter der Bezeichnung *Dynamic Chassis Control* fasst Michelotto diese Fahrwerksarchitektur zusammen. Sie ermöglicht den Einsatz auf öffentlichen Straßen und auf Rundkursen.
Verzögert wird über eine Bremsanlage mit Vierkolben-Festsätteln an allen vier Rädern. Vorn greifen die Beläge auf innenbelüftete Scheiben im Format 345 × 28 Millimeter, hinten messen die Scheiben 328 × 28 Millimeter. Die Bremsbalance zwischen Vorder- und Hinterachse stellt der Fahrer aus dem Cockpit ein. Den Kontakt zum Asphalt stellen Leichtmetallfelgen in 8,5 × 18 Zoll vorn und 11 × 18 Zoll hinten her. Auf den Felgen sitzen Reifen vom Typ Pirelli Trofeo RS, die auf Traktion und Temperaturverhalten auf der Rennstrecke ausgelegt sind.
Kompakte Maße: 4,23 Meter Länge
Die Abmessungen unterstreichen das Format. Der Michelotto Gruppo 4 Tributo misst in der Länge 4.230 Millimeter bei einem Radstand von 2.340 Millimetern. Die Spurweite beträgt vorn 1.500 Millimeter und hinten 1.525 Millimeter. Die Karosseriebreite liegt vorn bei 1.860 und hinten bei 1.911 Millimetern.
Mit diesen Proportionen bündelt der Entwickler seine Motorsport-Erfahrung in dem Fahrzeug. Der V8 hinter den Sitzen, die Handschaltung und die einstellbare Rennsport-Hardware bilden das technische Konzept. Fahrleistungen wie Höchstgeschwindigkeit oder Beschleunigungswerte nennt der Hersteller nicht. Im Vordergrund stehen der Saugmotor, das Getriebe und das mechanische Feedback.
Die Historie des Gruppo 4 Tributo
Entstanden ist das Projekt anlässlich des 50. Jubiläums der Homologation des 308 Gruppo 4. Dieses Fahrzeug markierte einen Wendepunkt für Michelotto, wo in den Werkstätten auch die Wettbewerbsversionen des Lancia Stratos entstanden.
Das damalige 308-Projekt führte das Unternehmen mit Enzo Ferrari zusammen, der die Entwicklung unterstützte. Als die Gruppe-4-Kategorie Ende 1982 endete, folgte die Gruppe-B-Ära und der 288 GTO.
Ein Abendessen gab den Anstoß
Der Anstoß zum Tributo geht auf ein Abendessen zurück, bei dem Francesco Calzavara – Gründer von AC Motorsport und früherer Michelotto-Mitarbeiter – mit Giuliano Michelotto und Weggefährten aus der F40-Competizione-Ära Erinnerungen austauschte. Die wiederentdeckten Anekdoten mündeten in ein Buch über das F40-Abenteuer und in den Entschluss, die Unternehmenskultur durch ein eigenes Fahrzeug zu ehren.
Das ist Michelotto
Hinter dem Bau steht die Michelotto Group als technischer Partner, während AC Motorsport als Initiator auftritt. Giuliano Michelotto stellte das Know-how, die Ingenieure und das Netzwerk aus über 50 Jahren Firmengeschichte zur Verfügung. Die Bilanz des Unternehmens umfasst 1.495 Siege, darunter 85 nationale Meisterschaften, 216 internationale Titel und 44 Weltmeisterschaften.
